Severin Weilenmann hat ein Haus gebaut, oder vielmehr einen Tempel, für Kampfkunst, 18 Meter in der Diagonale, darüber Wohnräume, mit einem unglaublichen Blick über die sattgrüne Vegetation und am Morgen auf den Sonnenaufgang. Severin Weilenmann hat von diesem Gebäude geträumt, er ging aussen herum, sah die acht Ecken, ein Oktagon, und dann hat er es gezeichnet.
Der Ustermer hat viel geträumt in jener Zeit auf der philippinischen Insel Palawan. Und meistens hat er dabei nicht einmal geschlafen. Denn dort, in dieser besonderen, scheinbar der Welt entrückten Gemeinschaft, hat er gelernt, im Wachzustand zu träumen, tief in sein Innerstes zu reisen, wo die Dualität, Gut und Böse, Hell und Dunkel, nicht mehr existiert, fast wie in Trance, aber anders. Und irgendwann, da kam sie, die Erkenntnis. Er war angekommen. Und er verstand.
Die letzte verbliebene Angst
Jetzt ist Severin Weilenmann wieder zurück. Der 31-Jährige wohnt in Uster. In Wetzikon hat er sein Studio. Hier unterrichtet er Yoga, macht Thai-Yoga-Massage, bietet Innerdance an. Sich selbstständig zu machen, das war die letzte verbliebene, die grösste Angst, der er auf seiner Reise in sich selbst begegnet ist. Der musste er sich stellen.
Er liebt es zu lernen. Zu üben. Zu repetieren. Immer wieder. Sich durchzubeissen.

