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Kinder besprayen Bauabsperrung zum Drei Linden

In der Regel verboten, doch dieses Mal offiziell als Kunst anerkannt. Mit den Leitmotiven Urbanität, Stadt, Park und Begegnung haben 21 Schüler der «Schulfabrik» Wetzikon die 100 Meter lange Bauabsperrung beim ehemaligen Hotel Drei Linden besprüht.

Die Baustelle an der Bahnhofstrasse 73 ist weiterhin in Betrieb. (Bild:Christian Merz), Vier Stunden lang wurde am Freitag gesprayt. (Bild:Christian Merz), Das Kunstwerk dieser Schülerin gilt als eines der Gelungensten. (Bild:Christian Merz), Trotz des freien Nachmittags waren um 14 Uhr noch zwei Schülerinnen vor Ort. (Bild:Christian Merz), (Video: Luca Da Rugna), Die Baustelle an der Bahnhofstrasse 73 ist weiterhin in Betrieb. (Bild:Christian Merz), Die Baustelle an der Bahnhofstrasse 73 ist weiterhin in Betrieb. (Bild:Christian Merz), Die Baustelle an der Bahnhofstrasse 73 ist weiterhin in Betrieb. (Bild:Christian Merz), Die Baustelle an der Bahnhofstrasse 73 ist weiterhin in Betrieb. (Bild:Christian Merz), Die Baustelle an der Bahnhofstrasse 73 ist weiterhin in Betrieb. (Bild:Christian Merz)

Kinder besprayen Bauabsperrung zum Drei Linden

Das Wetter hätte für die Aktion besser nicht sein können. Am Freitag packten kunstbegeisterte Schüler der Schulfabrik Wetzikon die Spraydosen aus und liessen ihrer Kreativität freien Lauf. «Morgens um 10 Uhr instruierten wir die Schüler über die verschiedenen Leitmotive der Aktion, wie zum Beispiel die Urbanität oder die Kulturen in Wetzikon», sagt Xeno Lüthi von der Walder, Weber Werbeagentur aus Uster. Der Werbeagent wurde vom Grundstückbesitzer Heinz Egolf beauftragt, die weissen Bauabsperrflächen mit Hilfe der Schüler zu verschönern.

Anfängliche Unsicherheiten

«Nach den Instruktionen haben wir die Schüler in Zweiergruppen eingeteilt, von denen jede eine weisse Sperrwand besprühen durfte», sagt Lüthi. Zu Beginn der Aktion lief in Sachen Kreativität nicht gerade viel, doch als die ersten Linien einmal gesetzt waren, hätten die einen Schüler gar nicht mehr aufhören wollen. Auf den Flächen sind Wolkenkratzer, dynamische Farbvariationen, Menschen in der Feierabendhektik oder auch vermeintliche Lebensweisheiten wie «You can’t stop the waves, but learn to surf» zu sehen. Die Wände sind voraussichtlich bis zur Eröffnung des Neubaus im Jahr 2020 zu betrachten und sollen dem Zentrum von Wetzikon eine lebendige Wirkung verleihen. «Wir haben während des Tages viele positive Rückmeldungen von vorbeiziehenden Passanten erhalten, und ein sympathischer Rentner im Rollstuhl hat uns sogar vier Stunden lang zugeschaut», so Lüthi. Auf der Baustelle wurde währenddessen weitergearbeitet und abgerissen.

«Wir sind überzeugt, dass die Kunstwerke nicht nur den jungen ‹Künstlern›, sondern auch der ganzen Stadt Freude bereiten.»

Xeno Lüthi, Werbeagent

In der Mittagspause stiegen die Temperaturen an, und die Motivation der Schüler schwand ein bisschen. «Es gab jedoch zwei Gruppen, die wir fast zwingen mussten, ihr Projekt zu beenden, da ihnen die Arbeit offenbar so grossen Spass bereitete», sagt Lüthi.  Nach der Aktion durften die Schüler direkt ins Wochenende. Wie die Reaktionen der Bewohner ausfallen werden, ist laut Xeno Lüthi noch nicht bekannt: «Wir sind überzeugt, dass die Kunstwerke nicht nur den jungen ‹Künstlern›, sondern auch der ganzen Stadt Freude bereiten.»

Übergang bis zum Neubauprojekt

Die Baustelle des alten Hotels «Drei Linden» an der Bahnhofstrasse 73 in Wetzikon ist zurzeit mit einer rund 100 Meter langen Bauabsperrung geschützt. Nach der Hotelschliessung im Juli 2016 wurde das Areal mit Brettervorschlägen versehen und vom Besitzer Heinz Egolf als Objekt für den «Kunst am Bau» zur Verfügung gestellt. 

Arbeiter nagelten Fensterläden, Holzleitern und Regenschirme an die damals noch angebrachten Sperrwände. Für die einen Betrachter handelte es sich dabei um Kunst, für andere war die Aktion schlicht eine «Verschandelung» des Stadtbildes. Der BDP-Parlamentarier und Gemeinderat Elmar Weilenmann bezeichnete die Aktion damals als wirre Dekoration, die nichts mit der Verschönerung des Stadtbildes zu tun habe. Es sei vielmehr ein primitiver Akt der Provokation des Bauherrn gegen den Stadtrat (wir berichteten). Bis zu Beginn des Jahres 2020 soll ein Neubauprojekt entstehen. Die Überbauung wird 14 Mietwohnungen, Gewerbe- und Büroflächen beinhalten. Rund um das Gelände sind begrünte Verweil-und Begegnungsplätze geplant.

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