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Das Inspirationsobjekt für Trübsinnige

Seit 46 Jahren sollen sich «Trübsinnige» an ihr erfreuen. Einmal musste sich die Skulptur namens «Lebensfreude» wegen Umbauarbeiten einschalen lassen und bald steht ihr ein Umzug bevor.

Die Skulptur vor dem Geratrium in Pfäffikon. (Bild:Christian Merz), Seit 1972 steht die Statue mit dem Namen «Lebensfreude» neben dem Eingang des alten Kreisspitals. (Bild:Christian Merz)

Das Inspirationsobjekt für Trübsinnige

Die vier Meter hohe Skulptur «Lebensfreude» neben dem Eingang des Geratriums in Pfäffikon kann auf eine 46-jährige Geschichte zurückblicken. 1969 wollte die Geschäftsleitung des damaligen Kreisspitals Pfäffikon die Anlage verschönern. Nach den 1971 fertiggestellten Renovationsarbeiten beauftragte die damalige Kunstkommission den Bildhauer Franz Fischer (1900-1980) aus Oerlikon mit der Aufgabe, eine Skulptur anzufertigen, um die Rasenfläche vor dem Eingang zu schmücken. Drei Jahre später stand die vier Meter hohe Statue mit dem Namen «Lebensfreude» vor dem Geratrium in Pfäffikon. 

Enrico Caruso, der Direktor des Geratriums, meint: «Eigentlich haben wir uns nie mit der Geschichte der Statue beschäftigt. Das liegt alles lange vor unserer Zeit.» Fest stehe aber, dass sie dem Pflegezentrum noch lange erhalten bleiben soll. «Wir werden die Skulptur bald in unseren Garten versetzen. Dort erhält sie einen schöneren Platz.»  Aus dem Jahresbericht 1972 des Kreisspitals geht hervor: «Mögen viele mit trübem Sinn davon inspiriert werden.»

Ein Leben für die Bildhauerei

Da sich Franz Fischer nicht mehr persönlich zu seiner Skulptur vor dem Geratrium äussern kann, hilft ein Blick auf sein künstlerisches Schaffen, um eine Ahnung über seinen Antrieb zu bekommen. Einem Bericht der ETH Zürich kann man folgendes entnehmen: Fischers Motive sind der Mensch als Existenzfigur, als Portraitbüste oder im Gruppenzusammenhang seines sozialen Umfeldes. Er sei von einem elementaren Expressionsdrang getrieben gewesen, der als Faktor der Umorientierung überall durch seine Werke in Erscheinung tritt. Zudem sei bereits in seinen ersten Arbeiten zu Beginn der zwanziger Jahre zu erkennen, wie er im Protest zum Akademienaturalismus stand.

F ranz Fischer wurde 1900 als Sohn von Schweizer Eltern in Prag geboren. Ab 1916 besuchte er die Kunstgewerbeschule Zürich und schloss anschliessend seine Ausbildung als Bildhauer in Lugano ab. Im Jahr 1921 zog es den angehenden Künstler in eine Meisterklasse der Bildhauerei in Rom. Dort erwarb sich der junge Mann sein bildhauerisches Können, das neben seinem kritisch-rationalen Sinn für seine Laufbahn richtungsweisend sein würde.

Mit drei eidgenössischen Kunststipendien war es ihm möglich, von 1926 bis 1928 zusätzlich zwei Jahre an einer Kunstakademie in Paris zu studieren. 1936 liess sich Fischer mit der Bildhauerin Cornelia Forster in Zürich Oerlikon nieder, wo der grösste Teil seiner späteren Werke entstehen sollte.

Bekannteste Kunstwerke

  • «Der Geher» bei der Sportanlage Zürich Oerlikon (Goldmedaille an der Weltausstellung 1939 in New York)
  • «Liegende» im Zürcher Friedhof Enzenbühl (1934)
  • Kalkstein Reliefs für den Neubau der heutigen Credit Suisse am Paradeplatz (1959)
  • Ausstattung für die Zürcher Augustinerkirche (1959)
  • Bronzeportal für die Weltgesundheitsorganisation in Genf (1966)

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