In der Kemptner Post gibts einen Denner
Die Geschichte um die Poststellen in Wetzikon zog sich lange hin. Politiker setzten sich im vergangenen Jahr für die Erhaltung der Poststellen in Wetzikon und Kempten ein, eine Petition mit 3229 Unterschriften wurde eingereicht. Die Aktion wurde von sämtlichen Parteien mit Ausnahme der FDP unterstützt. Auch der Quartierverein Kempten war involviert.
In Wetzikon kursierten Flyer von unbekannten Verfassern mit Parolen wie: «Oberwetziker, wehrt euch!» Sogar Briefe mit dem Betreff: «Schäm di, Poscht» erreichten die Post. Wetziker warnten auch vor der Verkehrsüberlastung, die entstehen würde, wenn nur noch die Poststelle am Bahnhof bestehen bleibt. Zum einen sei der Weg für viele Wetziker zu weit und zum anderen habe es kaum genügend Parkplätze zur Verfügung. Für die Verfechter der Erhaltung der Poststelle in Kempten ein Ende ohne Erfolg. Im September wird eine Denner-Filiale an der Bahnhofstrasse 255 eröffnet.
Denner nutzt Gelegenheit
«Denner ist ständig auf der Suche nach neuen Standorten, um sein Filialnetz zu verdichten», sagt Grazia Grassi, die Kommunikationsleiterin der Denner AG in Zürich. Der Standort an der Bahnhofstrasse sei eine gut frequentierte Lage für die neue «Denner Express» – Filiale. Überall dort, wo Menschen leben und arbeiten, so Grassi, möchte Denner vertreten sein. Speziell in Städten sei die Denner AG darauf bedacht, ihr Filialnetz stetig auszubauen.
Die Denner AG sei grundsätzlich auch an Standortübernahmen in Zusammenarbeit mit der Post interessiert. «Wir betreiben zurzeit bereits zwei Postagenturen in eigenen Filialen und sind an weiteren Übernahmen interessiert.» Zusätzliche Standorte seien schon in Planung. Die Filiale in Kempten wird am 13. September die Eröffnung feiern.
Ersatzautomat in Kempten
Aufgrund der vielen Reaktionen der Stadt und aus der Bevölkerung, war die Post bereit, ein Zugeständnis zu leisten. Sie hat mit der Apotheke Drogerie Kempten eine Agenturlösung zur Verfügung gestellt und in der Drogerie einen MyPost 24-Automaten installiert, an dem Pakete aufgegeben und abgeholt werden können.
Der Wetziker Stadtschreiber Marcel Peter bemängelte, dass die Kunden mehr über die Agenturlösungen der Post informiert werden müssten. Laut Markus Werner, Mediensprecher der Schweizerischen Post, habe man in alle Haushalte Flyer verteilt, um die Leute auf die neue Lösung hinzuweisen. Zudem wurde mit dem Quartierverein Kempten ein Informationsabend veranstaltet. «Erfahrungsgemäss braucht es aber eine gewisse Zeit, bis sich eine Agentur etabliert», sagte Markus Werner.
Ledergeschäft musste im Januar schliessen
Erich Graf hätte seinen Betrieb gerne weitergeführt: «Für mich brach eine Welt zusammen», sagte er gegenüber dem Zürcher Oberländer. Sein Geschäft «Lemo Ledermode» musste am 27. Januar seine Tür schliessen, da der Denner auch dessen Räumlichkeiten beanspruchte. Der Laden war seine grosse Leidenschaft. 41 Jahre lang führte Graf das Geschäft, davon zehn Jahre an der Bahnhofstrasse. Zu Beginn sei er nur enttäuscht gewesen, danach wütend und empört. Die Kündigung hat Graf noch angefochten. Er bekam eine Abfindung in unbekannter Höhe.
