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Virus legt Stadtverwaltung teilweise lahm

Die Ustermer Stadtverwaltung wurde Opfer einer Attacke mit einem Computer-Virus, der von Erpressern für die Blockierung von Daten eingesetzt wird. Da der Angriff schnell genug entdeckt wurde, konnte das Schlimmste verhindert werden. Dennoch sind einige Verwaltungsbereiche noch bis Montag nur beschränkt handlungsfähig.

Ein Virus legte am Donnerstag die Stadtverwaltung Uster teilweise lahm., Fast schon wie Geschäfts-Korrespondenz: So melden sich die Erpresser nach einem erfolgreichen Angriff.

Screenshot: Landeskriminalamt Niedersachsen

Virus legt Stadtverwaltung teilweise lahm

Der Virus kam am Mittwoch über eine Blindbewerbung per E-Mail in die Stadtverwaltung Uster. Ein Doppelklick auf das Attachement reichte – und der Schaden war angerichtet. «Zum Glück gelang es uns, den Computer-Virus schnell zu identifizieren und zu isolieren», sagt Stadtschreiber Daniel Stein, «so konnten wir eine Verbreitung stoppen und verhindern, dass Daten blockiert werden.»

Denn genau das macht Gandcrab, wie der Trojaner heisst. Er sperrt den Zugriff auf Daten auf dem System, den Schlüssel muss man sich mittels Bitcoins freikaufen. Um mit den Erpressern in Kontakt zu treten, müssen sich Betroffene über den Tor-Browser ins Darknet begeben dort die Zahlung abwickeln. Eine Rückverfolgung ist so nicht möglich.

Bisher habe die Stadt Uster keine Zahlungsaufforderung erhalten, sagt Stein. «Die Erpresser haben wohl gemerkt, dass sich der Virus nicht wie gewünscht verbreiten konnte.»

Komplexer als gedacht

Auch wenn der Angriff nicht seine volle Wirkung entfalten konnte, ist der angerichtete Schaden gross. Einige Datenserver der Stadtverwaltung mussten abgeschaltet und in den Sicherheitsbetrieb überführt werden. Anfangs rechneten die IT-Spezialisten der Stadt damit, dass alle Daten schnell wieder verfügbar sein sollten. Nun geht man im Stadthaus davon aus, am Montagmorgen wieder mit dem Normalbetrieb starten zu können.

Bis dahin sind Datenmutationen nicht möglich, wovon insbesondere Angebote der Einwohnerdienste, des Zivilstandsamtes und des Steueramtes betroffen sind. Gemäss Daniel Stein sind aufgrund der Funktionsweise des Trojaners keine Daten in fremde Hände gelangt. Heime und Spitex Uster sind nicht tangiert, die Notfallorganisationen funktionieren wie gewohnt.

Falschen Virus verschickt

Noch ist nicht klar, welche Konsequenzen die Stadt aus der Virusattacke zieht. «Wir werden uns aber sicher anschauen, was wir im Bereich Software machen können», sagt Stein. Die Mitarbeiterschulung werde man ebenfalls weiterverfolgen, obwohl man da eigentlich schon «sehr aktiv» sei. «Für Bewerbungen etwa haben wir aufgrund dieser Problematik ein spezielles Online-Tool.»

Um explizit auf Bedrohungen wie Gandcrab aufmerksam zu machen, habe man dieses Jahr Mails mit vermeintlicher Schadsoftware in der Verwaltung verschickt – mit dem Resultat, dass mehrere Personen das Attachement angeklickt hätten. «Als Reaktion darauf haben wir Mitarbeiter und Kader über die Folgen eines solchen Angriffs und die dazugehörige Prävention informiert.»

Wer am Freitag, 14. November, eine Dienstleistung der Stadtverwaltung im Stadthaus in Anspruch nehmen möchte, ist gebeten, diese auf die kommende Woche zu verschieben oder den Online-Schalter auf www.uster.ch in Anspruch zu nehmen. Im Zweifel kann über die Hauptnummer der Stadtverwaltung (044 944 71 11) vorgängig abgeklärt werden, ob der gewünschte Dienst verfügbar ist. zo

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