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Auch das Bänkli Hegetsberg ist Ustermer Kulturgut

In der «Kultur-Auslegeordnung» werden die Kulturgüter der Oberländer Gemeinden erfasst. Das Beispiel Uster zeigt: Selbst für die Gemeindevertreter ist es oft überraschend, was alles in diese Liste gehört.

Neben Kulturgütern, die auch unter Denkmalschutz stehen..., ...sind auch Anlässe wie «Uster on Ice» in der «Kultur-Auslegeordnung» aufgelistet., In der Rubrik Landschaft ist der Aabach vermerkt., Auch Personen wie der Ustermer Autor Dieter Zwicky ist auf der Liste.

PD

Auch das Bänkli Hegetsberg ist Ustermer Kulturgut

Der Aabach, das Bänkli Hegetsberg oder das Ustertagschiessen – sie sind in der sogenannten «Kultur-Auslegeordnung der Stadt Uster» erfasst. Bei dieser handelt sich um eine Kulturgüterliste, die die kulturelle Vielfalt ins Bewusstsein rufen und die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinden erleichtern soll.

«Jedes Grüpplein kocht sein eigenes Süpplein.»

Hans Thalmann, ehemaliger Stadtpräsident Uster (parteilos)

Christian Zwinggi, Abteilungsleiter Präsidiales der Stadt Uster, sagt: «Die Kultur-Auslegeordnung fasst das kulturelle Inventar von Uster übersichtlich auf acht Seiten zusammen. Auf diese Weise wird bewusst, wie vielfältig und reichhaltig unsere materiellen und immateriellen Kulturschätze sind.»

Spaziergang mit Gemeindeschreiber

Lanciert wurde die Idee der Kultur-Auslegeordnungen 2010. Einer der Initianten ist der ehemalige Ustermer Stadtpräsident Hans Thalmann (parteilos). Die Oberländer Gemeinden hätten zwar Ortsmuseen oder Chronikstuben, wo das Kulturerbe archiviert sei, sagt Thalmann, doch lange habe bei den Gemeinden gegolten: «Jedes Grüpplein kocht sein eigenes Süpplein.»

Um den Zusammenhalt der Gemeinden zu fördern, sei er mit einer Delegation von Zürioberland Kultur bei allen Oberländer Gemeindeverwaltungen vorbeigegangen. Oft hätten sie zusammen mit dem Gemeindeschreiber einen Spaziergang durch die Ortschaft gemacht, um auf Kulturgüter aufmerksam zu machen. «Oft waren die Gemeindevertreter überrascht, wie viele nennenswerte Kulturgüter in ihrer Kommune schlummern», sagt Thalmann.

Welche Firma ist Kulturgut?

Christian Zwinggi von der Stadt Uster sagt, überraschend mag sein, dass auch immaterielle Güter wie beispielsweise demokratische Einrichtungen oder Vereine in die Liste aufgenommen werden können. «Sie sind aber ebenso Teil des kulturellen Erbes wie Baudenkmäler.»

Beispiele Kulturgüter Uster 

Als Kulturgüter werden in der Ustermer Kultur-Auslegeordnung auch aufgeführt (in Klammern Entstehungsjahr):

Anzeiger von Uster (1850)
Grosser Gemeinderat (1928)
Urnenabstimungen (1928)
Stadtrat (1971) vorher Gemeindrat
Bahnlinie Zürich-Rapperswil (1856) mit fünf Bahnübergängen
Kern Süd (2018)
Adventssingen (2006) in Gärtnerei Wagerenhof, jetzt in der Bibliothek
Musikschule Uster-Greifensee (1968)
Uster on Ice (2014)

Zum Erbe gehören gemäss den Vorgaben der Auslegeordnung zudem Landschaften, Ortsbilder, Bräuche, kirchliche Gemeinschaften und auch Firmen. Die Kriterien für die Aufnahme in die Auslegeordnung sind in der Liste festgehalten, lassen aber auch einen Spielraum. So steht beispielsweise geschrieben: «Firmen, die durch ihre Grösse, ihr Alter, ihre Produkte oder ihr Renommé die Gemeinde mitprägen.»

Thalmann sagt, dass diese Rubrik tatsächlich etwas «schwammig» sei. Es soll aber nicht einfach aus Prinzip das Firmenregister der Gemeinde in der Liste abgebildet werden. «Die Gemeinden sollen sich genau überlegen, wieso sie eine Firma auflisten.»

Für Zwinggi ist bei der Auswahl der Firmen der Einfluss auf die Identität von Uster entscheidend. So beinhalte die Entscheidung für oder gegen eine Aufnahme in die Auslegeordnung eine «subjektive Komponente». Und er ergänzt: «Für das Marketing der Unternehmen ist das Firmenverzeichnis der Stadtwebseite und nicht die Auslegeordnung entscheidend. Im Firmenverzeichnis können die Unternehmen ihren Eintrag selbstständig vornehmen.»

Maur muss nachziehen

Verschiedene Oberländer Gemeinden, darunter auch Maur, sind noch nicht so weit wie Uster. Hans Thalmann sagt, dass nach dem Besuch in Maur 2014 noch nicht klar war, wer für die Erfassung der Liste zuständig ist. «Zwischenzeitlich herrschte Funkstille zwischen der Kulturkommission Zürioberland und der Gemeinde.» Mittlerweile sei mit Gemeinderat Felix Senn (SP) aber eine Ansprechperson gefunden worden und Maur daran, die Liste zu erfassen. Noch ein Jahr bleibt der Gemeinde Maur dafür, wenn es nach den Plänen von Thalmann geht: «Ich hoffe, dass alle Gemeinden der Region bis 2020 so weit sind», sagt er.

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