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Viel Applaus für den Deutschkurs

Die Dübendorfer Stiftung WBK bietet seit einem halben Jahr jungen Ausländern Deutschunterricht verbunden mit einem Praktikum an. An einer Infoveranstaltung in Dübendorf wurde jüngst eine erste Bilanz gezogen und Teilnehmer durften über ihren Arbeitsalltag berichteten.

Zusammen in der Schule für die berufliche Zukunft lernen.

Archivfoto: PD

Viel Applaus für den Deutschkurs

Die junge Kubanerin war etwas nervös: Zusammen mit sechs anderen jungen Ausländerinnen und Ausländer sollte sie am Dienstagnachmittag vor etwa 40 Leuten über ihren Praktikumsalltag in einem Schweizer Betrieb erzählen. Im Publikum sassen Angehörige, Vorgesetzte und Mitglieder der Stiftung Wiederholungskurse Dübendorf (WBK). Diese hatten zum Infoanlass des Vorkurses «Deutsch und Praxis» geladen. Christine Schlittler, Projektleiterin der Stiftung, Geschäftsleiterin Marinella Papastergios Pedevilla und Klassenlehrerin Marianne Heller beruhigten die junge Frau kurz vor ihrem Auftritt.

Den Vorkurs «Deutsch und Praxis» gibt es seit August 2018. Im Kurs werden junge fremdsprachige Menschen unterrichtet, die vor dem Einstieg in die Berufswelt stehen (siehe Box). Einen Tag in der Woche gehen sie der Arbeit im Praktikumsbetrieb nach.

«Ich kann dabei Deutsch lernen – und vielleicht auch das Kochen.»

Teilnehmerin aus Mazedonien

Wie Marinella Papastergios Pedevilla sagt, sind für den «Vorkurs Deutsch und Praxis» junge Ausländer vorgesehen, die in ihrem Herkunftsland schon eine öffentliche Schule besucht haben. Für diese Ausländer seien die hiesigen Schulen nicht mehr zuständig und für die schweizerische Berufswelt wären die Sprach- und Landeskenntnisse oft ungenügend.

Jugendliche aus aller Welt

Als die Beamerpräsentation begann, hatte die junge Frau aus Kuba ihre Nervosität abgelegt. Sie sprach über ihre Arbeit in einem Alterszentrum; wie sie mit den Senioren spazieren gehe, mit ihnen rede und esse. Nach ihrem Referat wurde sie mit einem warmen Applaus vom Publikum verabschiedet.
Auch eine junge Frau aus Mazedonien, die im Dübendorfer Restaurant Waldmannsburg arbeitet, stellte sich vor. Sie erzählte mit leichtem Akzent, ansonsten in beinahe fehlerfreiem hochdeutsch, dass sie in der Küche den Köchen helfe. «Meine Mitarbeiter helfen mir bei der Arbeit. Ich kann dabei Deutsch lernen – und vielleicht auch das Kochen.»

Der Chef meldet sich zu Wort

Über die letzte Bemerkung lachten die Zuhörer und applaudierten der Referentin am Ende ihrer Präsentation. Auch ihr Chef meldete sich zu Wort. Fabian Aegerter, Inhaber des Restaurants Waldmannsburg, sagte: «Die Motivation am Projekt teilzunehmen war, dass es kein anderes vergleichbares Angebot in der Region gibt.» In der Gastronomie brauche es zudem Leute aus anderen Kulturen. Deutsch sei die Hauptsprache in der Küche.
Aegerter ist zufrieden mit der Arbeit seiner jungen mazedonischen Mitarbeiterin, die ohne Praxiserfahrung in seinen Betrieb gekommen sei. Für ihren Arbeitseinsatz bekommt die Frau Kost und Logis. Wobei sie abends nicht in Dübendorf bleibe, sondern nach Hause gehe.  

Das Weiterbildungsangebot war ein Urnenentscheid

Das Weiterbildungsangebot der Stiftung WBK  kostet die Stadt Dübendorf bis 2026 jährlich 370‘000 Franken. Diesem Betrag haben die Dübendorfer 2017 an der Urne mit rund 64 Prozent zugestimmt.
In den untersten zwei Sprachniveaus werden zwölf Lektionen pro Woche Deutsch gelehrt. Zudem erhalten die Schüler noch Zeit für das Selbststudium und an einem Tag in der Woche wird bei Bedarf auch Mathematik unterrichtet.
Neben dem Schulunterricht arbeiten die jungen Teilnehmer immer donnerstags einen ganzen Tag in einem Betrieb. In der aktuellen Klasse sind Jugendliche aus Afghanistan, Albanien, Bulgarien, Eritrea, Italien, Kuba und Mazedonien dabei. Fünf haben den Aufenthaltsstatus B (Angehörige von EU-und EFTA-Mitgliedstaaten mit einer Gesamtaufenthaltsdauer in der Schweiz von fünf Jahren) und zwei den Status F (vorläufig aufgenommen Personen mit einer Gesamtaufenthaltsdauer von mindestens zwölf Monaten).

 

Noch bis Sommer wird die Klasse mit den sieben Teilnehmern in Dübendorf unterrichtet. Danach erhalten die Teilnehmer ihrem Niveau entsprechend ein Sprachzertifikat. Für Stiftungsgeschäftsleiterin Marinella Papastergios Pedevilla ist es das Ziel, dass jeder Teilnehmer in Zukunft einen Platz in einem Unternehmen findet. «Je nach Deutschkenntnis sollen die jungen Erwachsenen eine Integrationsvorlehre, eine integratives Berufsvorbereitungsjahr oder eine Lehre beginnen.»

Die Zwischenbilanz fiel an der Infoveranstaltung durchgehend positiv aus. Projektleiterin Schlittler räumt zwar ein, dass es inzwischen auch an Berufsschulen solche Deutschvorkurse geben würde, doch der grosse Unterschied sei das Zusatzangebot mit dem Praktikum, welches die Stiftung biete. «So bauen die Jugendlichen ein Netzwerk auf und lernen den Berufsalltag kennen.» 
 

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