CD-Taufe in der Stratosphäre
Eine CD-Taufe in der Stratosphäre, das geht so: Man nehme eine Compact Disc, eine hochauflösende Kamera sowie eine Wettersonde, hänge das alles an einen Wetterballon mit zwei Meter Durchmesser und lasse diesen auf 30 Kilometer Höhe steigen. Das Problem dabei: Wie bekommt man das mit der Taufe hin?
«Eigentlich ist es ganz einfach», sagt Rolf Maag, der die Idee für die Aktion hatte. Der Greifenseer ist Schlagzeuger in der Band Bluesugar, für deren Erstling «Want some?» die Aktion gedacht war. «Man füllt etwas Champagner in den Ballon, und wenn der in einer Höhe von 30‘000 Meter explodiert, spritzt der Champagner über die CD.» Damit der Tonträger und das übrige Equipment bei der Landung niemandem den Schädel einschlagen, kommt ein Fallschirm zum Einsatz. Zusätzlich ist alles sorgsam in einem Styroporbehälter verpackt. Soviel zum Plan.
Flug dauerte 90 Minuten
Umgesetzt wurde das Vorhaben kürzlich bei fast idealem Flugwetter. Der Start erfolgte auf dem Gelände einer Wetziker Firma, die meteorologische Messgeräte entwickelt und zu Testzwecken regelmässig Wetterballons steigen lässt.
Diese Wahl erfolgte nicht zufällig, Maag arbeitet in leitender Funktion für das Unternehmen. «Der Ballon ist in rund 90 Minuten sogar auf 32‘595 Meter gestiegen, dort geplatzt und dann in der Nähe von Flawil gelandet», sagt er. Leider sei dort der GSM-Empfang für eine Ortung über das Handynetz so schlecht, dass die Positionsmeldung nicht funktioniert habe.
Auch Whisky mit an Bord
Eine Bergung des Materials war aber dringend nötig, sollten die Bilder der Kamera doch den Beweis dafür liefern, dass die CD-Taufe tatsächlich in dieser Höhe stattgefunden hat. Und ohne Beweis kein Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde.
Weil die Suche nach dem Equipment ohne Erfolg verlief, begann die Band mit der Planung für einen weiteren Rekordversuch. Doch so weit kam es nicht. «Ein Spaziergänger hat die ganze Packung in Bernhardzell gefunden und uns zugeschickt», so Maag. Bernhardzell liegt nördlich von St. Gallen in der Nähe des Bodensees; der Ballon hat vom Startpunkt gemessen also eine Distanz von rund 45 Kilometern Luftlinie zurückgelegt.
Mittlerweile wurde das Material gesichtet, bearbeitet und an die Verantwortlichen des Guinness Buch der Rekorde geschickt. «Bis jetzt haben wir noch nichts gehört», sagt Maag. «Wenn wir aufgenommen würden, wäre das natürlich super. Ansonsten wäre es auch kein Weltuntergang. Wir freuen uns jetzt erst einmal auf die richtige Plattentaufe, die Ende Juni in Zürich stattfinden wird.» Dann wird sich die Band auch den Space-Whisky genehmigen, der in zwei Fläschchen in die Stratosphäre mitgeflogen ist. Maag: «Wir gehen davon aus, dass er durch die Reise eine ganz spezielle Aura erhalten hat.»
Die Band, das Konzert
Acht Jahre nach ihrer Gründung veröffentlicht die Bluesrock-Band Bluesugar mit «Want some?» ihre erste CD. Das Album enthält 13 Eigenkompositionen und Coverversionen und wird am Samstag, 23. Juni, in der Music Lounge Falcone Sounds in Zürich getauft, auch das Video vom Rekordflug wird zu sehen sein. Ab 21 Uhr geht’s los. Weitere Infos im Internet unter www.bluesugar.ch.
