Terxo schliesst Betrieb in Wetzikon
Es ist bereits die zweite Firmenschliessung innerhalb weniger Wochen in Wetzikon. Die an der Kastellstrasse in Kempten domizilierte Terxo begründet den Schritt damit, dass ihre Verschluss und Verpackungsprodukte immer mehr Nachahmer im Ausland gefunden hätten. Dies habe zu einer zunehmenden Konkurrenz und einem enorm hohen Preisdruck geführt. Weil über 90 Prozent des Umsatzes im Ausland erwirtschaftet wurde, seien die Transportkosten zu einem wichtigen Teil des Endpreises geworden.
Hohe anstehende Investitionen
Zusätzlich seien im Vergleich zum europäischen Ausland die Produktionskosten in der Schweiz ausserordentlich hoch. Als Einflussfaktoren nennt die Firma hohe Auflagen der Feuerpolizei, vorgezogene Energiegebühren und Lohnkosten. Zusätzlich belastet worden sei die Preissituation vom anhaltend starken Franken. Darüber hinaus stünden am Standort in Wetzikon hohe Investitionen an, die der laufende Betrieb nicht tragen könne. Gemäss Angaben auf der firmeneigenen Website erzielte Terxo einen Jahresumsatz in der Höhe von 13 bis 15 Millionen Franken.
«Ich bin mir bewusst, dass für unsere insgesamt 31 Mitarbeitenden jetzt eine sehr schwere Zeit beginnt», lässt sich CEO Markus J. Schellenberg in der Medienmitteilung zitieren. «Ich sehe es als meine unternehmerische und persönliche Pflicht, diesen Schritt so sozialverträglich wie möglich zu gestalten.»
Abgangsentschädigung für Mitarbeiter
Mit einem umfassenden Sozialplan sollen die Auswirkungen auf die Mitarbeitenden so gut wie möglich abgefedert werden. Dieser sei gemäss dem Unternehmen bereits im Rahmen des Konsultationsverfahrens unterbreitet worden und trete nun in Kraft.
Der Sozialplan umfasst unter anderem eine Abgangsentschädigung, die den meisten Mitarbeitenden zusätzlich zum Lohn während der Kündigungsfrist ausbezahlt werde. Diese richte sich nach Alter und Dienstjahren und könne bis zu acht Monatssaläre ausmachen. Darüber hinaus unterstütze und begleite die Personalabteilung die Betroffenen bei der Stellensuche.
Vergeblich nach Lösung gesucht
Die Verantwortlichen der Terxo beteuern, sie hätten alles unternommen, um das Fortbestehen des Unternehmens und den Erhalt der Arbeitsplätze zu sichern. Trotz intensiver Suche sei es jedoch nicht möglich gewesen, eine nachhaltige und zukunftsfähige Lösung zu finden. Dabei habe die Geschäftsleitung alle in Frage kommenden Finanzierungsformen und Kapitalgeber bis ins Detail geprüft – vom kompletten Verkauf bis hin zu einem Investor, der bereit gewesen wäre, in den Standort Schweiz zu investieren.
«Trotz monatelanger intensiver Arbeit haben wir keine tragfähige Lösung für das Fortbestehen in Wetzikon gefunden», sagt CEO Schellenberg. «Wir haben uns den Entscheid nicht leicht gemacht – und ich bedaure sehr, dass sich unser Betrieb in Wetzikon nicht mehr aufrechterhalten lässt.»
Für die 1997 gegründete Firma bedeutet die Betriebsschliessung das Aus. «Die Produktion in der Schweiz wird damit vollständig eingestellt, es wird auch nichts ins Ausland verlagert», sagt Franco Gullotti, Kommunikationsbeauftragter der Terxo AG. Man stelle allenfalls Kontakte her, damit Mitbewerber die Produktion für Terxo-Kunden übernehmen können. «Die Firma selbst wird aber nicht weiter existieren.»