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Politik

Eltern könnten den SVP-Nationalrat verklagen

Der Anwalt der Primarschule Dübendorf sagt: Mit der Veröffentlichung der Namen von zwölf Dübendorfer Schülern hat SVP-Nationalrat Andreas Glarner gegen die Persönlichkeitsrechte der Kinder verstossen. Eltern könnten ihn deswegen verklagen. Ungemach droht dem SVP-Hardliner auch «aus dem Volk»: Ein Petition fordert den Rücktritt des Politikers.

Nun ist klar: Die Namen der zwölf Dübendorfer Schüler aus dem Schulhaus Birchlen, welche SVP-Nationalrat Andreas Glarner am Sonntag auf Facebook veröffentlichte, stammen aus einem Klassenalarm. Das schreibt die Schulpflege am Dienstag in einer Stellungnahme. Diese Namensliste werde einem beschränkten Personenkreis der Schule und für einen klaren Zweck abgegeben – und nicht im Internet publiziert. Nach wie vor sei nicht bekannt, wie die Namen den Weg zu Andreas Glarner gefunden hätten.

«Gemäss Auskunft unseres Anwalts werden mit dem Facebook-Post die Persönlichkeitsrechte der Kinder die Persönlichkeitsrechte der Kinder verletzt und es wird gegen den Datenschutz verstossen», schreibt die Schulpflege. Dagegen könnten Eltern zivilrechtlich klagen, faktisch hätte der Politiker aber lediglich eine bescheidene Genugtuungszahlung zu befürchten. «Wir distanzieren uns in aller Form von den Aussagen und dem Vorgehen des Politikers und verurteilen die Veröffentlichung der Namen unserer Schülerinnen und Schüler für politische Zwecke», unterstreicht die Schule.

1136 Personen haben unterzeichnet

Die ganze Affäre begann letzte Woche, als Glarner auf Facebook publik machte, dass an der Abschlussfeier einer Jugendorganisation in einer kleinen Aargauer Gemeinde angeblich keine Cervelats auf den Grill gelegt werden dürften. Dies aus Rücksicht auf die muslimischen Kinder. Am Sonntag doppelte der SVP-Hardliner nach und veröffentliche auf Facebook eine Klassenliste mit zwölf Namen, von denen elf auf eine ausländische Herkunft schliessen lassen. Glarner schrieb, dass das einzige «Schweizer» Mädchen wohl keinen Cervelat mitbringen dürfe. Und er forderte: «Schweizer, wacht auf!»

«Nationalrat Andreas Glarner ist ausser seiner Cervelat nichts heilig.»

Benjamin Zumbühl, Campax-Aktivist

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