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Mit dem Kamel am Weihnachtsmarkt

Mit dem «Winterzauber» in Seegräben wurde die Weihnachtsmarkt-Saison in der Region dieses Wochenende eröffnet. Das warme Wetter wollte zwar noch nicht so richtig zur Weihnachtszeit passen, dafür erwartete die Besucher in Seegräben eine exotische Attraktion.

Mit dem Kamel am Weihnachtsmarkt

Bis Heiligabend dauert es zwar noch gut einen Monat, doch in Seegräben herrscht bereits Weihnachtsstimmung. Am Wochenende ging hier einer der ersten Weihnachtsmärkte in der Region über die Bühne. Obwohl er erst zum neunten Mal stattfand, hat sich der Seegräbner Weihnachtsmarkt inzwischen gut etabliert und zieht jedes Jahr mehr Besucher an.

Offiziell heisst die Veranstaltung « Winterzauber Seegräben » , doch vom Winter ist an diesem Samstagnachmittag nicht viel zu spüren. Die Temperaturen sind moderat und die tief am Himmel stehende Herbstsonne taucht die Häuser in ein warmes Licht.

Etwas für jeden Geschmack

Als Besucher betritt man den Weihnachtsmarkt durch ein grosses Holztor, das den Eingang zur Dorfstrasse markiert. Von hier aus überblickt man die dicht bevölkerte Gasse bis zur Kirche hinauf. An den rund 80 Marktständen gibt es so ziemlich alles zu kaufen, was zur Weihnachtszeit gehört und sich als Geschenk eignen könnte: Kunsthandwerk in allen Variationen, Adventskränze, selbst gestrickte Wollmützen, Schals und Handschuhe sowie allerlei feine Delikatessen aus der Region.

Auch wer hungrig ist, hat die Qual der Wahl. Geht man den Ständen entlang, weht einem von allen Seiten der verlockende Geruch von warmem Essen entgegen. Die Auswahl ist gross: Es gibt Raclette, Steinpilzrisotto, Maroni, Kartoffelsuppe, Würste vom Grill, Fischknusperli, Käsespätzli und vieles mehr.

Ein Anlass fürs Gewerbe

Organisiert wird der Seegräbner Weihnachtsmarkt vom Gewerbeverein Aathal-Seegräben. Der Anlass ist darum auch eine Plattform für lokale Gewerbetreibende, die man sonst nicht unbedingt an einem Weihnachtsmärt erwarten würde. Einer davon ist der Land- und Forstbetrieb von Hans Glauser.

Er hat neben der Kirche sein « Märthüsli » aufgebaut, wie er es nennt. Fotos an den Wänden dokumentieren die Arbeit seiner Firma. Dazwischen sitzen ein paar Leute vor dampfenden Tassen an einer Festbank und plaudern. « Hier am Märt können wir den Kontakt zu unseren Kunden pflegen und ihnen ein kleines Dankeschön zurückgeben » , sagt Glauser.

Trampeltiere über dem PfäffikerseeSchlendert man weiter durch den Markt, kommt man zum Areal der Jucker-Farm, dem zweifellos prominentesten Betrieb der Gemeinde. Hier findet man die wohl spektakulärste Attraktion des Markts: das Kamelreiten.

Geduldig stehen die beiden pelzigen Tiere neben einem hölzernen Podium, während eine blonde Frau in orientalischer Kleidung einem Kind beim Aufsteigen hilft. Als der Junge sicher im Sattel sitzt, trottet das Tier gemächlich los. Geführt von einem Mann in Beduinen-Kleidung dreht es eine gemächliche Runde um den Festplatz.

Die exotischen Reittiere kommen vom Kamelhof Olmerswil aus Neukirch an der Thur im Kanton Thurgau. « Die kühlen Temperaturen machen den Tieren nichts aus » , erklärt Tierpflegerin Katherine Kreutzer, die auf dem Kamelhof arbeitet. « Die zweihöckrigen Kamele sind aus Zentralasien, wo es im Winter bis minus 35 Grad werden kann. Die Kamele mit nur einem Höcker stammen zwar aus wärmeren Gefilden, doch unsere Tiere sind in der Schweiz geboren und an das hiesige Klima gewöhnt. »

Glühwein oder Schnaps

Inzwischen steht die Sonne tiefer und die Schatten werden länger. Wer auf dem Rückweg durch den Markt kalte Finger bekommt, kann sich an einer der vielen Feuerschalen aufwärmen oder sich an der Gewerbler-Bar unterhalb der Kirche einen warmen Tee, Punsch oder Glühwein gönnen.

Jene, die es lieber etwas feuriger haben möchten, können beim Stand der Brennerei Kunz aus der Forch einen Schnaps degustieren. Felix Kunz hat gleich seine mobile Schnapsbrennerei an den Markt mitgenommen. Der alte Brennofen mit dem kupfernen Kessel steht auf einem speziellen Anhänger. « Damit gehen wir bei den Bauern vorbei, damit sie ihre Ernte verarbeiten können » , erklärt er und legt im Ofen unter dem Kessel ein Stück Holz nach. Momentan sei er aber nicht am Schnaps brennen. « Im Kessel befindet sich nur Wasser mit einer Kräutermischung » , sagt er und fügt schmunzelnd hinzu: « Ich heize den Ofen nur ein, damit ich nicht kalt habe. »

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