Politik

Schlechte Online-Bewertungen für das «Porter House»

Im Internet lassen Gäste des «Porter House» in Uster kein gutes Haar am Lokal. Der Gastroniomieleiter des Pubs ist enttäuscht und hält dagegen.

Das «Porter House» in Uster wird online zur Zielscheibe. (Archivfoto: Fabio Meier)

Schlechte Online-Bewertungen für das «Porter House»

«Gäste sind absolut nicht willkommen hier», schreibt eine Nutzerin kürzlich auf der Bewertungswebsite Tripadvisor. Ein anderer Gast doppelt bei den Google-Bewertungen nach: «Nicht hingehen! Das Essen ist für den Preis enttäuschend. Der Service ist minderwertig.» Auch auf Facebook zeigen sich Leute vom «Porter House», das seit zwei Jahren an der Brunnenstrasse 1 beim Bahnhof Uster in Betrieb ist, enttäuscht. «Katastrophales Management, Essen ist schlecht, die Preise frech und die Mitarbeiter unbrauchbar», schreibt ein Mann. 

Auf Anfrage von «Züriost» führt der Mann, der anonym bleiben möchte, aus: «Für zwei Burger mit Pommes und Cola haben wir rund 80 Franken bezahlt. Ein stolzer Preis, wofür wir aber tiefe Qualität erhalten haben.» Er behauptet sogar, dass der Burger aus dem Tiefkühler gewesen und aufgewärmt worden sei. «Ich fand und finde das immer noch sehr dreist.» Zudem hätte er und sein Kollege nach eigenen Aussagen fast eine Dreiviertelstunde auf die Rechnung warten müssen.

Auch Franziska Kühne, die sich auch auf Facebook äusserte, sagt, dass sie die Preise zu hoch finde.  Früher seien sie und ihre Freunde oft im Red Ochre, dem Vorgänger des «Porter House», gewesen. «Wir gehen seit das Porter House an diesem Standort ist, nicht mehr dorthin.»

Schwierige Ausgangslage

Zwar sind auch andere Gastronomiebetriebe in Uster der negativen Online-Kritik ausgesetzt. Bei den Google-Bewertungen steht das Porter House mit 3,6 von 5 Sternen allerdings zu hinterst auf der Liste. Die Zeughausbar kommt beispielsweise auf 4,1 Sterne, ebenso wie die Hölzli Bar. Die Bar «zum Hut» erhält gar 4,5 Sterne.

«Die Leute finden dann sowieso erstmals alles schlecht, weil es nicht mehr ist wie früher»

Andy Gröbli, Leiter Gastronomie

Trotz der harten Worte gibt es aber auch Leute, die das Porter House online verteidigen. So auch Yamina Sanguanini: «Die Preise sind gerechtfertigt. Man zahlt schliesslich auch für die Location und den Standort.» Ausserdem widerspreche der Kritik der Fakt, dass das Pub immer gut besucht ist. 

Beim Porter House zeigt man sich ob der negativen Online-Bewertungen enttäuscht: «Diese widerspiegeln nicht den Wert, den unser Betrieb hat», sagt Andy Gröbli, Leiter Gastronomie. Es sei ohnehin nicht einfach, wenn man an einen Standort ziehe, an dem vorher ein anderer Betrieb war. «Die Leute finden dann sowieso erstmals alles schlecht, weil es nicht mehr ist wie früher», so Gröbli. Er könne aber nicht verstehen, wieso Gäste wegen eines «schlechten Erlebnisses» gleich im Netz der ganzen Welt davon erzählen müssten. «Es ist nun mal so, dass in der Gastronomie Fehler passieren oder Mitarbeiter einen schlechten Tag haben», sagt Gröbli. 

Gespräche mit Google

Einige würden die Online-Plattformen auch nutzen, weil sie neidisch seien und dem Pub «eins reinwürgen» wollen würden. «Es ist manchmal wirklich unfair», sagt Gröbli. Zudem könnten auch Leute Bewertungen abgeben, die gar nie im Lokal gewesen sind. Man habe deshalb auch schon probiert, mit Tripadvisor und Google Kontakt aufzunehmen, um eben solche Kommentare löschen zu lassen. «Das ist aber aussichtlos.» 

Dennoch: Gröbli betont, dass das Porter House Kritik ernst nehme. «Wir gehen dieser nach, sprechen mit den Leuten und probieren uns zu verbessern.» Dass man eine ganze Geschäftskultur wegen der negativen Online-Bewertungen ändere, stehe aber ausser Frage. «Wir erhalten ja auch positive Bewertungen, die wir auch gerne als Kompliment aufnehmen.» 

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