Ein Hornissennest an der Balkontür
Was tun, wenn man ein Hornissennest vor der Balkontür hat? Esther Deborah Wasslowski aus Wetzikon war nicht erfreut, als sie die Riesenwespen plötzlich vor ihrer Küche herumschwirren sah. Sie fragte in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Wetzike, wänn …» nach und erhielt die Antwort, die Tiere seien keineswegs stechwütig und stürzten sich auch nicht auf Speisen. Zudem stünden sie unter Schutz.
Wasslowski dachte zunächst hin und her, überlegte sich, einen Kammerjäger zu rufen, entschied sich aber letztlich dagegen. «Ich habe eine sehr grosse Terrasse und viele Türen. So stören wir sie nicht.» Die betroffene Balkontüre lasse sie einfach geschlossen. Und abends lasse sie ein Licht brennen, damit die Hornissen nicht anderswo in die Wohnung kommen. «Ich will sie weder töten, noch kann man sie umsiedeln.»
Der Kot stinkt
Der Wetziker Kammerjäger Werner Broder ist der Ansicht, dass sie das Nest problemlos hängen lassen kann. Eine Umsiedlung sei in der Tat sehr schwierig, wenn das Nest nicht frei hänge. «Das Problem ist einfach, dass sich Kot von den Tieren ansammelt und der gottsjämmerlich stinkt. Das lupft di grad.»
«Sie kommen weniger an gedeckte Tische als Wespen.»
Werner Broder, Kammerjäger
Gefährlich seien die Tiere aber nicht. Für den Menschen sei ein Wespenstich nicht weniger gefährlich. Und ein Bienenstich eindeutig schmerzhafter – er wisse, wovon er spreche, zumal er selber Bienen habe. «Sie kommen auch weniger an gedeckte Tische als Wespen.»
Dennoch empfiehlt er der Wetzikerin, sich rasch bei ihm zu melden. «Ich habe viel Erfahrung mit solchen Nestern und kann beurteilen, was das beste Vorgehen ist», so Broder.
Im Winter kommt die Abdichtung
Wasslowski nimmt es gelassen mit den Hornissen. Sie sagt, das Nest störe sie für diesen Sommer nicht. «Und im Winter werde ich die Stelle dann abdichten, damit das nicht nochmals vorkommt.»
Broder erwidert, das sei nun wirklich nicht nötig. «Was viele nicht wissen: Im Herbst stirbt das gesamte Volk bis auf die jungen Königinnen, die jetzt dann erst gezeugt werden.» Danach sei das Nest verwaist. «Und die Hornissen nutzen nie dasselbe Nest zweimal. Am sichersten wäre die Frau also, wenn sie es einfach dort lassen würde.»