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Temperamentvolles Wiedersehen am 20. Blues’n’Jazz

Viele Musiker, die in den letzten 20 Jahren schon einmal in Rapperswil zu hören waren, kehrten für das kleine Jubiläum des Blues’n’Jazz zurück. Mit viel Schwung taten dies die beiden Hauptacts Candy Dulfer und Al McKay mit seinem «Earth, Wind & Fire Experience».

Viel Musik, keine nennenswerten Zwischenfälle, kein Regen und 19'000 Besucher: eine positive Bilanz zum 20. Blues'n'Jazz. (Bild: PD) , Viel Musik, keine nennenswerten Zwischenfälle, kein Regen und 19'000 Besucher: eine positive Bilanz zum 20. Blues'n'Jazz. (Bild: PD) , Philipp Fankhauser war am Freitag auf dem Fischmarkt zu hören. (Bild: PD), Al McKay's Earth, Wind and Fire Experience zeigten am Freitag eine gut choreografierte Show. (Bild: PD), Viel Musik, keine nennenswerten Zwischenfälle, kein Regen und 19'000 Besucher: eine positive Bilanz zum 20. Blues'n'Jazz. (Bild: PD) , Viel Musik, keine nennenswerten Zwischenfälle, kein Regen und 19'000 Besucher: eine positive Bilanz zum 20. Blues'n'Jazz. (Bild: PD) , Viel Musik, keine nennenswerten Zwischenfälle, kein Regen und 19'000 Besucher: eine positive Bilanz zum 20. Blues'n'Jazz. (Bild: PD) , Walter Trout zeigte, dass er nach seiner schweren Erkrankung wieder voll zurück im Leben ist. (Bild: PD), Candy Dulfer zog am Samstag die meisten Zuhörer an. (Bild: PD), Auch auf den beiden Nebenbühnen wurde viel Musik geboten. (Bild: PD) , Viel Musik, keine nennenswerten Zwischenfälle, kein Regen und 19'000 Besucher: eine positive Bilanz zum 20. Blues'n'Jazz. (Bild: PD) , Viel Musik, keine nennenswerten Zwischenfälle, kein Regen und 19'000 Besucher: eine positive Bilanz zum 20. Blues'n'Jazz. (Bild: PD) , Viel Musik, keine nennenswerten Zwischenfälle, kein Regen und 19'000 Besucher: eine positive Bilanz zum 20. Blues'n'Jazz. (Bild: PD) , Viel Musik, keine nennenswerten Zwischenfälle, kein Regen und 19'000 Besucher: eine positive Bilanz zum 20. Blues'n'Jazz. (Bild: PD) , Auch auf den beiden Nebenbühnen wurde viel Musik geboten. (Bild: PD)

Temperamentvolles Wiedersehen am 20. Blues’n’Jazz

«Rapperswil you’ll be always in my heart». Auch wenn sie an den meisten Auftrittsorten ein solches Liebesbekenntnis abgeben dürfte, das Blues’n’Jazz scheint die holländische Saxophonistin Candy Dulfer doch besonders zu mögen. Ihr Auftritt am Samstag war bereits der dritte an diesem kleinen Festival. Und wie zuletzt vor drei Jahren vermochte sie das Publikum wieder mitzureissen. Den Applaus quittierte sie denn auch gleich zweimal mit einem schweizerdeutschen «Danke vielmol». 

Sie spielte sich während über eineinhalb Stunden – die Zugaben dauerten bis nach Mittneracht – durch ihr ganzes Repertoire, das in den letzten 30 Jahre entstanden ist. Nicht fehlen durfte natürlich «Lily was here». Komponiert als Soundtrack zum gleichnamigen Film – «der Film floppte, aber das Lied war gut», meinte Dulfer – brachte ihr das Stück 1989 den Durchbruch. Mit dabei hatte sie diesmal zwei junge Sänger. Und die taten der Truppe gut. Mit vollen Stimmen und viel Bewegung verstärkten sie den Schwung, den Dulfer sonst alleine auf die Bühne bringt. 

Musikalische Abwechslung

Dabei hatte die Saxofonistin diesmal auch ihr neues «Spielzeug», einen Stimmenverzerrer, der die begabte Sängerin auch mal mit ganz tiefer Stimme ertönen liess. Das Ausprobieren gehört ja zu ihrer Spezialität. Stilmässig ist sie schwierig einzuordnen, überall finden sich Versatzstücke. Das zeigte sich auch bei «Pick up the pieces» der Average White Band, dem «besten Saxophonstück überhaupt», wie die Dulfer meinte. Das Lied bot ihr den Einstieg zu einem rund zehnminütigen Potpourri, das sie vor allem zusammen mit dem Schlagzeuger bestritt.

Harten Bluesrock hatte zuvor Walter Trout geliefert. Auch er ist ein Blues’n’Jazz-Rückkehrer. 2009 stand er schon einmal auf dem Fischmarktplatz. Dass er es hierhin zurück geschafft hat, ist alles andere als selbstverständlich. Nach einer schweren Erkrankung, die ihn acht Monate ans Bett fesselte und ihm vorübergehend nicht nur die Stimme raubte, sondern auch seine Bewegungsmöglichkeiten einschränkte, schaffte er es nach einer Lebertransplantation und hartem Training während eines Jahres zurück auf die Bühne. Der Gitarrist, der zu den besten der Welt gehört, verarbeitete dieses einschneidende Erlebnis denn auch in 18 Songs, von denen er einige in Rapperswil zum besten gab.

Zurück in die 1970er

Bereits am Freitag gab es zum Geburtstag des Festivals ein schwungvolles Déjà-vu: Nach 2010 stand Al McKay mit seiner «Earth, Wind & Fire Experience» zum zweiten Mal in Rapperswil im Zentrum. Er gehörte während des Höhenflugs der Funk-Band in den 1970er Jahren als Gitarrist zur Gruppe um Maurice White und schrieb mit ihm zusammen Hits wie «September» oder «Sing a Song», die natürlich beim Auftritt nicht fehlen durften. 

Die Sänger, die sich erst etwas warm laufen mussten, kamen aber immer besser in Fahrt und sorgten zusammen mit Falsett-Stimme und der Beleuchtung in schrellem Rot-Grün-Gelb dafür, dass man sich auf dem Fischmarkt in die 1970er Jahre zurückversetzt fühlte. Das letzte Drittel des Auftritts wurde nonstop absolvierte und mündete in die Disco-Stampfer «Boogie Wonderland» und  «Let’s groove».

Positive Bilanz

Die Bilanz der Organisatoren fällt fast durchwegs positiv aus: keine Unfälle, keine nennenswerten Zwischenfälle, kein Regen… 8200 Besucherinnen und Besucher wurden am Freitag gezählt, 10800 waren es am Samstag. «Das ist im Vergleich zu den Vorjahren überaus erfreulich», heisst es von den Veranstaltern. Auf den drei Bühnen am See fanden an den zwei Tagen insgesamt 18 Konzerte statt

Für die 20. Ausgabe des Blues’n’Jazz hatten die Organisatoren einige Neuerungen eingeführt. «Wir hatte eine Menge positiver Reaktionen zum neuen Look and Feel fürs Festivalgelände: mehr Sitzgelegenheiten, die Hafenbars, der Chopfab-Garten… Und Freude bereitet haben auch unsere Side-Events: der Auftakt am Donnerstag mit «Rappis» Bands in den Beizen, der Blues’n‘Jazz-Dampfer Stadt Rapperswil oder die gemeinsam mit der HSR Hochschule für Technik entwickelten Projekte», schreiben die Organisatoren.

Die lokale Verankerung des Festivals sollen verstärkt werden. Die Festivalleitung will bald zusammensitzen und jedes Detail analysieren. « Wir wollen die Schlüsse ziehen und dann mit Herzblut versuchen, fürs 2019 ein noch schöneres Festival zu organisieren.» Stattfinden wird dieses am 14. und 15. Juni 2019.

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