In der Winterthurer Altstadt wächst ein Märliwald
Hand aufs Herz: Wer träumte nie davon, eines Tages durch einen bunten Wald zu laufen und dabei von singenden Tieren begleitet zu werden? So wie in den alten Zeichentrickfilmen von Disney. Dieser Wunsch wird am diesjährigen Winterthurer Weihnachtsmarkt erfüllt – zumindest ein bisschen.
Die Familie Albl lanciert am Freitag einen neuen Märliwald. Im Hof des Alterszentrums Neumarkt sorgen über 30 Tannenbäumchen, der grösste Adventskranz der Region und weitere Lichtspielereien für ein friedliches Ambiente. Und mittendrin begrüssen einen mehrere Figuren mit Weihnachtsliedern, unter anderem Eichhörnchen und ein Schneemann. In einem Holzhäuschen treten eine Märchenerzählerin, ein Zauberer, eine Theatergruppe sowie ein Ballonkünstler auf.
Der Märliwald kann während des ganzen Weihnachtsmarkts, also vom 30. November bis 23. Dezember, besucht werden.
Ein Hauch von Nostalgie
Mit dem Märliwald erfüllte sich Norbert Albl, der bald seinen 65. Geburtstag feiert, einen Wunsch aus seiner Kindheit. Damals habe er selbst nicht viel gehabt und sich immer einen solchen Ort vorgestellt. Mit dem Ergebnis sei er momentan sehr zufrieden. Als Beispiel nennt er eine Kindergartenklasse, die beim Aufbau am letzten Dienstag bereits erste Elemente begutachten konnte. «Ihre Augen strahlten, als sie die singenden Eichhörnchen im Märlikasten sahen. Spätestens da wusste ich, dass sich der ganze Aufwand lohnt und auch jeden Rappen wert ist.» Denn obwohl Norbert Albl Präsident des Vereins Weihnachtsmarkt Winterthur ist, wird der Märliwald momentan noch privat finanziert. «Wie teuer uns dies kommt, ist noch unklar.» Das sei aber zweitrangig. «Wer mich und meine Frau Susi kennt, weiss, dass wir uns seit je her dafür einsetzen, Winterthur generell und vor allem den Kindern eine Freude zu bereiten.»
Über dem Märliwald schwebt auch ein Hauch von Nostalgie. So gehören viele gezeigte Elemente seit Jahren den Albls, doch setzten sie bisher vor allem im Keller Staub an. «Und der Bogen, der den Eingang zum Märliwald symbolisiert, stammt noch vom Weihnachtsmarkt, als er einst auf dem Merkurplatz durchgeführt wurde.»
Für Norbert Albl sei es auch ein schöner Aspekt, dass man mit dem kostenlosen Märliwald dem oft gehörten Vorwurf, Weihnachtsmärkte seien reine Kommerzveranstaltungen, Paroli bieten kann. «Wir wollen hier einfach einen Platz schaffen, indem man sein kann und eine friedliche Zeit erlebt, unabhängig von der Grösse des Portemonnaies.»
Was sonst noch läuft
Die Albls sind auch wieder mit ihrem Haus «Alte Mühle» auf dem Neumarkt präsent. Und zwar nebst rund 100 weiteren Holzhäuschen, die dort Leckereien und Geschenkideen anbieten. Der Chlauseinzug ist am 2. Dezember um 16.16 Uhr.