Ein junger Mann schlurfte am Freitagmorgen um das hell erleuchtete Café beim Bahnhof Nänikon-Greifensee und guckte neugierig durch die Fenster. Wäre der Mann ein Städter, würde er sich wohl fragen, wieso das Starbucks-Markenzeichen auf den Fenstern jetzt in Orange gehalten und mit «Gleis 1» beschriftet ist. Ein Einheimischer hätte sich dagegen zweifellos gefragt, wie von heute auf morgen Leben in die ehemalige SBB-Schalterhalle einkehren konnte.
«Beim Bahnhof gab es weit herum keine Verpflegungsmöglichkeiten. Das hat sich nun geändert.»
Monika Keller, Gemeindepräsidentin Greifensee (FDP)
Beim Betreten des beinahe vollen Cafés fallen die beiden zusammengeschobenen eckigen Tische mitten im Raum auf. Die acht Stühle ringsum waren bis auf zwei besetzt. Auf einem sass der Näniker Peter Badetscher. «Sowas hat in Nänikon gefehlt. Endlich, endlich ein Treffpunkt zwischen Greifensee und Nänikon.» Früher hätten sie in Nänikon das Restaurant Bahnhöfli gehabt, dann lange nichts mehr, sagte Badetscher. «Am Abend werde ich sicher auch zu einem Bier hier sein.»
Damit sich Badetscher und andere Gäste nun ein Feierabendbier, Getränk, Backwaren oder ein einfaches Mittagessen gönnen können, musste bis zum Vorabend des Eröffnungstags gearbeitet werden. Wie Mitgründerin Käthi Meisser sagte, hätten Handwerker zuletzt noch die Bodenleisten montieren müssen. Meisser durfte während den monatelangen Bauarbeiten auf viele Freiwillige zählen. Dass Mobiliar suchte sie sich während dieser Zeit aus allen Ecken zusammen: Tische stammten aus der einstigen Zuckerfabrik Bombasei, Stühle aus dem Restaurant Löwen und Regalbretter kommen von einer Treppe des Landenberghauses in Greifensee.

