Politik

Rosinli-Strasse ist saniert – aber wer übernimmt die Kosten?

Nach langem Hin und Her wurde die Strasse zum Aussichtspunkt Rosinli ob Adetswil letzten Monat saniert. Doch noch ist nicht klar, wer die Kosten dafür übernimmt. Die Landbesitzerin ist nicht bereit, alles alleine zu stemmen. Und schon wird über die nächste Sanierung nachgedacht.

Mathias Houdek auf der Rosinli-Strasse: Kürzlich wurde sie endlich saniert.

Christian Merz

Rosinli-Strasse ist saniert – aber wer übernimmt die Kosten?

Massive Schlaglöcher, Risse im Asphalt, manchmal notdürftig geflickt – die Strasse aufs Rosinli war zuletzt in einem üblen Zustand. «In einem unzumutbaren Zustand», sagt Rosinli-Pächter Mathias Houdek. «Wir hatten ständig Reklamationen von Gästen.» Immer weniger Leute seien mit dem Auto gekommen. Das habe man vor allem gemerkt, wenn es regnete. «Man musste um sein Auto bangen», sagt ein Besucher aus Adetswil.  

«Wir hatten ständig Reklamationen von Gästen»

Mathias Houdek, Rosinli-Pächter

Nun gleicht die Strasse aufs Rosinli einer Carrera-Bahn, wie Ursula Strickler, Besitzerin des Rosinlis, sagt. Sie bekomme viele positive Rückmeldungen. Auf etwa 35’000 Franken schätzt sie die Kosten für die Sanierung, die letzten Monat gemacht wurde. «Die Rechnung der Strassenbaufirma ist noch nicht gekommen», sagt sie.

Eine Rechnung, die sie nicht alleine bezahlen will. Es gebe über 30 Anstösser – also Leute, die Land besitzen, die an die Rosinlistrasse angrenzt. Zudem profitiere auch die Gemeinde vom Aussichtspunkt Rosinli. Deshalb müssten sie alle einen Anteil zahlen, findet Strickler.

Komplizierte Geschichte

Doch die Geschichte ist kompliziert, wie Daniel Meier, Präsident der Flurweggenossenschaft Rosinlistrasse erklärt. Diese Genossenschaft wurde von den Anstössern – vorwiegend Bauern – gegründet. Wann genau, kann Meier nicht mehr sagen. «Das ist sehr, sehr lange her.»

«Heute fahren sie mit Traktoren und Güllewägen auf dieser Strasse. Das ist natürlich eine schampare Belastung»

Ursula Strickler, Rosinli-Besitzerin

Der vorherige Besitzer des Rosinlis habe den Bauern dann in den 60er Jahren angeboten, dass er die Strasse mit einem teerartigen Belag versehe und für den Unterhalt auf eigene Rechnung aufkomme. Da diese Abmachung aber nicht im Grundbuch eingetragen war, konnte man sie auch nicht geltend machen, als Strickler das Land vor 40 Jahren kaufte.

Kosten von einer Million Franken

«Als man diese Abmachung traf, wurde vorwiegend mit Pferd und Kutsche aufs Rosinli gefahren», sagt Strickler. «Heute fahren sie mit Traktoren und Güllewägen auf dieser Strasse. Das ist natürlich eine schampare Belastung.» Und weil sie die Kosten nicht alleine tragen wollte, wurde eine Sanierung immer wieder hinausgeschoben.

Auch von der Flurweggenossenschaft Rosinlistrasse. «Wir haben mal eine Kostenschätzung machen lassen», sagt Präsident Meier. «Wenn man die Strasse wirklich wintertauglich machen wollte, würde das eine Million Franken kosten.»  

Die Pächter, die natürlich ein Interesse daran hatten, dass Gäste aufs Rosinli kommen, liessen die Schlaglöcher immer wieder notdürftig ausbessern, zuletzt vor eineinhalb Jahren. «In jedem Frühling hatten wir wieder neue Frostschäden», sagt Pächter Mathias Houdek. Doch irgendwann wurde der Leidensdruck so gross, dass Strickler eine Sanierung veranlasste.

«Wenn man die Strasse wirklich wintertauglich machen wollte, würde das eine Million Franken kosten»

Daniel Meier, Präsident Flurweggenossenschaft Rosinli-Strasse

Daniel Meier wird ihr bei den Verhandlungen mit Gemeinde und Anstössern um die Kostenaufteilung behilflich sein. Strickler ist zuversichtlich. «Die Anstösser sind nicht abgeneigt, etwas daran zu zahlen», sagt sie. «Aber zuerst müssen wir einmal die definitive Rechnung abwarten. Wir müssen ja wissen, was es genau kostet.»

«Von den Gästen bekommen wir durchs Band positive Reaktionen»

Mathias Houdek, Pächter Rosinli

Indes will sich die Flurweggenossenschaft Rosinlistrasse für eine langfristige Lösung einsetzen, eine, die auch wintertauglich ist. «Wir sind in der Pflicht, darauf hinzuwirken, dass es vorwärts geht», sagt Meier.

Bei den Pächtern ist man in erster Linie froh, dass überhaupt etwas passiert ist. «Auch von den Gästen bekommen wir durchs Band positive Reaktionen», sagt Mathias Houdek. «Sie sind froh, dass endlich etwas gemacht wurde.»

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