Das Dübendorfer Sozialamt ist in der Vergangenheit immer wieder in die Kritik geraten, weil die Mitarbeiter angeblich Klienten schikanös behandelten. Dann wurde im November 2016 bekannt, dass die Leiterin des Dübendorfer Sozialamts auf Facebook fremdenfeindliche Beiträge geteilt hatte, darunter auch einen Post der rechtsextremen deutschen NPD.
Der Stadtrat rügte die verantwortliche Mitarbeiterin, sah aber von einer Kündigung ab. Stattdessen richtete er versuchsweise für zwei Jahre eine unabhängige Ombudsstelle ein, an die sich die Dübendorfer bei Problemen mit der Verwaltung wenden konnten. Und diese Einrichtung soll nun definitiv eingeführt werden.
61 Fälle in einem Jahr
«Die Situation hat sich mittlerweile deutlich beruhigt, wozu die Anlaufstelle sicher viel beitrug», sagt der Dübendorfer Stadtschreiber Martin Kunz mit Hinweis auf die Statistik: Von Dezember 2016 bis November 2017 gab es 61 Anfragen an die Ombudsstelle, wovon 44 die Sozialabteilung betrafen. «In den letzten Monaten sank die Anzahl Fälle jedoch deutlich.»
Die Dübendorfer Gemeinderätin Tanja Walliser (SP) hatte die unbefristete Weiterführung der Ombudsstelle mit einer Interpellation gefordert. Entsprechend freut sie sich über den Entscheid des Stadtrats. Trotz des Rückgangs der Fallzahlen höre sie aus ihrem Umfeld aber nach wie vor von Sozialhilfebezügern, die sich schlecht behandelt fühlten. «Deshalb vermisse ich eine Aussage des Stadtrats, wie das Sozialamt professionalisiert werden könnte, damit endlich ein Umdenken stattfindet.»

