Als Patti Basler am Donnerstagabend auf der Kulturhaus-Central-Bühne den Poetry-Slam-Abend eröffnete, versprach sie Unterhaltung. Unterhaltung für den Bauch, die Libido und die Hirnlappen, die in den kommenden zwei Stunden durchgeschüttelt würden. Basler, selber Poetry-Slamerin und Trägerin des Kabarettpreises «Salzburger Stier 2019», moderierte den Abend vor 175 Zuschauern im ausverkauften Haus. Die Aargauerin machte für Poetry-Slam-Neulinge nochmal klar, was das für ein Anlass ist. Nämlich ein Dichterwettstreit, bei dem selbstgeschriebene Texte präsentiert werden. «Gedichte von Goethe Schiller und Gölä vorzulesen ist nicht erlaubt. Wobei von Gölä darf man, ist dann aber selber Schuld, wenn man das tut», so Basler Es gelte das Zeitlimit von sechs Minuten, wer das überziehe, werde von ihr von der Bühne getragen. «Leider ist das noch nie passiert. Ich würde unglaublich gerne jemanden von der Bühne tragen.»
Schweizer Homophobie
Die Slamer seien komische Leute und die meisten von ihnen auch Mobbingopfer – eine Voraussetzung um auf der Bühne zu stehen. «Wenn es im Publikum Mobbingopfer hat, und ich sehe, ein paar hat es: Seid nicht traurig und nehmt es als Chance – ihr könnt daraus einen Beruf machen», so Basler.
Einen Auszug ihres beruflichen Könnens gab Basler darauf gleich selber. Mit einem Text, der sich laut Basler um das Lieblingsthema der Schweizer dreht: Homophobie. Ein raffinierter Vortrag, in dem Basler eine schlüpfrige Wortauswahl aus dem Jass-Jargon für ihre Pointen missbrauchte. Im Zentrum stand ein verwirrter homophober Aargauer. «Das bringt einen doch aus der Fassung, wenn der Ober auf dem Unter liegt und auf dem Ober noch der König und keine einzige Dame dazwischen – er sei doch nicht schwul», so Patti Basler. «Was der andere denn meine, wenn er ihm sage, er soll mal seine ‹Eichel hebä›.» Zuerst die «Rose schmiere» und dann «Hinterhand mit der Eichel stächä», gingen die zweideutigen Bemerkungen weiter.
Text über Hass

