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Von Fällanden auf die US-amerikanischen Bühnen

Die Fällanderin Alexandra Weber stand als Backgroundtänzerin für Künstler wie Queen Latifah und DMC auf der Bühne. Heute hat sie ihre eigene Tanzschule und unterrichtet dort Kinder.

Seit fünf Jahren betreibt Alexandra «Ally» Weber die «Brooklyn Dance School» in Fällanden. (Foto: Seraina Boner), Zuvor arbeitete sie während vier Jahren in den USA als Backgroundtänzerin. (Foto: Seraina Boner), Weber machte eine Tanzausbildung mit den Schwerpunkten Ballett, Contemporary und Hip-Hop. (Foto: Seraina Boner), Die Leidenschaft fürs Tanzen an die Kinder weiterzugeben, sei für sie etwas ganz Besonderes, sagt Weber. (Foto: Seraina Boner)

Von Fällanden auf die US-amerikanischen Bühnen

Mitten im Fällander Industriegebiet an der Schwerzenbachstrasse ist die «Brooklyn Dance School». Nicht nur der Name erinnert an das amerikanische Viertel. Eine Wand ist mit Graffiti besprayt, auf der gegenüberliegenden Seite hängt ein Bild des amerikanischen Rappers 50 Cent. Im Gegensatz zu Brooklyn, dem gleichnamigen Stadtteil der US-Metropole New York und nachdem das Tanzstudio benannt ist, stellt das ländliche Fällanden aber einen Kontrast dar. Für Alexandra «Ally» Weber, ist es jedoch eine Rückkehr zu ihren Wurzeln.

 
Seit fünf Jahren betreibt sie die Schule in Fällanden. Dort gibt sie ihr Wissen an rund 180 Schüler weiter. Das Tanzen bestimmte das Leben der 33-Jährigen schon immer. Mit vier Jahren hatte sie in Fällanden mit dem Tanzen begonnen. Eine Karriere als Tänzerin war bereits damals ihr Traum. Später machte sie eine Ausbildung mit den Schwerpunkten Ballett, Contemporary und Hip-Hop. «Meine Eltern wollten jedoch, dass ich zuerst die Schule abschliesse», sagt Weber. So absolvierte sie die Matur. «Eine Absicherung. Man weiss ja nie, ob man sich verletzt oder mit dem Tanzen das Leben bestreiten kann.»

Mehr Möglichkeiten in Amerika

Nachdem sie die Matur abgeschlossen hatte, ging Weber 2004 für ein Jahr in die USA, wo sie sich mehr Möglichkeiten auf eine Anstellung als Tänzerin erhoffte. «Damals war das Hip-Hop-Tanzen in der Schweiz noch nicht gross anerkannt.»

In New York studierte sie an der «Broadway Dance School». «Der Beginn war nicht einfach. Als 20-Jährige aus Fällanden in einer solch grossen Stadt», so Weber. Die ersten Wochen habe sie in einem kleinen Zimmer in einer Frauenresidenz in Manhattan gelebt. Nach einiger Zeit zog sie jedoch in eine Wohngemeinschaft nach Brooklyn um. Dort lebte sie mit zwei weiteren Tänzern und einer Sängerin zusammen. «Wir teilten uns zu viert eine Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung», so Weber. Das Leben in der WG sei ein wenig chaotisch gewesen. «Es kam öfters vor, dass um drei Uhr morgens noch gesteppt oder gesungen wurde. Das ist in New York nichts Aussergewöhnliches, da ist immer etwas los.»

Tanzen für Queen Latifah

Ein knappes Jahr studierte Weber an der «Broadway Dance School». Eines Tages sei sie jedoch von einem Talentscout angesprochen worden. Durch dessen Kontakte wurde sie an mehrere Agenturen vermittelt und von verschiedenen Choreografen engagiert. Danach arbeitete sie als Backgroundtänzerin für bekannte Künstler wie Queen Latifah oder den Rapper DMC von der ehemaligen Hip-Hop-Band Run DMC. «Es war eine anstrengende Zeit. Wir hatten täglich Shows. Dazu kamen dann noch Proben und Training», so Weber. Trotzdem blickt sie gerne zurück. Am liebsten habe sie mit DMC zusammengearbeitet. «Er hatte keine Starallüren und bewegte sich unauffällig unter den Leuten.»

Aus einem Jahr Amerika wurden schliesslich ganze vier. «Ich lebte meinen Traum. Es war aber auch viel Arbeit.» Nach vier Jahren sei ihr Visum dann ausgelaufen. Und weil Weber von der anstrengenden Arbeit und dem unregelmässigen Leben ermüdet war, entschloss sie sich für eine Rückkehr in die Schweiz. «Ich hatte das Gefühl, dass ich in Amerika meine persönlichen Ziele erreicht hatte.»

Zurück zu den Wurzeln

In der Schweiz arbeitete sie eine Zeit lang in der Arena 225 in Zürich und half Tänzern beim letzten Sprung ins Profigeschäft. «Irgendwann belastete mich aber der Konkurrenzkampf, der im Tanz-Business herrscht», so Weber. Deshalb habe sie in Fällanden begonnen, Tanzunterricht für Kinder zu geben. 

Zuerst zwei Jahre lang im Untergeschosse des Kindergartens Wigarten. Nachdem das Angebot gut ankam, musste sie sich nach einem grösseren Studio umsehen. Fündig wurde sie in einem Gewerbehaus der ehemaligen Fällander-Glasfabrik an der Schwerzenbachstrasse. Dort unterrichtet sie seither zwischen Montag und Freitag Kinder und Erwachsene in den verschiedensten Tanzrichtungen. «Von Ballett bis hin zum Hip-Hop. Hier kann ich endlich das weitergeben, was ich gelernt habe», so Weber. 

Die Leidenschaft fürs Tanzen an die Kinder weiterzugeben, sei für sie etwas ganz Besonderes. «Als Tänzerin wollte ich jeweils die Zuschauer mitreissen und bei ihnen Gefühle auslösen.» Ähnlich sei es bei der Arbeit mit den Kindern. Es gebe nichts Schöneres, als wenn sie mit ihren Schülern einen Auftritt habe und am Ende der Show bei den Eltern im Publikum ein paar Freudetränen sehe. «Dann wissen wir alle, meine Schüler, Mithelfer und ich, dass sich die harte Arbeit ausgezahlt hat.»

Dance Show 2018
Am Sonntag, 8. Juli, findet die «Brooklyn Dance Show 2018» in der Zwicky-Fabrik statt. Dabei tanzen die rund 170 Schüler der «Brooklyn Dance School» ihre einstudierten Choreografien in fünf Aufführungen. «Rund ein halbes Jahr im Voraus beginnen wir jeweils mit der Planung, der Choreografien sowie den Kostümen und den Bühnenbildern», sagt Schulleiterin Alexandra Weber. Das diesjährige Motto seien Wasserwelt und New York. Tickets kosten für Erwachsene 15 Franken und für Kinder ab sechs Jahren zehn Franken. Sie können direkt in der Tanzschule an der Schwerzenbachstrasse 43 in Fällanden gekauft werden. Weitere Informationen auf der Website www.allys-production.ch.

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