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CD-Taufe in der Stratosphäre

Das ist Weltrekord: Die Band Bluesugar des Greifenseers Rolf Maag hat ihrem neuen Album «Want some?» in der Stratosphäre eine Champagnerdusche verpasst. Das Prinzip dahinter ist denkbar einfach. Die CD nachher auf der Erde wiederzufinden, erwies sich dann aber als recht schwierig.

Auf den Weg in den Weltraum: Die CD befindet sich hier auf einer Höhe von 31'000 Meter. (Foto: PD), Alles gut verpackt. (Foto: PD), Der Ballon ist mit Helium gefüllt. (Foto: PD), Wenige Augenblicke vor dem Start. (Foto: PD), Und los gehts: Ausblick auf Wetzikon., Der Greifensee..., ...und der Pfäffikersee. (Foto: PD), Der Ballon steigt mit mehr als 5 Meter pro Sekunde, hier auf einer Höhe von 11'600 Metern. (Foto: PD), 21'8000 Meter! (Foto: PD), 30'000 Meter: Aufgrund des immer geringeren atmosphärischen Drucks hat sich der Ballon auf ein Mehrfaches seiner ursprünglichen Grösse ausgedehnt. (Foto: PD), Und zack, geplatzt ist er. Zu sehen sind die Überreste des Ballons, der Champagnerstaub ist trotz der hochauflösenden Kamera nicht auszumachen. (Foto: PD), Mit dem Fallschirm geht es wieder zurück Richtung Erde. (Foto: PD), Erst weiss die Band nur, dass er in der Nähe von Flawil gelandet ist. (Foto: PD), Landung im weichen Gras. Hier findet ein Spaziergänger die Geräte. (Foto: PD)

CD-Taufe in der Stratosphäre

Eine CD-Taufe in der Stratosphäre, das geht so: Man nehme eine Compact Disc, eine hochauflösende Kamera sowie eine Wettersonde, hänge das alles an einen Wetterballon mit zwei Meter Durchmesser und lasse diesen auf 30 Kilometer Höhe steigen. Das Problem dabei: Wie bekommt man das mit der Taufe hin?

«Eigentlich ist es ganz einfach», sagt Rolf Maag, der die Idee für die Aktion hatte. Der Greifenseer ist Schlagzeuger in der Band Bluesugar, für deren Erstling «Want some?» die Aktion gedacht war. «Man füllt etwas Champagner in den Ballon, und wenn der in einer Höhe von 30‘000 Meter explodiert, spritzt der Champagner über die CD.» Damit der Tonträger und das übrige Equipment bei der Landung niemandem den Schädel einschlagen, kommt ein Fallschirm zum Einsatz. Zusätzlich ist alles sorgsam in einem Styroporbehälter verpackt. Soviel zum Plan.

Flug dauerte 90 Minuten

Umgesetzt wurde das Vorhaben kürzlich bei fast idealem Flugwetter. Der Start erfolgte auf dem Gelände einer Wetziker Firma, die meteorologische Messgeräte entwickelt und zu Testzwecken regelmässig Wetterballons steigen lässt.

Diese Wahl erfolgte nicht zufällig, Maag arbeitet in leitender Funktion für das Unternehmen. «Der Ballon ist in rund 90 Minuten sogar auf 32‘595 Meter gestiegen, dort geplatzt und dann in der Nähe von Flawil gelandet», sagt er. Leider sei dort der GSM-Empfang für eine Ortung über das Handynetz so schlecht, dass die Positionsmeldung nicht funktioniert habe.

Auch Whisky mit an Bord

Eine Bergung des Materials war aber dringend nötig, sollten die Bilder der Kamera doch den Beweis dafür liefern, dass die CD-Taufe tatsächlich in dieser Höhe stattgefunden hat. Und ohne Beweis kein Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde.

Weil die Suche nach dem Equipment ohne Erfolg verlief, begann die Band mit der Planung für einen weiteren Rekordversuch. Doch so weit kam es nicht. «Ein Spaziergänger hat die ganze Packung in Bernhardzell gefunden und uns zugeschickt», so Maag. Bernhardzell liegt nördlich von St. Gallen in der Nähe des Bodensees; der Ballon hat vom Startpunkt gemessen also eine Distanz von rund 45 Kilometern Luftlinie zurückgelegt.

Mittlerweile wurde das Material gesichtet, bearbeitet und an die Verantwortlichen des Guinness Buch der Rekorde geschickt. «Bis jetzt haben wir noch nichts gehört», sagt Maag. «Wenn wir aufgenommen würden, wäre das natürlich super. Ansonsten wäre es auch kein Weltuntergang. Wir freuen uns jetzt erst einmal auf die richtige Plattentaufe, die Ende Juni in Zürich stattfinden wird.» Dann wird sich die Band auch den Space-Whisky genehmigen, der in zwei Fläschchen in die Stratosphäre mitgeflogen ist. Maag: «Wir gehen davon aus, dass er durch die Reise eine ganz spezielle Aura erhalten hat.»

Die Band, das Konzert
 
Acht Jahre nach ihrer Gründung veröffentlicht die Bluesrock-Band Bluesugar mit «Want some?» ihre erste CD. Das Album enthält 13 Eigenkompositionen und Coverversionen und wird am Samstag, 23. Juni, in der Music Lounge Falcone Sounds in Zürich getauft, auch das Video vom Rekordflug wird zu sehen sein. Ab 21 Uhr geht’s los. Weitere Infos im Internet unter www.bluesugar.ch.

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