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Kino Orion muss den Gürtel enger schnallen

Der Verein Kino Orion bekommt weiterhin Geld von der Stadt – aber deutlich weniger als beantragt. Im Gemeinderat war man sich gestern weitgehend einig, dass die Betreiber ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben.

Die Betreiber des Kino müssen nun allenfalls das Programm reduzieren.

Thomas Bacher

Kino Orion muss den Gürtel enger schnallen

Als «einmalige Anschubfinanzierung» bezeichnete der Stadtrat die 150’000 Franken, welche er 2013 zugunsten des Vereins Kino Orion bewilligte und auf drei Jahre verteilte. Als die Finanzhilfe auszulaufen drohte, genehmigte das Parlament 2016 eine Verlängerung, sprich: 50’000 Franken im ersten Jahr und dann je 25’000 Franken für 2017 und 2018. Gestern nun war der Unterstützungsbeitrag erneut Thema an der Sitzung des Gemeinderats.

Der Verein Kino Orion beantragte eine weitere Unterstützung des Kino- und Kulturbetriebs, und das in den Varianten 50’000, 75’000 und 100’000 Franken. Je höher der Betrag, desto grösser die Planungssicherheit und die Möglichkeit, Rückstellungen für Investitionen zu bilden, so die Überlegung der Verantwortlichen.

Unterstützung, aber…

Dem Stadtrat ist auch der niedrigste Betrag zu hoch, er beantragte deshalb dem Gemeinderat für die Jahre 2019 bis 2021 je 25’000 Franken – verbunden mit dem Auftrag, die Wirtschaftlichkeit zu verbessern. «Wir stehen nach wie vor hinter dem Kino Orion», sagte Stadtpräsident André Ingold (SVP). Doch die Verantwortlichen hätten die an sie gestellten Erwartungen nicht erfüllt. Er sei aber überzeugt, dass 25’000 Franken pro Jahr reichen würden. 

 

Die Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission  (GRPK) unterstützte den Stadtrat. Sprecherin Alexandra Freuler (SP) hielt unmissverständlich fest: Wenn der Verein ein weiteres Unterstützungsgesuch einreiche, müssten die tiefen Mitgliederbeiträge wie auch die niedrigen Preise etwa für den Sonntagsbrunch angepasst werden. Dies habe man schon bei der letzten Debatte so festgehalten. «Dem jetzigen Team war es anscheinend leider nicht bewusst, dass dies eine explizite Aufforderung war.»

Auch SP-Gemeinderat Ivo Hasler hielt fest, dass der Erhalt öffentlicher Gelder einen haushälterischen Umgang bedinge. Das «wertvolle Angebot mit viel Freiwilligenarbeit» müsse aber so gut wie möglich unterstützt und für eine breite Bevölkerung erhalten werden. «Denn wenn eine Institution wie das Kino Orion verschwindet, dann landet auch das Geld für ein Nachtessen nach dem Kinobesuch in den Taschen eines Stadtzürcher Gewerblers.» Aus diesem Grund beantragte er im Namen der SP und der Grünen eine Verdoppelung  des jährlichen Beitrags auf 50’000 Franken.

«Ein Kleinkino in der Agglomeration wird immer auf finanzielle Unterstützung angewiesen sein.»

Patrick Schärli (CVP), Gemeinderat

Dies wiederum sah SVP-Gemeinderat Patrick Walder mit Verweis auf die sinkenden Besucherzahlen als «nicht gerechtfertigt». Es sei sehr lobenswert, dass das Kino Investitionen wie etwa für neue Kinosessel auf privatem Weg finanziert habe. «So soll es auch sein bei einem Verein», sagte Walder. Angesichts der hohen Personalkosten stelle sich jedoch schon die Frage, ob es sich überhaupt noch um einen Verein handle, oder schon um eine Firma, die Kultur fördere. Letztlich sprach sich aber auch die SVP für 25’000 Franken pro Jahr aus.

Keine Chance 

Ebenso wie die BDP/CVP/EVP-Fraktion. Doch dann das Aber: «Wir sind der Meinung, dass der Verein Kino Orion sich bisher ungenügend mit dem Gedanken für eine Verbesserung der Finanzlage auseinandergesetzt hat», sagte Theo Johner (BDP) und brachte eine Zusammenarbeit mit anderen kulturellen Institutionen ins Spiel. Und Patrick Schärli (CVP) sagte: «Der Verein hat seine Hausaufgaben nicht gemacht.» Dabei habe die Örtlichkeit etwa in Bezug auf die Bühne noch ungenutztes Potenzial. Man dürfe sich aber auch nichts vormachen: «Ein Kleinkino in der Agglomeration wird immer auf finanzielle Unterstützung angewiesen sein.»

In der Abstimmung wurden erst die beiden Anträge gegenüber gestellt, wobei der von Links-Grün vorgebrachte Unterstützungsbeitrag von 50’000 Franken keine Chance hatte. Am Ende genehmigte der Gemeinderat die 25’000 Franken für die Jahre 2018 bis 2021 ohne Gegenstimme. 

Die Geschäfte der Parlamentssitzung
 
Der Dübendorfer Gemeinderat hat an seiner gestrigen Sitzung folgende Geschäfte behandelt:
 
– Das Postulat «Eine städtische Website für alle» wurde von Erstunterzeichnerin Brigitte Kast (Grüne) zurückgezogen.
– Der Gemeinderat genehmigte einstimmig den Kreditantrag für einen jährlichen Unterstützungsbeitrag von 25’000 Franken für das Kino Orion für die Jahre 2019 bis 2021. Ein Antrag auf Verdoppelung unterlag deutlich.
– Drei Bürgerrechtsgesuche wurden gutgeheissen.
– Die erste Fragestunde im Amtsjahr 2018/19 fand statt.

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