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Das Zentrum von Brüttisellen wird verdichtet

Der Gemeinderat will das Gebiet Bruggwiesen in Brüttisellen bereit machen für eine Zentrumsüberbauung. Hierfür ist eine Revision der Bau- und Zonenordnung nötig. Das letzte Wort hat die Gemeindeversammlung.

Das ist die eine Hälfte des Gebiets, das von der Teilrevision betroffen ist; hinten rechts befindet sich das Gemeindehaus.

Thomas Bacher

Das Zentrum von Brüttisellen wird verdichtet

Brüttisellen wird städtischer, was gemäss dem kantonalen Richtplan vor allem durch eine Verdichtung im Zentrum geschehen soll. Betroffen davon ist etwa das Gebiet Bruggwiesen südlich und östlich des Oberstufenschulhauses. Das eine, zentral gelegene Stück Land zwischen der Zürichstrasse und der Stationsstrasse wird heute landwirtschaftlich genutzt und gehört dem Kanton Zürich. Das Eigentum des Grundstücks ist jedoch der Gemeinde vertraglich zugesichert. Das andere liegt zwischen der Haldenstrasse und der Stationsstrasse. Hier befinden sich das Gemeindehaus, eine überschaubare Parkanlage und kleine Wohnhäuser mit Miet- und Notwohnungen – alles im Besitz der Gemeinde.

Um dieses Gebiet zu entwickeln, ist in einem ersten Schritt eine Teilrevision der Bau- und Zonenordnung nötig. Diese beinhaltet eine Umzonung in die Zentrumszone Z4. Heute liegen die betroffenen Grundstücke in der Zone für öffentliche Bauten und teilweise in der Wohnzone W2. Künftig soll also dichter und höher gebaut werden können. Der Gemeinderat stellt sich in dem Gebiet eine Wohnüberbauung mit Gewerbenutzung sowie einen durchgehenden Grünraum entlang der Bruggwiesenstrasse vor.

Hochhäuser mit Sogwirkung

«Wir wollen im Zentrum nicht alles über den Haufen werfen», sagt Hochbau- und Planungsvorstand Marco Gamma (FDP). Vielmehr sei das Vorhaben Teil einer langfristigen Strategie und in dieser Form auch im Masterplan berücksichtigt, der seit zwei Jahren vorliegt. «Auch wenn die Stimmberechtigten am 25. September der Teilrevision zustimmen sollten, würden wir nicht gleich mit der Planung für eine Gebietsentwicklung beginnen», sagt Gamma.

«Letztlich können wir uns als Gemeinde nur beschränkt dagegen wehren.»

Marco Gamma (FDP), Hochbau- und Planungsvorstand von Wangen-Brüttisellen

Vielmehr gelte es, bereit zu sein, wenn weiter südlich zwischen der Autobahnaus-/einfahrt und der Stationsstrasse das Projekt Brüttiseller Tor realisiert wird. Dieses sieht ein neues Zentrum mit Hochhäusern zwischen 40 und 80 Metern vor, wofür die Stimmberechtigten im November an der Gemeindeversammlung die planungsrechtlichen Weichen stellen werden. «Wenn alles gut läuft, könnte die Überbauung in fünf Jahren stehen», sagt Gamma. «Wir gehen davon aus, dass das Brüttiseller Tor eine enorme Sogwirkung haben wird, das macht das Gebiet Bruggwiesen für Investoren natürlich sehr interessant.»

Mehr Steuereinahmen, aber…

Gamma betrachtet die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. «Einerseits gibt es ein Bevölkerungswachstum, die Leute wollen in die Agglomeration ziehen.» Und natürlich sei die Gemeinde auch interessiert an Wachstum und zusätzlichen Steuereinnahmen. Auf der anderen Seite könne er aber die Menschen verstehen, die Angst vor dem Verlust des dörflichen Charakters hätten.

«Letztlich können wir uns als Gemeinde nur beschränkt dagegen wehren.» Aus diesem Grund versuche man im Rahmen des Möglichen die negativen Begleiterscheinungen zu mindern. Der Verlust des Pärklis hinter dem Gemeindehaus etwa könne man mit einer neuen Begegnungszone ausgleichen, wie das im Leitbild angedacht sei. «Wir haben in Brüttisellen noch keinen Platz für einen Wochenmarkt», sagt Gamma. «Den könnten wir dann an einem solchen Ort abhalten, was für unsere Gemeinde sicher eine Aufwertung wäre.»

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