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«Ein veritabler Reformstillstand greift in der Schweiz um sich»

Peter Grünenfelder, Direktor der Denkfabrik Avenir Suisse, sprach in seiner 1.-August-Rede in Fällanden nicht nur von der Zukunft, sondern besann sich auch auf vergangene Schweizer Errungenschaften. Dabei warnte er vor Abschottung.

Peter Grünenfelder, Direktor der Denkfabrik Avenir Suisse, sprach in seiner 1.-August-Rede in Fällanden auf der Schützenwiese. (Fotos: David Marti), Peter Grünenfelder, Direktor der Denkfabrik Avenir Suisse, sprach in seiner 1.-August-Rede in Fällanden auf der Schützenwiese. (Fotos: David Marti), Vize-Gemeinderatspräsidentin Brigit Frick (parteilos) stellte Peter Grünenfelder vor. (Foto. David Marti), Peter Grünenfelder, Direktor der Denkfabrik Avenir Suisse, sprach in seiner 1.-August-Rede in Fällanden auf der Schützenwiese. (Fotos: David Marti), Die Festlichkeiten wurden musikalisch bgeleitet. (Foto. David Marti)

«Ein veritabler Reformstillstand greift in der Schweiz um sich»

Wie bereits im Vorjahr fand auch heuer die Fällander 1.-August-Feier auf der Schützenwiese statt. Die traditionelle Rede hielt Peter Grünenfelder, Direktor der Denkfabrik Avenir Suisse. Und wie soll es auch anders sein für eine Institution, welche die Zukunft der Schweiz erforscht, setzte dessen Leiter «Hat die Schweiz Zukunft» als Thema seiner Rede. Jedoch liess Grünenfelder die Zukunft erstmal ruhen und ging weit in der Vergangenheit zurück, bis zur Entstehungsgeschichte der Schweiz.

Während 1291 als Geburtsdatum der alten Eidgenossenschaft noch mythisch umrankt sei, ordnete er das Jahr 1848 als Gründungsjahr der modernen Schweiz zu. «Seit 1848 hat der wirtschaftliche Erfolg der Schweiz rasant Fahrt aufgenommen», sagt Grünenfelder. Mittlerweile sei aber die multipolare Welt Realität und geostrategische Machtverschiebungen seien in Gange. Diese neue Weltordnung könne beängstigend sein und hierzulande Abwehrreflexe auslösen.

Schweizer Weg in die Zukunft

Mit Blick in die Zukunft nannte Grünenfelder drei Überzeugungen. Erstens gelte es typische schweizerische Errungenschaften in Zukunft zu erhalten. Dazu zählt der Direktor von Avenir Suisse: Den Föderalismus, die direkt Demokratie oder die offene Diskussion ohne Diskriminierung und Verunglimpfung von Andersdenkeden.

«Trotz der heute spürbaren Verunsicherung ist das Verharren im Altbekannten alleine der falsche Ansatz», nannte er als seine zweite Überzeugung. Drittens sei er überzeugt, dass die Schweiz sich verschärft mit dem Weg in die Zukunft beschäftigen muss, wenn sie den breit abgestützten Wohlstand bewahren wolle. Er bedauerte, dass momentan ein «veritabler Reformstillstand» um sich greife. «Überfällige Anpassungen im Bereich der Unternehmensbesteuerung oder der Altersvorsorge kommen nicht voran.» Er appellierte, dass der Ehrgeiz für Veränderungen nicht auf der Strecke bleibe.

Die Erfolgspfeiler des Landes

Unbedingt sei darauf achtzugeben, dass der Erfolgspfeiler des Schweizer Wohlstands, die wirtschaftliche Offenheit, nicht aus den Augen verloren gehe, so Grünenfelder. «Denn Abschottung, Ab-oder Ausgrenzung oder gar der Rückzug in Innere sind keine zukunftsfähigen Strategien für eine nachhaltige Wohlstandssicherung.» Auch in der aussenwirtschaftspolitischen Ausrichtung der Schweiz sah er einen Hang zum Stillstand. So sei die Verbesserung des Marktzugangs mit neuen Freihandelsabkommen kaum mehr möglich. Die Tendenz zum Status Quo trage der unternehmerischen Dynamik kaum Rechnung.

Zum Schluss seiner Rede stellte Peter Grünenfelder noch einen Bezug zur Präambel der Bundesverfassung, wo er Formulierungen wie «erneuern», «Errungeschaften» und «Verantwortung gegenüber künftigen Generationen» gefunden habe. «Davon sollten wir uns auch leiten lassen, bei der Diskussion darüber, welchen Weg die Schweiz in Zukunft gehen soll.»

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