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Kopfschütteln über Aktion der Oberen Mühle

Die Betreiber des Kulturzentrums Obere Mühle wollen Dauerparker vor ihrem Areal mit Bussenandrohungen abschrecken. Stadtrat Martin Bäumle (GLP/GEU) kritisiert: Damit seien die Verantwortlichen weit übers Ziel hinausgeschossen.

Eines der improvisierten Parkverbotsschilder vor der Oberen Mühle.

Thomas Bacher

Kopfschütteln über Aktion der Oberen Mühle

Seitdem die Dübendorfer Sicherheitsabteilung den Dauerparkern in der Stadt mit einem neuen Parkplatzregime den Kampf angesagt hat, weichen die Autofahrer vermehrt auf die Parkflächen aus, welche noch nicht bewirtschaftet werden. Diese befinden sich bei den Sportanlagen, beim Freibad sowie der Oberen Mühle, die sich gleich neben der Badi befindet.

«Das wurde für uns zu einem grossen Problem», sagt Marco Wieser, der stellvertretende Leiter des Kulturzentrums. Pendler stellten ihre Fahrzeuge tagsüber auf den öffentlichen Parkplätzen ab, «und unsere Gäste können dann nicht mehr hier parkieren».  Aus diesem Grund sind seit Anfang Sommerferien ein Dutzend Parkfelder mit improvisierten Hinweisschildern für die Besucher der Oberen Mühle reserviert.

Ihre Absicht unterstreichen die Verantwortlichen des Kulturzentrums mit der Androhung einer «Umtriebsentschädigung» von 50 Franken. Doch ist die Obere Mühle überhaupt zu einer solchen Massnahme berechtigt? Marco Wieser kann dazu keine genaueren Angaben machen, und Zentrumsleiter Rolf Hiltebrand, der bei dieser Angelegenheit federführend ist, weilt in den Ferien. Wieser hält fest, die Schilder richteten sich nicht gegen die Besucher der benachbarten Badi. Ohnehin bestehe das Problem mit den Dauerparkierern während der Sommerferien nicht, weshalb man auch noch keine Umtriebsentschädigung eingefordert habe.

«Es war von zwei dezenten Tafeln die Rede»  

Zuständig für die Parkplätze vor den Sportanlagen ist die Abteilung Liegenschaften, welcher Stadtrat Martin Bäumle (GLP/GEU) vorsteht. Dieser ist erst einmal perplex, als ihn «Züriost» in den Ferien am Pool erreicht und zur Aktion befragt. Gemäss Bäumle hätten Gespräche mit den Verantwortlichen der Oberen Mühle stattgefunden. «Wir haben ihnen  zugestanden, darauf hinzuweisen, dass die Parkplätze vor der Oberen Mühle für die Gäste des Kulturzentrums und des Restaurants reserviert sind», sagt er. «Es war allerdings von ein bis zwei dezenten Tafeln die Rede und nicht von einer flächendeckenden Beplankung.» 

«Ich lasse sicher nicht Bussen verteilen»
Martin Bäumle (GLP/GEU), Stadtrat Dübendorf

Auch die angedrohte Umtriebsentschädigung löst bei Bäumle ein Kopfschütteln aus. «Das kann die Obere Mühle gar nicht veranlassen», betont er. «Das ist ein städtisches Grundstück, also wäre das Sache der zuständigen Abteilung der Stadt. Und ich lasse sicher nicht Bussen verteilen, weil jetzt in der Hochsaison Badigäste ihr Auto vor der Oberen Mühle abstellen.» Abgesehen davon sei er nicht sicher, ob das rechtlich überhaupt zulässig wäre, so Bäumle. «Wenn ich aus den Ferien zurück bin, werden wir das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen, damit wir am Ende die ursprünglich angedachte, dezente Lösung haben.»

Neues System soll Abhilfe schaffen

Bei aller Kritik am Vorgehen: Bäumle hat auch Verständnis für die Sorgen der Betreiber der Oberen Mühle. Tatsächlich sei der Druck auf die Parkplätze vor den Sportanlagen und dem Kulturzentrum  massiv gestiegen, seitdem die übrigen Parkplätze in Dübendorf bewirtschaftet werden. «Deshalb war geplant, dass wir auf den betreffenden Plätzen ebenfalls Gebühren erheben, womit das Problem ganz einfach aus der Welt geschafft werden könnte.»

Vorgesehen ist ein System, das auch digitale Bezahlmöglichkeiten bietet. «Eigentlich wollten wir das ab September als Pilotprojekt machen», sagt Bäumle, «doch weil nun auch die Abteilung Sicherheit mit den übrigen städtischen Parkplätzen Interesse angemeldet hat, wird sich alles ein wenig verzögern.» Er hoffe aber, dass man Anfang Jahr mit der Bewirtschaftung starten könne. «Und dann wird auch die Obere Mühle die Dauerparkierer los sein.»

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