Politik

Seit 45 Jahren lehrt sie Sicherheit im Wasser

Vor 45 Jahren gründete Ursula Bohn die erste private Schwimmschule in der Region. Am Samstag, 30. Juni, feiert sie auf der Gemeindewiese in Neftenbach das Jubiläum.

Ursula Bohn hofft auch zahlreiche Besucher an ihrem Jubiläumsfest in Neftenbach. (Foto: Elena Willi), Bei Ursula Bohn müssen auch die Schwimmlehrerinnen ins Wasser. Sie selbst geht als gutes Vorbild voran. (Foto: PD.)

Seit 45 Jahren lehrt sie Sicherheit im Wasser

Seit 1973 fördert und schult die Neftenbacherin Ursula Bohn in ihrer Schwimmschule bereits die Kleinsten. Vor 45 Jahren war ihr Unterricht der erste seiner Art. «Ich war anfangs die einzige, die private Schwimmlektionen angeboten hat», erzählt die heute 72-Jährige. In den vier Hallenbädern Elgg, Geiselweid, Michaelschule und Brühlgut bietet sie den Unterricht an.

In die Wiege gelegt

Bereits die Mutter von Ursula Bohn gab in ihrer Freizeit Schwimmtipps. «Ich erinnere mich daran, wie sie den Kindern im Freibad Übungen gezeigt hat.» Schon ihrer Mutter war es ein Anliegen, den Kindern früh das Schwimmen beizubringen. Ursula Bohn wurde die Leidenschaft fürs Wasser also in die Wiege gelegt. «Als Kind war ich bei diesen kleinen Unterrichtseinheiten auch immer dabei», erinnert sie sich.

Wasser sei ihr Element. Auch heute gehe die Pensionierte noch leidenschaftlich gerne Schwimmen. «Am 4. Juli soll in Zürich die Seeüberquerung stattfinden. Da werde ich auch teilnehmen», verrät sie. Nach getaner Arbeit schwimme sie häufig noch einen Kilometer. «Ich schwimme die ganze Strecke mit  Rückencrawl, weil es schonender ist.» Überhaupt sei Schwimmen ein Sport fürs Leben.  «Man kann schon als Baby damit beginnen und bis ins hohe Alter weitermachen», schwärmt Ursula Bohn von ihrer Passion.

Der frühe Vogel fängt den wurm

Eines ihrer wichtigsten Anliegen sei es, dass die Kinder früh Schwimmen lernen. «Früher hatte man erst ab der 4. Klasse Schwimmunterricht. Das ist viel zu spät», findet die erfahrene Schwimmlehrerin. Schon im Säuglingsalter sollte man damit beginnen, mit den Kindern ins Wasser zu gehen. «Darum habe ich von Anfang an Babykurse angeboten.»

Ab fünf Monaten mache es Sinn, mit dem Kind den Schwimmunterricht zu besuchen. Von da an seien die Kinder ansprechbar und können auch schon den Kopf selbst halten. «Das Schwimmen beginnt mit der richtigen Atemtechnik», meint Ursula Bohn. Bei den Baby’s gehe es darum, die vorhandenen Reflexe zu nutzen und für das Tauchen anzuwenden.

Schwimmhilfen sind überflüssig

Wasserspielzeuge gibt es in der Schwimmschule von Ursula Bohn selten. «Flügeli, Brättli und Ringe sind eher hinderlich und helfen beim Schwimmen lernen überhaupt nichts», findet die Unternehmerin. «Wenn ich mit einem Kind ins Wasser gehe, dann brauche ich keine weiteren Utensilien.»

Die Sicherheit der Schwimmhilfen sollten eigentlich die Erwachsenen bieten. «Es ist am besten, wenn die Eltern mit den Kindern ins Wasser gehen.» Auch Unterricht vom Beckenrand wird bei ihr nicht geduldet. «Alle meine Schwimmlehrerinnen gehen mit den Kindern ins Wasser.» Sonst mache der Unterricht keinen Sinn. «Nur so können wir die Sicherheit vermitteln, welche die Kinder verinnerlichen sollen», erklärt die Neftenbacher Schwimmerin.

Stets mit der Zeit gegangen

Ihre Erfahrung hat sie aus den 45 Jahren, in denen sie ihre Schule betreibt. Während dieser Zeit habe sich einiges verändert.  «Vor allem die Büroarbeit ist eine andere geworden», meint Ursula Bohn mit einem Schmunzeln. Sie erinnere sich noch an die Zeiten der Schreibmaschine. «Das alles wäre heute mit rund 1000 Schülern gar nicht mehr zu bewältigen», sagt sie.

Auch die Gesellschaft habe sich gewandelt, findet die Schwimmlehrerin: «Heute sind bei vielen Familien beide Elternteile berufstätig.» Ihnen sei es häufig wichtig, dass alle ihre Kinder zur gleichen Zeit die Schwimmkurse besuchen können. «Wir sind sehr bemüht darum, dass Geschwister gleichzeitig unterrichtet werden.»

Während der gesamten Zeit habe sich Ursula Bohn den Veränderungen angepasst und sei mit der Zeit gegangen. «Darum vergesse ich auch immer wieder wie alt ich bin», scherzt sie. Ihr Team sei ebenfalls jünger geworden, das färbe auch auf die 72-Jährige ab.

«Ich wünsche mir eine Chefin»

Mit ihren Mitarbeitern und vielen Gästen möchte sie am Samstag, 30. Juni, ab 13.30 Uhr das 45-Jahr-Jubiläumsfest feiern. Dieses findet auf der Gemeindewiese in Neftenbach statt. Zum Geburtstag ihrer Schwimmschule erhofft sich die Gründerin vor allem eines: «Ich wünsche mir, bald als Chefin abgelöst zu werden.» Es sei das Ziel, dass sie bis August 2019 immer mehr ihrer Aufgaben abgibt und nur noch als Beraterin auf Abruf bereit steht.

Bereits jetzt gibt die Pensionierte selbst keinen Unterricht mehr. Ihre Aufgaben seien vor allem administrativer Art. Der Name und das Logo der Schwimmschule sollen in Zukunft bestehen bleiben. «Beides ist weitum bekannt.»

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