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Neue Buslinie, neuer Radweg – altes Unverständnis

Mit zwei Anfragen zur Ustermer Verkehrsplanung hat sich Gemeinderat Paul Stopper (BPU) an den Stadtrat gewendet. Dessen Antworten befriedigen ihn nicht. In einem Fall zieht er gar eine Beschwerde an den Bezirksrat in Erwägung.

Bei der Busverbindung zum Hallenbad Buchholz in Uster gibt es jetzt noch einen Fussmarsch zu bewältigen. (Archivfoto: Christian Merz), Zurzeit ist der Weg noch mit der Buslinie 812 erschlossen. Diese soll auf den Fahrplanwechsel Ende 2019 verkürzt werden und mit der neuen Linie 818 ergänzt werden. (Archivfoto: Nicolas Zonvi), Gemeinderat Paul Stopper (BPU) kann sich vorstellen, mit einer Stimmrechtsbeschwerde die vorgesehene Linienführung noch einmal auf den Tisch zu bringen. (Foto: PD)

Neue Buslinie, neuer Radweg – altes Unverständnis

ÖV-Nutzer, die im 50-Meter-Olympiabecken des Hallenbads Buchholz ihre Längen ziehen wollen, müssen sich heute noch mit einem längeren Fussmarsch von bis zu acht Minuten auseinandersetzen. So fährt beispielsweise der Bus 812 nur bis zu den Stationen «Reithalle» oder «Himmelriich». Dieses «Warm-up» wird den Besuchern erst zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 erspart. Dann soll die neue Haltestelle Buchholz mit der neuen Buslinie 818 bedient werden (siehe Box).

Gibt’s eine Stimmrechtsbeschwerde?

Doch die neue Buslinie war sowohl bei einer Gruppe von Anwohnern des Weidli-Quartiers als auch bei Gemeinderat Paul Stopper (BPU) umstritten. Besonders ärgert Stopper, dass der Stadtrat den Kreditantrag im Rahmen des Globalbudgets behandelt habe. «Dadurch, dass der Kredit mit dem Globalbudget behandelt wurde, war es der Bevölkerung nicht möglich, das Referendum zu ergreifen. Ich überlege mir deshalb eine Stimmrechtsbeschwerde beim Bezirksrat», so Stopper. Die Gutheissung eines solchen Urteils gäbe den Anwohnern die Chance, das Referendum zu ergreifen.

Der Stadtrat sieht in seinem Antwortschreiben keine formalen Fehler. Er beruft sich auf die Geschäftsordnung des Gemeinderats und einen Paragraphen zum Personenverkehrsgesetz, das die Gemeinden berechtigt, Linienergänzungen zum Verbundtarif einzuführen und Fahrplanverdichtungen vorzunehmen.

«Gefährlich» für Radfahrer

Eine andere Anfrage von Stopper betrifft den Verkehr entlang der Freudwilerstrasse. Der BPU-Gemeinderat will diese für den allgemeinen Fahrverkehr Verkehr – ausgenommen der Bewohner von Freudwil – schliessen lassen und dort eine «kostengünstige Lösung für einen sicheren Radverkehr» haben. «Es ist unbestritten, dass die Situation für die Radfahrer auf der Freudwilerstrasse gefährlich und ungemütlich ist, insbesondere wegen den Lastwagen», schreibt Stopper in seiner Anfrage. Der «Umweg» von Uster nach Freudwil via Wermatswil – Chammerholzstrasse sei zumutbar. Deshalb will er vom Stadtrat wissen, ob dieser bereits eine Lösung in seinem Sinne geprüft habe.

In seiner Antwort verweist der Stadtrat auf ein Postulat von 2009, als ebenfalls über eine Schliessung der Freudwilerstrasse diskutiert worden sei. Die Idee sei verworfen worden. «Eine Sperrung führe zu einer Verlagerung des Verkehrs. Zudem erzeuge eine geringere Verkehrsmenge noch keine Sicherheit für den Langsamverkehr», schreibt der Stadtrat.

Stopper wundert sich, dass der Stadtrat in seiner Antwort auf eine Diskussion zurückgreift, die sich 2009 abspielte. «Die Welt hat sich seit 2009 verändert», sagt er.

Die «Geburt» einer neuen Buslinie

Wegen regelmässigen Verspätungen überlegten sich die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) mit der Verkürzung der Buslinie 812 die zwei Haltestellen «Weidli» und «Himmelriich» im Hegetsberg-Quartier auf den Fahrplanwechsel 2019 zu streichen. Doch eine Leistungsmotion von Ursula Räuftlin führte dazu, dass diese Haltestellen beibehalten werden konnten – wenn auch mit einer Reduzierung der Busfrequenz. Die neue Linie 818 fährt das Weidli» und «Himmelriich» und die neue Haltestelle Buchholz mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 im Halbstundentakt an. Dafür wird die Linie 812 um die eben genannten Haltestellen verkürzt. Der Gemeinderat hat Ende 2017 einem Kredit über 150 000 Franken für bauliche Massnahmen und einem Bruttokredit über 1 440 000 Franken für einen Versuchsbetrieb für zwei Jahre zugestimmt. Opposition gegen die Veränderung kam von Bewohnern des Weidli-Quartiers. Diese reichten anfangs Jahr eine Petition beim Stadtrat ein.

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