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Das Aus für den Uster-Kalender

Die Neuausrichtung kommt nicht zustande: Nach neun Ausgaben wird der Uster-Kalender eingestellt.

2017 erschien die letzte Ausgabe des Uster-Kalenders., Michael Köhler in seinem Arbeitszimmer. Der Ustermer erhielt 2012 den städtischen Kulturpreis.

Thomas Bacher

Das Aus für den Uster-Kalender

Ein historisches Bild aus Uster, daneben ein aktuelles Foto mit dem gleichen Motiv zum Vergleich, dazu ein erklärender Begleittext: Das ist das Grundkonzept, auf dem der Uster-Kalender basiert. 2009 erschien die erste Ausgabe.

Die Idee entstand, während der promovierte Historiker Michael Köhler im Auftrag der Stadt Uster das Fotoarchiv des Unternehmers Julius Gujer (1855 – 1940) sichtete und beschrieb – ein Schatz, den er auch der Ustermer Öffentlichkeit zeigen wollte. Die Kommunikationsfirma, für die er Teilzeit arbeitete, zog mit. Und der «Anzeiger von Uster»/«Zürcher Oberländer» unterstützte das Vorhaben mit einer Artikelserie, die auf dem gleichen Prinzip aufbaute.

Das Vorhaben versandete

Doch nach neun Ausgaben entschieden die Verantwortlichen 2017, den Uster-Kalender in der vorliegenden Form einzustellen. «Es war einfach nicht mehr möglich, genügend geeignete Fotografien aufzutreiben», sagt Köhler rückblickend. Das Problem zeigte sich nicht zum ersten Mal: Mit einem öffentlichen Aufruf hatte man bereits zu einem früheren Zeitpunkt versucht, dem Foto-Engpass beizukommen. «Wir haben auch gute Rückmeldungen erhalten», letztlich habe dies das Ende aber nur hinausgezögert.

«Es fehlte einfach die zündende Idee.»

Michael Köhler, Ustermer Historiker

Ursprünglich war geplant gewesen, den Kalender nach einem Jahr Pause mit einer neuen thematischen Ausrichtung wieder aufzulegen. Es gab Gespräche mit der Ustermer Standortförderin, Konzepte wurden entwickelt – doch letztlich sei das Vorhaben versandet. «Es fehlte einfach die zündende Idee», so Köhler. Also entschied man sich, den Kalender einzustellen.

Uster bleibt kalenderlos

Mit ein Grund war auch, dass der Kalender, der mit einer durchschnittlichen Auflage von 700 Stück erschien, zuletzt nicht mehr ausverkauft war. Abnehmer waren vor allem Firmen, die den Kalender als Kundengeschenk weitergaben. Auch die Stadt Uster, die die Herausgeber mit jährlich 10‘000 Franken unterstützte, übernahm jeweils 100 Exemplare.

Mit dem Aus für den Uster-Kalender steht die drittgrösste Stadt im Kanton also ohne eigenen Kalender da. Und das wird bis auf weiteres auch so bleiben. Gemäss Andreas Varga von der Ustermer Öffentlichkeitsarbeit plant die Stadt nicht, in Eigenregie einen Kalender rauszugeben.

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