Dübendorf wird online barrierefrei
Ein Besuch auf der mobilen Version der Website der Stadt Dübendorf ist wie eine Zeitreise in die frühen 2010er-Jahre, was im digitalen Zeitalter ein gewaltiger Sprung rückwärts ist: tristes Formular-Design, keine Vorlesefunktion, die Schrift lässt sich nicht vergrössern, Informationsgehalt und Nutzungsmöglichkeiten sind stark eingeschränkt im Vergleich zur der Desktop-Version.
Doch auch die Internetseite, die man mit PC oder Laptop aufruft, wirkt bieder und wenig inspiriert – und taugt deshalb kaum als Visitenkarte für die Stadt und ihre Verwaltung.
Kritik der Grünen
Von politischer Seite gab es bereits vor zweieinhalb Jahren Kritik an www.duebendorf.ch. So bemängelten die Grünen in einer Interpellation, dass die städtische Website von sehbehinderten Personen nicht genutzt werden könne. Sie beriefen sich dabei auch auf einen Artikel im ZO/AvU, für den die Stiftung «Zugang für alle» zahlreiche Gemeinde-Websites untersucht hatte; Dübendorf schnitt damals mit am schlechtesten ab.
Ende vergangenen Jahres doppelten die Grünen mit dem Postulat «Eine städtische Website für alle» nach. Mit ihrem Vorstoss fordern sie einen barrierefreien Zugang zu den Online-Informationen der Stadt und regen an, bei einer Neugestaltung auf ein sogenanntes responsive Design zu setzen, das sich automatisch dem Endgerät der User anpasst. Dadurch wäre es nicht mehr nötig, eine mobile und eine Desktop-Version zu unterhalten.
Ergebnisse liegen vor
Bereits vor dem Zeitpunkt des Postulats waren die Verantwortlichen der Stadt tätig geworden. Mittels einer Umfrage auf www.duebendorf.ch wollten sie in den Wochen vor dem Jahreswechsel wissen, was die Besucher vom Internetauftritt Dübendorfs halten. Die Ergebnisse liegen nun vor.
«Es hat sich gezeigt, dass 85 Prozent der Teilnehmer mit dem Informationsumfang sehr zufrieden sind», sagt Stadtschreiber Martin Kunz. Ebenfalls eine positive Bewertung erhalten hätten Aktualität und Navigation sowie die Online-Dienste, «die rege genutzt werden». Eine durchschnittliche Note bekamen laut Kunz einzig das Design und die Übersichtlichkeit.
Kredit für Umbau
Kein Thema war in der Umfrage die Zugänglichkeit für Sehbehinderte. Aktuell gibt es eine Vorlesefunktion und die Möglichkeit, die Schrift zu vergrössern. Kunz räumt aber ein, dass die Site nicht komplett barrierefrei ist.
Das soll sich nun ändern. So hat der Stadtrat jüngst für ein Re-Design der städtischen Website einen einmaligen Kredit von 63‘000 Franken gesprochen. Dies einmal mit dem Ziel, die Zugänglichkeit zu verbessern. Daneben stehen aber auch ein attraktiveres Design sowie eine für alle mobilen Geräte kompatible und einheitliche Version der Website im Mittelpunkt der Erneuerung. Ob deswegen die im Jahr 2012 lancierte Dübi-App eingestellt wird, vermag Kunz nicht zu sagen. Das werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.
Gemäss Kunz soll der Umbau von www.duebendorf.ch bis spätestens Ende 2019 abgeschlossen sein.
