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Politik

Nachfahre der Streiff-Dynastie zeigt die Vergangenheit

Wenn Häuser sprechen könnten, wäre die alte Fabrik in Aathal wohl eines der Gebäude, das am meisten zu erzählen hätte. Das alte Spinnereigebäude war einst ein Heim für ledige Frauen. Der Enkel des einstigen Besitzers hat nun ein Buch über die Geschichte des Areals geschrieben.

Zwischen 1822 und 1827 erbaute  Johann Jakob Schellenberg ein vierstöckiges Fabrikgebäude auf den Grundmauern einer alten Mühle in Aathal. Genutzt wurde das Gebäude als Spinnerei, bis es 1853 abbrannte und wieder aufgebaut werden musste.

Ein paar Jahre später, um 1862, liess sich die Unternehmerfamilie Schellenberg eine Villa auf dem Areal bauen. Das Gebäude steht heute noch. Es ist das Elternhaus und Zuhause des Buchautors David Streiff - dem Verfasser des Buchs «Das Mädchenheim in Aathal». Das kürzlich erschienene Buch schrieb David Streiff aus eigenem Antrieb und auf Drängen von vielen Freunden, die persönlich manche Geschichten im alten Mädchenheim miterlebten. Die unzähligen Anekdoten und Erlebnisse wollte David Streiff unbedingt schriftlich festhalten.

1917 hat dessen Grossvater, Fritz Streiff-Mettler, das ganze Grundstück erworben. Dieser übernahm die Spinnerei bereits im Jahr 1901 und kaufte mit der «Schellenbergi» und den dazugehörigen Ländereien, den ganzen Talabschnitt von Aathal-Seegräben. Dadurch konnte der Unternehmer die ganze Wasserkraft des Aabachs zwischen Wetzikon und Uster für seine Spinnerei nutzen, die ihre Kraft durch Turbinen gewann. Später kam zusätzlich eine Dampfmaschine dazu.

Spinnerei wird zum Heim

Fünf Jahre vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Baumwolle knapp, was zu einer geringeren Produktion führte. Bei Abzeichnung des Kriegsendes stieg die Produktion hingegen wieder an, weshalb sich nach kurzer Zeit ein Personalmangel abzeichnete. So warb man Arbeitskräfte aus Österreich und Italien an, wo die Industrie aufgrund des Krieges zum Stillstand kam.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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