50 Einhörner für Dübendorf
Nächstes Jahr feiert der Verschönerungsverein (VVD) sein 100-jähriges Bestehen – und will aus diesem Anlass die Stadt an der Glatt mit Einhörnern, dem Dübendorfer Wappentier, bevölkern. «Schön wäre es, wenn wir 50 oder mehr Interessenten fänden, die ein Einhorn bemalen, bekleben oder sonst wie kreativ gestalten», sagt VVD-Präsidentin Barbara Sturzenegger. Vorbild ist die Stadt Zürich, die einst als Werbeaktion in den Sommermonaten Löwen, Kühe oder Teddys in der City platzierte (siehe Box).
Damit das Vorhaben in Dübendorf gelingt, ist das Organisationkomitee derzeit auf der Suche nach Unternehmen, Gewerblern, Institutionen oder auch Privatpersonen, welche die Idee mit einem Sponsoringpaket unterstützen. Ab 2500 Franken ist man mit dem Basispaket dabei und bekommt ein stattliches Polyester-Einhorn, eine beschriftete Plakette am Sockel der Plastik und einen Eintrag auf dem speziellen Stadtplan, der dereinst als Orientierungshilfe in der knapp sechs Monate dauernden Freilichtausstellung dienen soll.
Teuer, aber nicht einträglich
«Wir haben die Idee an der Mitgliederversammlung des Gewerbe-, Handels- und Industrievereins vorgestellt, und da haben wir durchaus Begeisterung gespürt», sagt Barbara Sturzenegger. Nach anfänglicher Zurückhaltung hat der Verschönerungsverein mittlerweile rund 30 Zusagen erhalten. Für die VVD-Präsidentin ist das ein Achtungserfolg.
Barbara Sturzenegger kann sich gut vorstellen, dass der Preis für die Einhorn-Rohlinge den einen oder anderen abschreckt. Diesbezüglich habe man allerdings auch keinen grossen Spielraum, da die Produktion sehr aufwändig sei. Der VVD jedenfalls verdiene an der Aktion keinen Franken – im Gegenteil.
Nun werde man noch gezielt die Geschäfte im Zentrum kontaktieren. Und auch die Aussenwachten sollen einbezogen werden, «damit die Leute nicht vergessen, dass Hermikon, Stettbach, Gockhausen oder das Gfenn ebenfalls zu Dübendorf gehören». Geplant sei ausserdem, dass am Ende jedes Schulhaus ein eigenes Einhorn habe. «Derzeit sind wir mit den Verantwortlichen im Gespräch», sagt Barbara Sturzenegger. Noch hat das OK Zeit, die Vernissage ist für den 11. Mai 2019 angesetzt.
Man kann sich draufsetzen
Entworfen hat das Einhorn der Dübendorfer Bildhauer Bruno Eggenberger, der bewusst eine abstrahierte Formgebung gewählt und auf Details verzichtet hat, wie er sagt. «Auf diese Weise sind die Leute freier in der Gestaltung.» Ein Nebeneffekt davon ist, dass die Einhörner robuster sind. Man kann sich sogar auf sie draufsetzen. Wobei sich Barbara Sturzenegger keine Illusionen macht: «Es gibt leider nichts, das 100-prozentig vandalensicher ist.»
Für den Fall, dass sich jemand die Gestaltung eines Einhorns selber nicht zutraut, vermittelt der VVD den Kontakt zu lokalen Künstlern, die den Job für einen Aufpreis übernehmen.
Weitere Information unter www.vvd.ch
Wie machten es die Zürcher?
1986 Jahre sorgte die Vereinigung Zürcher Bahnhofstrasse mit 400 bemalten Polyester-Löwen anlässlich der 2000-Jahr-Feier der Stadt Zürich erstmals für bunte Farbtupfer in der Innenstadt. Die City-Vereinigung griff die Idee 1998 auf und sorgte mit mehr als 800 individuell gestalteten Plastikkühen für grosse Aufmerksamkeit – und Naserümpfen bei einigen Kritikern, die sich über den fehlenden künstlerischen Anspruch beschwerten.
Doch der grossen Masse gefiel es. Die Aktion habe eine Million zusätzliche Gäste nach Zürich gelockt, hiess es damals. Auch die Versteigerung der Objekte war ein Erfolg, sie brachte rund 1,4 Millionen Franken ein, wovon ein Viertel für wohltätige Zwecke gespendet wurde. In den folgenden Jahren doppelte die City-Vereinigung mit Teddys, Bänkchen und Blumentöpfen nach.
Die Einhorn-Idee des Dübendorfer Verschönerungsvereins orientiert sich an den Zürcher Sommeraktionen. Für die Gestaltung verantwortlich waren ebenfalls die teilnehmenden Gewerbetreibenden und Unternehmen. Und wenn die Hilfe benötigten, boten auch in Zürich diverse Künstler ihre Dienste an. Ein Kuh-Rohling kostete aber etwa 5000 Franken.
Um die Schäden durch Vandalen zu beheben, wurde eigens ein Reparatur-Team aufgestellt. Dieses stand aufgrund der vielen Objekte im Stadtgebiet praktisch im Dauereinsatz. tba
