Dass es die BDP/CVP/EVP-Fraktion nicht einfach haben würde mit ihrer Interpellation für Tempo 30 auf Quartierstrassen, war von vornherein klar. Denn die Stadt an der Glatt tut sich schwer mit dem Thema. 2004 sagten die Dübendorfer Nein zu flächendeckendem Tempo 30. Mit Verweis auf den Volkswillen lehnte der Stadtrat in den folgenden Jahren zwei Vorstösse aus dem Parlament ab. 2013 schickte das Volk an der Urne eine Volksinitiative bachab, die auf «siedlungsorientierten Strassen» Tempo 30 forderte. Auch die Interpellation, welche letztes Jahr Temporeduktionen als Massnahme gegen Verkehrslärm verlangte, führte im Stadthaus nicht gerade zu Freudensprüngen.
Und nun der Vorstoss der Mittefraktion. Erstunterzeichnerin Tanja Boesch (EVP) bezeichnet es als «Unfug», dass auf den meisten Quartierstrassen in Dübendorf immer noch Tempo 50 gilt. Diese Strassen seien häufig eng und meistens ohne Trottoir, «und wenn dann auch noch Autos auf der Seite parkieren, verlieren die Kinder schnell einmal jegliche Übersicht», sagte Boesch im vergangenen Oktober gegenüber «Züriost».
Keine Mehrheit in Politik und Volk
Der Dübendorfer Stadtrat ist nicht begeistert von der Interpellation. In seiner Antwort verweist er auf die bisherigen erfolglosen Vorstösse und Initiativen – und folgert, dass es für eine breite Einführung von Tempo-30-Zonen keine politische Mehrheit gebe. Er sei aber bereit, «einzelfallmässig» in Quartieren eine Temporeduktion zu prüfen. Dies vor allem im Bereich von Kindergärten oder Schulen, so wie das etwa im Birchlen-Quartier geschehen sei. «Der Stadtrat sieht aktuell keine Veranlassung, von dieser bewährten Praxis abzuweichen.»
«Tempo 30 kann im schlimmsten Fall sogar eine reale Verschlechterung der Sicherheit bewirken.»
Stadtrat Dübendorf in seiner Antwort

