Immer wenn in der Vergangenheit in Dübendorf über den Bereich Soziales gestritten wurde, kam die Sprache irgendwann auf die Unterstützungsrichtlinien der Dübendorfer Sozialhilfe. Die Sozialbehörde und deren ehemaliger Präsident Kurt Spillmann (SVP) wollten das Papier nicht herausgeben. Es handle sich um ein internes Dokument, das allein Sache der zuständigen Stelle sei, so das Argument. Spillmann hielt wiederholt fest, dass es keine «Dübendorfer Richtlinien» gebe. Geregelt seien die Kompetenzen, womit man eine Gleichbehandlung der Klienten erreiche.
Die Verschwiegenheit liess insbesondere jene Kritiker im roten Bereich drehen, die seit Jahren eine angeblich «schikanöse Behandlung» der Sozialhilfebezüger und einen «unmenschlichen Umgang» mit den Bedürftigen monieren. In Unkenntnis des Inhalts wurden «die internen Richtlinien» zum Synonym für alles, was in Dübendorf falsch läuft im Sozialbereich. Doch mit ihrer Forderungen nach Transparenz und Offenlegung rannten sich die Kritiker an Spillmanns Verteidigungswall stets die Köpfe ein.
«Angeheizte Diskussion versachlichen»
Am Mittwoch dann die Überraschung: Die vor knapp einem Jahr als neue Stadträtin gewählte Jacqueline Hofer (SVP) gab in einer Medienmitteilung bekannt, die Richtlinien seien nun für alle auf der Website der Stadt Dübendorf einsehbar. Das habe sie als Sozialvorsteherin angeordnet. Damit soll «die angeheizte Diskussion über die Leistungen der Sozialhilfe der Stadt Dübendorf versachlicht und vorschnellen Schuldzuweisungen begegnet werden», wie sie unter anderem schreibt. Zuletzt in der Kritik stand das Sozialamt wegen zwei Sozialhilfebezügern, die im «Tages-Anzeiger» happige Vorwürfe vor allem an die Adresse der Amtsleiterin richteten.
«Grossartig»

