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Mal-Zeit oder Mahlzeit in der Villa am Aabach?

Die Nutzung der Villa am Aabach war in den vergangenen Jahren immer wie Gegenstand politischer Diskussionen. Die jüngste Anfrage von Gemeinderat Marius Weder (SP) knüpft daran an. Weder möchte dort mehr Kultur, sein Gemeinderatskollege mehr Gastronomie.

Vorerst bestimmen weiterhin die Mietanfragen über das Programm in der Ustermer Villa am Aabach (Foto: Nicolas Zonvi)

Mal-Zeit oder Mahlzeit in der Villa am Aabach?

Zweimal konnte das Ustermer Stimmvolk zur Villa am Aabach abstimmen: Einmal sollte sie in eine Stiftung überführt werden, das andere Mal sollte das Gebäude für eine städtische Kunstgalerie herhalten. Beide Male wollte der Souverän nichts von den Plänen der Stadt wissen. Es blieben die Unklarheiten, wie es mit der Nutzung der Villa weitergehen sollte.

«Das Thema war lange im Dornröschenschlaf.»

Marius Weder, Gemeinderat (SP)

Diese Ungewissheit ist bis heute geblieben. So wollte jüngst Gemeinderat Marius Weder (SP) mit seiner Anfrage vom Stadtrat Klärung zur künftigen Nutzung, insbesondere im kulturellen Bereich. «Das Thema war lange im Dornröschenschlaf.

Villa keine Kulturanlaufstelle

Die Zeit war reif für eine neuerliche Diskussion. Von Zwängerei kann aber nicht gesprochen werden.», sagt Weder. Denn es gehe nicht darum, die Geschichte eins zu eins zu wiederholen – der Abstimmungsentscheid werde akzeptiert.

«Die Ustermer Kultur gehört ins Zeughaus.»

Markus Ehrensperger, Gemeinderat (SVP)

Weder amtete zwar während den Abstimmungen von 2007 und 2008 noch nicht im Ustermer Parlament, dennoch gab ihm gerade die letzte Abstimmung von 2008 zu denken. Bei dieser hatte das Stimmvolk über einen Kredit von 900‘000 Franken für das Konzept einer Kunstgalerie zu entscheiden, was 63 Prozent der Bevölkerung ablehnte.

Der damalige Gemeinderat Werner Egli (SVP) kämpfte gegen die seiner Meinung nach «ausschliesslich über Steuergelder finanzierte Kultur». Auch der heutige SVP-Gemeinderat Markus Ehrensperger will, dass der Abstimmungsentscheid mitgetragen wird. «Eine erneute Diskussion, um die Nutzung der Villa als Kulturanlaufstelle, halte ich nicht für richtig. Die Ustermer Kultur gehört ins Zeughaus.»

 «Mir wäre es lieber, wenn in der Villa möglichst viele Kulturschaffende ein- und ausgehen.»

Marius Weder, Gemeinderat (SP)

Die Stadt, die die Villa vermietet, bekräftigt in ihrer Antwort zwar den aus «kulturpolitischer Sicht wertvollen Veranstaltungsort», den das Haus inne habe, sagt aber auch, dass sie kulturelle Anlässe nicht aktiv fördere. Das Programm ergebe sich aus den Mietanfragen der Interessierten und daraus entstehe ein Nutzungsmix: Ausstellungen, Kurse aber auch Geburtstagsfeste sollen dort stattfinden.

Kosten nicht übertreiben

Das gefällt Markus Ehrensperger: «Die Villa gehört der Stadt und soll für alle offenstehen.» Weder hat andere Prioritäten. Er störe sich an den Veranstaltungen abseits der Kultur nicht, sagt aber: «Mir wäre es lieber, wenn in der Villa möglichst viele Kulturschaffende ein- und ausgehen. Je mehr desto besser.» Insgesamt seien 50 Prozent der vermieteten Tage von 2013 bis 2017 durch kulturelle Anlässe besetzt gewesen, schreibt die Stadt in ihrer Antwort.  

Zudem will sie das denkmalgeschützte Gebäude, das aus dem Jahr 1931 stammt, in Etappen sanieren. Eine erste Innensanierung hat 2016 bis 2017 stattgefunden. Mit der nächsten Etappe sollen noch in diesem Jahr die WC-Anlagen im Erd- und Obergeschoss saniert werden, worauf die Auslastung von 64 auf 79 Personen gesteigert wird. 2020 bis 2021 sollen dann die Fassade gestrichen, das Dach neu gedeckt und die Geländer erhöht werden. Bis jetzt wurde für die erste Etappe der Sanierung ein Kredit von 800‘000 Franken gesprochen.

«Eine Parkbeiz wäre interessant, aber wegen des Denkmalschutzes schwierig umzusetzen.»

Markus Ehrensperger, Gemeinderat (SVP)

Was die weiteren Kosten betreffen, tritt Ehrensperger auf die Bremsen: «Man soll nicht übertreiben und Millionenbeträge sprechen, die Villa soll als Zwischennutzung für kulturelle Veranstaltungen fungieren und das Zeughaus erste Wahl bleiben.»

Er könne sich die Villa im Verbund mit dem Park auch in gastronomischer Nutzung vorstellen. «Eine Parkbeiz wäre interessant, aber wegen des Denkmalschutzes schwierig umzusetzen.» Ehrensperger ist heute Abend selber Gast in der Villa. Dann tagt er zusammen mit anderen Vertretern des Echoraums zum Stadtentwicklungskonzeptes 2035 und diskutiert über die Zukunft von Uster. Vielleicht auch über die Villa am Aabach.

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