Juso fordert Entlassung der Leiterin des Sozialamts
«Diesem unmenschlichen Umgang mit Sozialhilfebezüger*innen muss ein sofortiges Ende gesetzt werden», begründet die Juso Zürcher Oberland ihre Petition, welche sie am Freitag lanciert hat. Konkret geht es um die «Missstände» auf dem Dübendorfer Sozialamt.
«Es gibt immer wieder Leute, die auf dem Dübendorfer Sozialamt schikaniert werden», sagt Leandra Columberg. Sie spricht von einem «unwürdigen Umgang» mit Bedürftigen, die teils monatelang auf ihr Geld warten müssten oder mit «widerrechtlichen Zahlungsaufforderungen» konfrontiert würden. Columberg bezieht sich dabei auf einen Artikel im «Tages-Anzeiger», der anhand zweier Beispiele über die «Schikane» auf dem Sozialamt Dübendorf schreibt.
«Wir wollen Druck machen»
Columberg, die selber in Dübendorf wohnt und Mitglied der örtlichen SP ist, äussert sich resigniert darüber, dass es im Sozialbereich keine Verbesserungen gegeben habe. Einen Teil der Schuld gibt sie dafür der Leiterin des Sozialamts.
Diese hat vor gut zweieinhalb Jahren einen Post der rechtsextremen NPD geteilt. «Wir haben gehofft, dass die öffentliche Empörung darüber zu einer Kündigung führen würde, aber sie wurde von den Verantwortlichen gedeckt und in Schutz genommen.» Auch die Schaffung einer Ombudsstelle habe letztlich keine wesentlichen Änderungen gebracht.
Sie hätten sich keine Gedanken darüber gemacht, wie viele Unterschriften sie anstreben, sagt Columberg. «Das Ziel der Petition ist einfach, öffentlichen Druck auszuüben.» Auch wenn die Juso mit dem Vorstoss öffentlich die Entlassung der Sozialamtsleiterin fordert, handle es sich nicht um eine Hetzkampagne, betont Columberg. Das ganze System müsse durchleuchtet werden, weshalb die Juso auch eine externe Untersuchung des Sozialamts verlangt. Die Petition ist auf der Facebookseite der Juso Zürcher Oberland aufgeschaltet.
«Eine Hetzkampagne!»
Die SVP Dübendorf reagierte postwendend auf die Petition. Die Forderungen der Juso zur Entlassung der Leiterin der Sozialhilfe Dübendorf sei «rein politisch motiviert» und soll der Juso dazu verhelfen, im bevorstehenden Wahlkampf «auf billige Art» Boden gut zu machen, schreibt die Partei in einer Mitteilung.
Für die SVP ist klar: «Es geht diesen Kreisen nicht um eine sachliche Aufarbeitung der heute in den Medien geäusserten Vorwürfe, sondern um eine perfide Hetzjagd gegen die Leiterin der Sozialhilfe, die sich als Einzelperson nicht dagegen wehren kann.» Solche Hetzkampagnen seien Ausdruck eines «zweifelhaften Verständnisses» der demokratischen Rechtsordnung und Rechtsstaatlichkeit.
«Sie geniesst unser volles Vertrauen»
Sozialvorsteherin Jacqueline Hofer (SVP) gibt auf Anfrage an, dass sie die die im Artikel erhobenen Vorwürfe gegen das Sozialamt der Stadt Dübendorf zum Anlass nimmt, die konkreten Fälle von einer neutralen Stelle überprüfen zu lassen. «Gestützt auf die Ergebnisse dieser Abklärung werden wir entscheiden. ob Massnahmen zur Verbesserung der Situation in der Sozialhilfe getroffen werden müssen oder nicht. Bis dann geniesst die Leiterin Sozialhilfe unser volles Vertrauen.»
