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Der Stadtrat will die Ombudsstelle

Nach massiver Kritik am Dübendorf Sozialamt richtete der Stadtrat eine befristete Ombudsstelle ein. Diese soll nun weitergeführt werden. Doch der Gemeinderat hat da auch noch ein Wörtchen mitzureden.

Das Dübendorfer Sozialamt wird auch künftig Gegenstand von hitzigen Diskussionen sein. (Foto: Thomas Bacher)

Der Stadtrat will die Ombudsstelle

Das Dübendorfer Sozialamt ist in der Vergangenheit immer wieder in die Kritik geraten, weil die Mitarbeiter angeblich Klienten schikanös behandelten. Dann wurde im November 2016 bekannt, dass die Leiterin des Dübendorfer Sozialamts auf Facebook fremdenfeindliche Beiträge geteilt hatte, darunter auch einen Post der rechtsextremen deutschen NPD.

Der Stadtrat rügte die verantwortliche Mitarbeiterin, sah aber von einer Kündigung ab. Stattdessen richtete er versuchsweise für zwei Jahre eine unabhängige Ombudsstelle ein, an die sich die Dübendorfer bei Problemen mit der Verwaltung wenden konnten. Und diese Einrichtung soll nun definitiv eingeführt werden.

61 Fälle in einem Jahr 

«Die Situation hat sich mittlerweile deutlich beruhigt, wozu die Anlaufstelle sicher viel beitrug», sagt der Dübendorfer Stadtschreiber Martin Kunz mit Hinweis auf die Statistik: Von Dezember 2016 bis November 2017 gab es 61 Anfragen an die Ombudsstelle, wovon 44 die Sozialabteilung betrafen. «In den letzten Monaten sank die Anzahl Fälle jedoch deutlich.»

Die Dübendorfer Gemeinderätin Tanja Walliser (SP) hatte die unbefristete Weiterführung der Ombudsstelle mit einer Interpellation gefordert. Entsprechend freut sie sich über den Entscheid des Stadtrats. Trotz des Rückgangs der Fallzahlen höre sie aus ihrem Umfeld aber nach wie vor von Sozialhilfebezügern, die sich schlecht behandelt fühlten. «Deshalb vermisse ich eine Aussage des Stadtrats, wie das Sozialamt professionalisiert werden könnte, damit endlich ein Umdenken stattfindet.»

«Nur so erfahren wir als gewählte Politiker, welche Probleme die Einwohner mit der Verwaltung haben.»

Tanja Walliser (SP), Gemeinderätin

Ebenfalls wünscht sich Walliser, dass der Stadtrat den Bericht des Ombudsmanns jeweils auch dem Gemeinderat aushändigt, allenfalls in einer anonymisierten Form oder auch als Zusammenfassung. «Denn nur so erfahren wir als gewählte Politiker, welche Probleme die Einwohner mit der Verwaltung haben und können unsere Kontrollfunktion wahrnehmen.» Gemäss Stadtschreiber Kunz erhält die Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission (GRPK) den Bericht für den internen Gebrauch.

«Viel Lärm um nichts» 

Noch ist nicht klar, wie genau das Angebot weitergeführt werden soll. «Neben der heutigen Form wäre beispielsweise auch ein Anschluss an die kantonale Ombudsstelle möglich», sagt Kunz. Sicher aber ist, dass der Stadtrat seinen Antrag dem Parlament vorlegen muss, da es sich bei einer definitiven Einführung der Anlaufstelle um eine neue Aufgabe handeln würde. Gekostet hat die Ombudsstelle im ersten Jahr knapp 50‘000 Franken.

Wenn der Antrag dereinst im Gemeinderat diskutiert wird, ist einer nicht mehr dabei: Sozialvorstand Kurt Spillmann (SVP), der auf Ende der Legislatur zurücktritt. Er hält fest, dass die Ombudsstelle für die ganze Verwaltung gelte, nicht nur für die Sozialabteilung. Von den Fallzahlen fühlt er sich in seiner Meinung bestätigt: «Die massive Kritik an den Mitarbeitern im Sozialamt war lediglich viel Lärm um nichts, zumal kein einziger Fehler festgestellt wurde, der seitens des Sozialamts einen Handlungsbedarf auslöste.»

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