«Von der FDP hätte ich gerne eine echte Auswahl gehabt»
Für den Dübendorfer Nationalrat Martin Bäumle (GLP) steht so gut wie fest, wer am Mittwoch in den Bundesrat gewählt wird: «Karin Keller-Sutter ist klar die Favoritin», sagt er. Die aktuelle Ständeratspräsidentin sei nicht nur politisch und wirtschaftlich gut vernetzt, sie habe sich seit ihrer gescheiterten Wahl in den Bundesrat im Jahr 2010 auch stetig auf eine weitere Wahl vorbereitet und sich dabei selber «gouvernemental aufgebaut», so Bäumle. Inwieweit sie diese Rolle nur adaptiert habe oder ob sie in den vergangenen acht Jahren tatsächlich gewachsen sei, könne er nicht beurteilen.
«Zu wenig Gewicht»
Nicht glücklich ist Bäumle mit dem zweiten FDP-Kandidaten Hans Wicki. Er attestiert ihm «zu wenig Gewicht». Auch sei Wicki nach zwei Jahren als Ständerat kaum bekannt im Bundeshaus. Und im Gegensatz zu seiner parteiinternen Konkurrentin seien seine Fremdsprachenkenntnisse ungenügend. «Wicki muss auf die Stimmen derjenigen hoffen, die Karin Keller-Sutter explizit nicht wählen wollen, und das wird schwierig.» Letztlich sei Wicki nicht mehr als ein Alibikandidat. «Das hat mich schon enttäuscht, denn von der FDP hätte ich gerne eine echte Auswahl gehabt.»
Eher Amherd als Z’graggen
Mit dem Zweierticket der CVP ist Bäumle dagegen durchaus glücklich. «Es sind beides valable Kandidatinnen, die eine ein wenig mehr links, die andere etwas mehr rechts.» Viola Amherd sei gradlinig und solid, Z’graggen eine pragmatische Persönlichkeit mit gutem Leistungsausweis. Letztlich, so prognostiziert Bäumle, werde wohl eher Amherd das Rennen machen. «Man kennt sie im Parlament und weiss, für was sie steht und was man an ihr hat.»
