Jetzt ist der Rohbau fertig
Die feierliche Stimmung war fast mit Händen greifbar, obwohl das Aufrichtefest in der kahlen und doch recht kühlen neuen Autoeinstellhalle des Alters- und Spitexzentrums Dübendorf (ASZD) stattfand. Hier hatten sich am Dienstagmittag Behördenmitglieder, Planer, Ingenieure, Vertreter der beteiligten Unternehmen und natürlich Bauarbeiter, Monteure und Installateure versammelt, um die Fertigstellung des Rohbaus des Zwischentrakts zu feiern – acht Monate nach dem Spatenstich.
Grund zum Anstossen gab es tatsächlich. Immerhin ist die knapp 40 Millionen Franken teure Erweiterung des ASZD das teuerste Projekt, das die Stadt Dübendorf jemals realisiert hat. Stadtpräsident André Ingold (SVP) nannte es deshalb «ein Projekt für die Geschichtsbücher».
Den Respekt der Bewohner erarbeitet
Wie es sich für einen solchen Anlass gehört, wurden ganz viele Dankesworte ausgesprochen. Den Anfang machte ASZD-Direktor Daniel Guggisberg. Er lobte die gute Zusammenarbeit und liess die Anwesenden wissen, dass sich die Bewohner wiederholt respektvoll über die Effizienz der Arbeiter geäussert hätten.
Sozialvorsteherin Jacqueline Hofer (SVP) bedankte sich in ihrer Funktion als politische Verantwortliche und Präsidentin der Baukommission bei den rund 50 Männern, die in Arbeitskleidung an den langen Festbänken sassen. An die übrigen Anwesenden gewandt, erklärte sie, dass sie stolz darauf sei, was man zusammen erreicht habe. Und sie vergass auch nicht ihren Vorgänger, alt Stadtrat Kurt Spillmann (SVP).
Ein schwieriger Start
Stadtpräsident Ingold schliesslich erinnerte in einem Nebensatz daran, dass das Projekt mit Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen hatte. Tatsächlich hätte die Erweiterung zu Beginn der Planung lediglich 24 Millionen Franken kosten sollen. Doch dann ging der Stadtrat zurück auf Feld 1, überarbeitete das Raumprogramm und brachte das Vorhaben schliesslich mit einer komfortablen Mehrheit durch die Volksabstimmung – obwohl der frühere Zentrumsleiter das Projekt noch kurz vor dem Urnengang scharf als zu teuer und nicht zeitgemäss kritisiert hatte.
Ingold hingegen hielt gestern fest, dass Dübendorf mit der Erweiterung ein Alters- und Spitexzentrum bekommen werde, das den Ansprüchen der Bevölkerung bezüglich Platzbedarf und Ausbaustandard entspreche. «Und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten endlich eine Infrastruktur, die der täglichen Pflege der Bewohnerinnen und Bewohner zugutekommt.»
Dass sich die Redner insgesamt kurz hielten, lag wohl ganz im Interesse der Gäste, denn von draussen waberte unaufhörlich der Geruch gebratener Würste in den improvisierten Festsaal.
In einem Jahr fertig
Bis das Gesamtprojekt abgeschlossen ist, dauert es voraussichtlich noch bis Dezember 2019. Der Neubau mit 42 Pflegezimmern, Speisesaal, Küche, Lingerie, Lager und Haustechnikanlagen ist bereits seit gut elf Monaten fertig, wobei einige der Zimmer durch die Spitex und die Verwaltung besetzt sind, die Ende Jahr wiederum in den Zwischentrakt umziehen werden, in dem auch die neue Cafeteria erstellt wird. Die Bevölkerung wird im Frühjahr 2020 zu einem Tag der offenen Tür eingeladen – dann allerdings nicht mehr ins Alters- und Spitexzentrum, sondern ins umbenannte «Gesundheits- und Kompetenzzentrum im Wil».
