Der Sprung ins fast 30 Grad warme Nass
Viele Sonnentage und ein Mordshitze prägen den Sommer und dieser ist noch nicht zu Ende. Für die Badmeister in der Region gibt es nach wie vor viel zu tun. Auch Michael Müller, Badmeister in Hinwil, hatte kaum einen regnerischen Tag zum Verschnaufen. Darüber beschwert er sich freilich nicht: «Es ist ein Traumsommer. Alles läuft nach Drehbuch.» Über die Einnahmen könne er zwar noch keine Angaben machen, aber er schätzt, dass die erwarteten Besucherzahlen für die ganze Saison schon Ende Juli erreicht wurde. Damit die Besucher sich im Schwimmbecken auch angenehm abkühlen können, lässt Müller täglich Frischwasser ins Becken. «In dieser Saison musste ich mehr Wasser zuführen, damit die Wassertemperatur nicht zu hoch wurde. Rund zehn Prozent des Schwimmbeckeninhalts wird an heissen Tagen ausgewechselt, um die Idealbedingungen von 24 bis 25 Grad halten zu können.»
«Der Sommer 2018 wird der zweitbeste Sommer.»
Hansjürg Kunz, Badmeister Rüti
Ein anderes Problem, dass diesen Sommer in den Schwimmbädern immer augenfälliger wurde, betraf den Zustand der Liegewiese. Die Trockenheit «bräunte» die Wiese vielerorts. Bademeister Müller jedoch, wässerte seinen Rasen mit einer Sprinkleranlage ausreichend und so ist diese auch heute noch grün und kräftig. Zwischenfälle im Schwimmbecken habe es trotz des grossen Andrangs keine gegeben. Für Müller allerdings nichts Neues: «Ich bin seit 20 Jahren Badmeister und musste noch nie ins Wasser springen.» In Hinwil ist er seit acht Jahren als Badmeister tätig, vorher war er es in Rüti.
Warmes Wasser in Rüti
Dort arbeitete er zusammen mit Badmeister Hansjürg Kunz. Dieser ist schon 32 Saisons im Schwimmbad Rüti. «Der Sommer 2018 wird der zweitbeste Sommer. Ich rechne mit 64‘000 Besuchern bis Saisonende, nur 2003 hatten wir mehr.» Richtig erfrischend sei das Wasser nicht immer gewesen. 28 Grad sei keine Seltenheit gewesen und mit 30 Grad gar ein Rekord gefallen. «Rund 200‘000 Liter Wasser habe ich täglich ersetzt, dies hat allerdings höchstens eine Kühlung von zwei Grad Wasser bewirkt», sagt Kunz. Dass Rüti ein Chromstahlbecken habe, welches die Sonneneinstrahlung reflektiere, entschärfe die Situation ein wenig.
Der braune Rasen gehörte in seiner Badi bald genauso zum Alltag, wie die 1200 bis 1500 Personen, die täglich ein und ausgingen. «In anderen Jahren mit weniger schönem Wetter konzentrierte sich der Besucherandrang auf die einzelnen Sonnentage und stieg jeweils bis zu 3000 Personen, ebbte dann aber bei schlechteren Bedingungen wieder auf wenige Hundert ab.» Bis auf ein paar Schürfungen hätten sich keine Zwischenfälle in Rüti ereignet, sagt der Badmeister.
Pfäffiker Personal am Limit
Keine gravierenden Vorfälle gibt auch Colette Keller, Betriebsleiterin des Strandbads Baumen in Pfäffikon, an: «Eine Hirnerschütterung und eine ausgekugelte Schulter haben sich zwei beim Volleyballspielen zugezogen. Ansonsten mussten wir nur hin und wieder unbeaufsichtigte Kinder aus dem Wasser ziehen, die sich im See zu weit vom Ufer entfernt hatten.» Keller und ihr Team wurden diesen Sommer hart gefordert. Wegen der andauernden Schönwetterperiode musste Keller zusätzliche Aushilfe einstellen, um den Mitarbeitern freie Tage zu ermöglichen.
127‘000 Leute besuchten die Badi in Pfäffikon – jetzt schon ein Rekord, wie Keller erfreut sagt. Die Besucher fanden im 24 Grad kühlen Schwimmbecken eine angenehme Erfrischung. Dagegen bot der Pfäffikersee mit Höchsttemperaturen von 28 Grad keine grosse Abkühlung mehr. Stolz ist Keller hingegen auf ihren Rasen: Dank Sprinkleranlage konnte sie diesem in gutem Zustand halten. «Besucher haben gesagt, dass sei der einzige grüne Rasen in einer Badeanstalt, den sie diesen Sommer gesehen hätten», so Keller.
Höhere Einnahmen in Uster
Grün blieb dank Wässerung auch die Liegewiese in der Dorfbadi Uster, jedoch nicht die Spielwiese. Dafür konnten die Besucher dort als Neuerung ab dieser Saison Fussballtore, Slacklines und Hängematten gebrauchen. Auch in Uster wurde die Badi gut besucht, wie Beat Berger, Leiter Geschäftsfeld Sport, bestätigt. «Voraussichtlich sind die Einnahmen etwas höher als geplant.
Der bisherige Eindruck lässt vor allem im Juli auf höhere Besucherzahlen als im Vorjahr schliessen», so Berger. Mit Folgen für das Personal, das stärker belastet worden sei, durch die regelmässig hohen Besucherfrequenzen. Trotz des Andrangs habe es bis jetzt keine Unfälle gegeben. Ab August sei die Wassertemperatur höher als üblich gewesen. «In diesem Zeitraum musste die Zufuhr von kühlerem Frischwasser erhöht werden, um eine einwandfreie Wasserqualität gewährleisten zu können», sagt Berger.
