SP will wissen, wieso es im Alterszentrum zum Eklat kam
Vor rund einem Monat hat der Direktor des Dübendorfer Alters- und Spitexzentrums (ASZD), Daniel Guggisberg, gekündigt. In einem Schreiben an die Mitarbeitenden begründete er den Schritt damit, dass sich seine Situation mit der im Frühling neue gewählten Sozialvorsteherin Jacqueline Hofer (SVP) grundlegend verändert habe. «Ich persönlich stelle fest, dass die Grundhaltung der jetzigen Vorgesetzten diametral zu meiner Grundhaltung steht», schreibt Guggisberg und hält fest, dass er deshalb keine Basis mehr sehe für eine konstruktive Zusammenarbeit.
Hofer gab mit Verweis auf personalrechtliche und Datenschutzgründe keine Details zum Fall bekannt. Und Guggisberg war nicht zu erreichen. Als «Züriost» vom Vorfall erfuhr, hatte er sein Büro bereits geräumt.
Ein Recht auf Informationen
SP-Gemeinderat André Csillaghy gibt sich damit nicht zufrieden. Mit einer schriftlichen Anfrage will er vom Stadtrat wissen, was hinter den Kulissen geschehen ist, welche Differenzen bestanden haben und wie das Krisenmanagement ausgesehen hat.
«Das Problem ist, dass diese Behörde von niemandem kontrolliert wird.»
André Csillaghy (SP), Gemeinderat
«Wir sind durchaus für einen Schutz der Persönlichkeitsrechte», sagt Csillaghy. «Dass Herr Guggisberg nach 15 Jahren als Direktor kündigt, und das gerade mal zwei Jahre vor seiner Pensionierung, wirft aber nun einmal Fragen zu den Hintergründen auf.» Zudem gebe der Umstand, dass mit Hofers Vorgänger Kurt Spillmann (SVP) keine Schwierigkeiten bestanden hätten, dem Ganzen eine politische Dimension. «Und deshalb haben der Gemeinderat und die Öffentlichkeit ganz sicher das Recht auf mehr Informationen.»
Sozialbehörde als «Blackbox»
Für Csillaghy passt die Kommunikation zur Dübendorfer Sozialbehörde, welche die strategische Leitung des ASZD innehat. Die Sozialbehörde wiederum wird des Amtes wegen von Jacqueline Hofer geleitet. «Das Problem ist, dass diese Behörde von niemandem kontrolliert wird und niemandem Rechenschaft ablegen muss», wiederholt Csillaghy eine bereits mehrfach von der Linken geäusserte Kritik.
Das sei nicht zuletzt deshalb «schwierig», weil die Sozialbehörde als eigentliche «Blackbox» fungiere: «Wie schon bei den Problemen mit dem Sozialamt fehlt es auch in diesem Fall an Transparenz. Und wir machen uns Sorgen, dass hier eine weitere Baustelle entsteht.»
