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Ein Geschäftsführer der langfristig denkt

Seit zwei Jahren führt Simon Leemann den Maxi Dorfladen in Winterberg, der dieses Jahr sein 25-jähriges Jubiläum feiert. Der Laden braucht nach wie vor mehr Kundschaft aus dem Dorf.

Seine Auswahl an italienischen Spezialitäten liegt Leemann besonders am Herzen., Der Dorfladen in Winterberg feiert sein 25-jähriges Jubiläum., Geschäftsführer Simon Leemann setzt auf Produkte aus der Region.

Nathalie Guinand

Ein Geschäftsführer der langfristig denkt

Der Maxi Dorfladen in Winterberg erinnert beim Betreten an eine Volg Filiale. Bei genauem Hinschauen erkennt man aber, dass der Laden von Geschäftsführer Simon Leemann mit einer persönlichen Note versehen ist. «Ich lege einen grossen Wert auf frische Produkte aus der Region», sagt Leemann. Diese bezieht er zum Teil auch vom nahegelegenen Strickhof. Besonders am Herzen liegt ihm seine Käsetheke und Auswahl an italienischen Spezialitäten und Getränken, die man nicht überall bekommt. «Ich denke es ist wichtig, dass man in einem kleinen Dorf wie Winterberg den Laden auch an die Leute anpasst.» 

So hält er es auch mit den Öffnungszeiten: «Mittwochnachmittags halte ich den Laden für die Kinder extra offen. Da haben sie frei und holen gerne mal ein Glace oder Süssigkeiten.»

Eigentlich kein Verkäufer

Der 37-jährige Geschäftsführer hat eigentlich keine Erfahrung im Detailhandel. «Ich bin gelernter Koch und hatte nie etwas mit dem Verkauf zu tun», sagt Leemann. Als er vor zwei Jahren auf das Inserat des Trägervereins stiess, konnte er von der Idee aber nicht ablassen. «Ich hatte gerade eine Stelle, die mir nicht so gefiel und meine Frau fand die Idee, etwas Eigenes aufzubauen und nach Winterberg zu ziehen, ebenfalls toll», sagt Leemann. Im April 2016 unterzeichnete Leemann mit Ursi Hebeisen vom Trägerverein Winterberg einen unbefristeten Pachtvertrag und Anfang Juli 2016 konnte er die Eröffnung feiern. «Es war für mich trotz der weniger Erfahrung von Beginn an ein gutes Gefühl, da sich der Trägerverein explizit nach einem Geschäftsführer mit Familie umsah.» In Winterberg ist die Familie Leemann mittlerweile sesshaft geworden.

«Es war für mich trotz der weniger Erfahrung von Beginn an ein gutes Gefühl, da sich der Trägerverein explizit nach einem Geschäftsführer mit Familie umsah.»

Simon Leemann, Geschäftsführer

Job und Privates ergänzen sich

Mit seiner Frau teilt er sein Privat- und Geschäftsleben. «Den Laden führen wir zusammen als Familie, wie es vom Trägerverein auch gewünscht war», so Leemann. Wenn er den Laden über den Mittag wie gewohnt um 12.15 Uhr schliesst, trifft sich die ganze Familie zuhause, bis Simon Leemann gegen 15 Uhr in den Laden zurückkehrt. «So habe ich noch etwas mehr von meiner Familie, denn die letzten zwei Jahre waren streng und wir hatten nie richtige Ferien.»

Abends schliesst der Laden dann jeweils um 18.30 Uhr. Lebensmittel die Simon Leemann nicht verkaufen konnte oder das Ablaufdatum bald erreichen, nimmt er meist nach Hause. «Der Laden ernährt uns ganz gut.»

Kontakt zu Winterberg ist da

Die Bindung zu Winterberg hat Simon Leemann schon lange gefunden. «Wenn man auf die Leute zu geht sind alle offen und so erinnern sie sich auch daran, dass es in Winterberg einen Dorfladen gibt», meint Leemann. Viele Einheimische würden anderswo arbeiten und kämen erst abends nach Hause. «Ich kann es gut verstehen, dass man im Alltagsstress nicht extra bei uns vorbeikommt.» Es sei aber schade, dass die meisten Einheimischen ihre Lebensmittel zum grössten Teil in Effretikon einkaufen. Zumal sich die Preise von Grossverteilern nicht erheblich unterscheiden und in der Kategorie eines Volgs liegen.

Für die Zukunft sieht Simon Leemann den Standort aber durchweg positiv: «Der Gestaltungsplan ist zwar noch nicht öffentlich, doch ich weiss, dass auf der Wiese hinter dem Laden bald gebaut wird.» Er spricht von 300 Wohnungen, die entstehen sollen, was einer Mieteranzahl von zirka 500 Personen entspricht. «Da kommt nochmals eine grosse Menge an potenziellen Kunden dazu», sagt Leemann. 

Jubiläum wird im Dorf gefeiert

Der Dorfladen Winterberg feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Geschäftsführer Leemann und der Trägerverein möchten diesen Anlass ausgiebig feiern und haben die Dorfbewohner bereits auf die kommende Feier hingewiesen: «Wir haben beschriftete Stoffsäcke in den Briefkästen verteilt und hoffen auf ein zahlreiches Erscheinen», sagt Simon Leemann. Am Freitag, 7. September, gibt es den ganzen Tag Gewinnspiele am Glücksrad. Ab 17 Uhr gibt es Grilladen und eine Weindegustation. Auch am Samstag, 8. September, geht das Fest ganztägig weiter. «Das Jubiläum soll ein kleines Fest für Winterberg werden und ich hoffe dabei auch auf neue Bekanntschaften im Dorf», sagt Leemann.

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