«Rapperswil you'll be always in my heart». Auch wenn sie an den meisten Auftrittsorten ein solches Liebesbekenntnis abgeben dürfte, das Blues'n'Jazz scheint die holländische Saxophonistin Candy Dulfer doch besonders zu mögen. Ihr Auftritt am Samstag war bereits der dritte an diesem kleinen Festival. Und wie zuletzt vor drei Jahren vermochte sie das Publikum wieder mitzureissen. Den Applaus quittierte sie denn auch gleich zweimal mit einem schweizerdeutschen «Danke vielmol».
Sie spielte sich während über eineinhalb Stunden – die Zugaben dauerten bis nach Mittneracht – durch ihr ganzes Repertoire, das in den letzten 30 Jahre entstanden ist. Nicht fehlen durfte natürlich «Lily was here». Komponiert als Soundtrack zum gleichnamigen Film – «der Film floppte, aber das Lied war gut», meinte Dulfer – brachte ihr das Stück 1989 den Durchbruch. Mit dabei hatte sie diesmal zwei junge Sänger. Und die taten der Truppe gut. Mit vollen Stimmen und viel Bewegung verstärkten sie den Schwung, den Dulfer sonst alleine auf die Bühne bringt.
Musikalische Abwechslung
Dabei hatte die Saxofonistin diesmal auch ihr neues «Spielzeug», einen Stimmenverzerrer, der die begabte Sängerin auch mal mit ganz tiefer Stimme ertönen liess. Das Ausprobieren gehört ja zu ihrer Spezialität. Stilmässig ist sie schwierig einzuordnen, überall finden sich Versatzstücke. Das zeigte sich auch bei «Pick up the pieces» der Average White Band, dem «besten Saxophonstück überhaupt», wie die Dulfer meinte. Das Lied bot ihr den Einstieg zu einem rund zehnminütigen Potpourri, das sie vor allem zusammen mit dem Schlagzeuger bestritt.
Harten Bluesrock hatte zuvor Walter Trout geliefert. Auch er ist ein Blues'n'Jazz-Rückkehrer. 2009 stand er schon einmal auf dem Fischmarktplatz. Dass er es hierhin zurück geschafft hat, ist alles andere als selbstverständlich. Nach einer schweren Erkrankung, die ihn acht Monate ans Bett fesselte und ihm vorübergehend nicht nur die Stimme raubte, sondern auch seine Bewegungsmöglichkeiten einschränkte, schaffte er es nach einer Lebertransplantation und hartem Training während eines Jahres zurück auf die Bühne. Der Gitarrist, der zu den besten der Welt gehört, verarbeitete dieses einschneidende Erlebnis denn auch in 18 Songs, von denen er einige in Rapperswil zum besten gab.

