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Nachsitzen bei der Suche nach Lehrern

Der Lehrermangel ist auch bei den Oberländer Volksschulen seit einigen Jahren immer wieder ein Thema. Während man sich in Uster und Wetzikon eher entspannt gibt, kämpft Pfäffikon intensiv, um die letzten Lehrerstellen zu besetzen.

Für das Schulhaus Auslikon suchen die Pfäffiker Behörden noch eine Lehrperson. (Foto: Imre Mesterházy), Auch die Primarschule in Wetzikon sind noch Stellen offen. Im Bild ist das Schulhaus Feld zu sehen.(Foto: Christian Merz), Im neuen Ustermer Schulhaus Krämeracker sollten auf das kommende Schuljahr alle benötigten Lehrer anwesend sein. (Foto: Christian Merz)

Nachsitzen bei der Suche nach Lehrern

Nächste Woche beginnen für die Oberländer Schüler die Sommerferien. Damit die Volksschüler das nächste Schuljahr nicht ohne Lehrer absitzen müssen, werden noch Arbeitskräfte gesucht. Bei der Sekundarschule Uster sei noch eine Stelle offen, wie Sekundarschulpräsident Benno Scherrer sagt. «Ich bin überzeugt, dass zum Start des neuen Schuljahres alle Stellen besetzt sind.» Die Sekundarstufe habe kaum Wechsel zu verzeichnen gehabt und es bestehe kein Mangel an Lehrpersonen auf das neue Jahr.

«Es besteht ein Ungleichgewicht zwischen offenen Stellen und Personen mit der nötigen Ausbildung.»

Patricia Bernet, Primarschulpräsidentin Uster

Definitiv aufatmen kann Patricia Bernet, Primarschulpräsidentin von Uster: « Es sind alle Stellen besetzt. Bei einem Total von rund 200 Stellen ist das ein sehr gutes Resultat.» Allerdings seien für die Vakanzen auf der Kindergartenstufe und für die Schulische Heilpädagogik wenige Bewerbungen eingegangen, sagt Bernet. Damit zeigt sich in Uster ein Abbild der kantonalen Situation: In der schulischen Heilpädagogik besteht ein Lehrermangel und im Kindergarten ist die Situation angespannt, wie das kantonale Volkschulamt mitteilt. Diese Situation erklärt sich Bernet so: «Es besteht ein Ungleichgewicht zwischen offenen Stellen und Personen mit der nötigen Ausbildung. Die Situation der Lehrpersonen für den Kindergarten ist sehr unbefriedigend und muss kantonal, auf politischem Weg gelöst werden.»

«Meistens habe es an der Fachkompetenz der Bewerber gemangelt.»

Jürg Schuler, Schulpräsident Wetzikon

 

Wetziker Zuversicht

Die prekäre Situation in der Heilpädagogik beschäftigt auch den Wetziker Schulpräsident Jürg Schuler: «Bei der Primarschule sind in der Heilpädagogik und in der Logopädietherapie noch nicht alle Stellen besetzt. Obwohl auf diese Stellen immer wieder Bewerbungen eingehen, entsprachen die Kandidaten bis jetzt nicht unseren Vorstellungen.» Meistens habe es an der Fachkompetenz der Bewerber gemangelt, so Schuler. «Wir haben unsere Stelleninserate auch über die entsprechenden Berufsverbände verteilen lassen und sind zuversichtlich, dass wir die offenen Stellen mit geeigneten Personen noch besetzen können.» Falls es bis zum Beginn des neuen Schuljahres in den Wetziker Schulen doch noch ein Mangel an Fachkräften hat, weiss Schuler einen Ausweg: «Notfalls werden wir übergangsweise mit Stellvertretungen arbeiten, bis wir eine passende Person gefunden haben.»

«Der Lehrermangel wird sich in den kommenden Jahren auf allen Stufen weiter verschärfen.»

Hanspeter Hugentobler, Schulpräsident Pfäffikon

 

Schwierige Suche in Pfäffikon

Anders sieht die Situation in Pfäffikon aus. Dort seien erst in den letzten Tagen zwei Stellen in der Oberstufe und im Kindergarten besetzt worden, sagt Schulpräsident Hanspeter Hugentobler. Gesucht werden noch eine Lehrperson im Schulhaus Steinacker und eine in Auslikon. «Aufgrund des Mangels an Fachkräften ist die Stellenbesetzung heuer schwieriger als in früheren Jahren», sagt Hugentobler. Diese gestalte sich jedes Jahr unterschiedlich –  abhängig von Kündigungen, Pensionierungen sowie den zur Verfügung stehenden Ressourcen, welche die Gemeinde vom Kanton erhalte. «Allgemein spürt man aber schon, dass wegen der kantonsweit steigenden Schülerzahlen immer mehr Lehrpersonen gesucht werden. Gleichzeitig kommen nun die geburtenstarken Lehrpersonen-Jahrgänge ins Pensionierungsalter.» Der Lehrermangel werde sich daher in den kommenden Jahren auf allen Stufen weiter verschärfen, ist Hugentobler überzeugt.

Kantonal das gleiche Problem

Auf kantonaler Ebene waren Ende Juni noch 276 Lehrerstellen unbesetzt. Insbesondere in der Heilpädagogik werden noch Fachkräfte gesucht, wie aus einer Mitteilung des Kantonalen Volksschulamts hervorgeht. Die angespannte Situation begründet das Amt mit den zunehmenden Schülerzahlen und der schrittweisen früheren Einschulung, welche zur Bildung von zusätzlichen Schulklassen führe. Gemäss dem Volksschulamt wird sich dieses Problem wohl so schnell nicht entschärfen: «Die mittel- und längerfristigen Prognosen weisen wegen den deutlich steigenden Schülerzahlen auf einen künftigen Lehrermangel hin», heisst es in einem Schreiben der Behörde.

Pfäffikon sucht «intensiv»

Auch in Pfäffikon bleibt die Situation angespannt. «Wir suchen intensiv auf allen erfolgsversprechenden Kanälen – auf den besonderen Internetportalen für Lehrpersonen  genauso wie auch über direkte Weiterempfehlungen von Pfäffiker Lehrpersonen», sagt Hugentobler. Das Ziel sei es, sämtliche Stellen an der Schule Pfäffikon mit kompetenten Lehrpersonen zu besetzen. Ob das gelinge, könne er noch nicht sagen, es würden nach wie vor Bewerbungsgespräche geführt. Und falls das nicht gelingt? «Dann muss in den Klassen mit Vikariaten überbrückt werden, bis eine geeignete Person gefunden wurde», so Hugentobler.

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