Die Stadt lässt Alterswohnungen bauen
Mindestens 62 Jahre alt, seit fünf oder mehr Jahren in der Stadt Dübendorf wohnhaft, Paare bevorzugt: Das sind die Vorgaben, welche künftige Mieter der Alterswohnungen an der Tulpenstrasse erfüllen müssen. Die 13 Wohnungen werden derzeit gebaut – wohl von den meisten Dübendorfer unbemerkt. Denn die Baustelle befindet sich gut versteckt zwischen dem Betriebsgebäude der städtischen Wasserversorgung und den Altliegenschaften entlang der Wallisellenstrasse beim Abzweiger in die Birchlenstrasse. Von der Unterdorfstrasse her verdeckt eine weitere Baustelle die Sicht.
Erstellt werden die Alterswohnungen auf einem städtischen Grundstück, welches die Stadt im Baurecht abgegeben hat. «Wir sind froh, dass die Zusammenarbeit zustande gekommen ist», sagt Finanzvorstand Martin Bäumle (GLP/GEU), «denn bezüglich Bebauung und Erschliessung befindet sich das Stück Land an einem schwierigen Ort.» Dass die Alterswohnungen vom selben Investor realisiert werden wie die benachbarte Überbauung an der Unterdorfstrasse biete «viele Vorteile», so Bäumle.
Kein Service, kein Pflegedienst
Die Wohnungen sind barrierefrei zugänglich und altersgerecht ausgebaut. Und sie sind mit einer Fläche von 48 bis 70 Quadratmetern im Vergleich zum heutigen Standard relativ klein. «Das ist eine Massnahme, um die Mieten niedrig zu halten», sagt Bäumle. Eine andere sei die Ausstattung, die zwar zweckdienlich, aber nicht luxuriös sei. Einen speziellen Pflegedienst gibt es nicht, auch wird kein Wäsche- oder Essensservice angeboten.
Dazu komme, dass die Stadt Dübendorf das Land zu einem Baurechtszins «im unteren Spektrum» abgebe. «Wir verzichten also auch auf einen Teil der Rendite, damit tiefere Monatsmieten möglich sind.» Gemäss Bäumle liegt der Richtwert für die elf 2½-Zimmer- und die zwei 3½-Zimmer-Wohnungen – abhängig von der Quadratmeterzahl – zwischen 1200 und 1400 respektive 1400 und 1600 Franken.
«Es gilt also das Prinzip der Kostenmiete, direkt subventioniert werden die Wohnungen nicht.» Damit möglichst viele Personen vom Angebot profitieren können, werden gemäss Bäumle Paare bevorzugt; bei den 3½-Zimmer-Wohnungen ist eine Zweierbelegung gar Grundvoraussetzung für einen Mietvertrag. Bezugsbereit sind die Wohnungen voraussichtlich Anfang Dezember 2019.
Ein anderes Projekt ist blockiert
Dass der Stadtrat den Bau der Alterswohnungen an der Tulpenstrasse vorangetrieben hat, hat gemäss Bäumle auch damit zu tun, dass die geplanten Alterswohnungen auf dem städtischen Grundstück Lindenhof II hinter dem «Hecht» blockiert seien. Das Stimmvolk hatte 2013 gegen den Verkauf des Parkplatzes votiert und damit verhindert, dass die Wohnungen zusammen mit der benachbarten Arealüberbauung erstellt wurden.
Darauf forderte die BDP mit einer Initiative erneut den Bau von Alterswohnungen, das Grundstück sollte zu diesem Zweck im Baurecht abgegeben oder an eine Wohnbaugenossenschaft verkauft werden. Im Gemeinderat einigte man sich schliesslich Anfang 2016 auf die Abgabe im Baurecht – wie beim Grundstück an der Tulpenstrasse. Die Verzögerung sei deswegen eingetreten, sagt Bäumle, weil «viele Player» in das Vorhaben involviert seien. Im kommenden Jahr soll es nun aber weitergehen mit der Planung.
Ob die Stadt darüber hinaus weitere Alterswohnungen schaffen wird, kann Bäumle nicht sagen. «Jedenfalls will der Stadtrat nicht nur für die Senioren bezahlbaren Wohnraum auf der Basis von Kostenmiete schaffen, sondern für alle Bevölkerungsschichten. Und dafür haben wir noch das eine oder andere Grundstück.»
