Schneider will Hochhäuser – Denzler Spielplätze
Die Stadt Uster erarbeitet bis 2019 ein neues Stadtentwicklungskonzept, welches die Grundlage für die bauliche Entwicklung für die nächsten zwei Jahrzehnte darstellen wird. Zur breiten Abstützung des Konzepts in der Bevölkerung werden mehrere Veranstaltungen in «Echoräumen» durchgeführt (siehe Box).
«ÖV und Veloverkehr zu Lasten der Autos auszubauen, geht nicht.»
Rolf Denzler, Gemeinderat (SVP)
Ende März fand der zweite grosse Echoraum zu diesem Projekt statt. Greifbares wurde dabei vorerst nicht erarbeitet. Gemeinderat Rolf Denzler (SVP), der als Präsident der Kommission Planung und Bau teilgenommen hat, sagt: «Es ist noch zu früh um Konkretes zu nennen. Die Ideen und Vorstellungen der Teilnehmer werden aber bei jedem Echoraum von Planungsbüros gesammelt.»
«Das Zentrum darf durchaus Urban gebaut werden.»
Gemeinderätin Meret Schneider (Grüne)
Die Stadt Uster revidiert ihre Ortsplanung (Box)
Im Rahmen des Projekts «Stadtraum Uster 2035» revidiert die Stadt Uster ihre Ortsplanung. Damit wird die bauliche Entwicklung von Uster für die nächsten rund 20 Jahre festgelegt. In einer ersten Phase wird ein Stadtentwicklungskonzept erarbeitet. Darauf aufbauend wird bis in rund sechs Jahren die kommunale Richtplanung und die Nutzungsplanung überarbeitet. Dazu wurden unter anderem zwei Echoräume eingerichtet, in welchen die Bevölkerung wie auch Interessensorganisationen ihre Bedürfnisse einbringen können. Der grosse Echoraum setzt sich aus Vertretern des Parlaments zusammen. Im kleinen Echoraum nehmen Vertreter von Vereinen, Verbänden und Organisationen der Bereiche Bildung, Gesundheit, Sport, Städtebau, Naturschutz und Kultur Einsitz.
Dem Verkehr Herr werden
Im Bereich Verkehr wurden die Kapazitätsgrenzen der Ustermer Strassen angegangen. Dabei wurde der Ansatz unterstützt, den öffentlichen Verkehr und den Fuss- und Veloverkehr in der ganzen Stadt, insbesondere aber im Zentrum, zu stärken. Denzler sagt zu diesen Plänen: «ÖV und Veloverkehr zu Lasten der Autos auszubauen, geht nicht. Wächst die städtische Bevölkerung, braucht es auch mehr Platz für die Mobilität.»
«Wenn man beispielsweise die Dorfbadi vergrössern würde, nähme das den Druck vom See.»
Gemeinderätin Meret Schneider (Grüne)
Weiter wurde diskutiert, ob einzelne Strassen vollständig vom motorisierten Individualverkehr entlastet werden könnten. «Der Individualverkehr muss auch im Zentrum Platz finden», sagt Denzler. Er sehe aber, dass die Bevölkerung immer mehr nach Tempo-30-Zonen verlangt. Das mache bei Schulen, Spitälern und Altersheimen auch Sinn. Gemeinderätin Meret Schneider (Grüne) will das ganze Zentrum von Autos befreit haben: «Ein verkehrsfreies Zentrum mit mehr Veloabstellplätzen und Fussgängerwegen muss unbedingt zur Stadtentwicklung gehören.»
«Schöne hohe Häuser»
Neue Wohnangebote sollen in Uster vor allem durch eine Innenentwicklung und nicht durch die Bebauung von freien Flächen geschaffen werden. Hierfür sollen zum Beispiel Quartiere mit renovationsbedürftiger Bausubstanz sowie gut erschlossene Standorte genutzt werden. Meret Schneider glaubt nicht, dass Renovationen allein das Ustermer Bevölkerungswachstum auffangen kann: «Das Ziel muss es sein in die Höhe zu bauen. Das Zentrum darf durchaus Urban gebaut werden.» Schöne hohe Häuser, statt weiter Kulturland zu versiegeln, sei das Ziel.
Ruhe im Buchholzer Wald
Bevölkerungswachstum bedeutet mehr Druck auf Natur- und Landschaftsräume. Das Projekt «Stadtraum Uster 2035» verfolge die Strategie, Freizeit- und Erholungsnutzungen in bestimmten Gebieten zu bündeln und auszubauen, um andere Flächen von hohem ökologischem Wert langfristig zu schonen, heisst es in einer Mitteilung der Stadt. Für Denzler bedeutet das mit Blick auf den Wald beim Buchholz: «Damit nicht der ganze Wald von Leuten genutzt wird, müssen an einzelnen Orten Attraktionen wie Spielplätze oder Feuerstellen gebaut oder verbessert werden.» Das bringe wieder mehr Ruhe in den Wald. Dies begrüsst auch Schneider, die gleichzeitig das Menschenaufkommen am Greifensee verringern möchte: «Wenn man beispielsweise die Dorfbadi vergrössern würde, nähme das den Druck vom See.»
Bis Ende Jahr erarbeiten die Planungsteams mit den vorliegenden Ergebnissen einen Konzeptentwurf. In den kleinen Echoräumen werden die Zwischenstände diskutiert und diese Rückmeldungen in die Planung integriert. Ende Januar 2019 steht der letzte grosse Echoraum an. Das bis dahin überarbeitete Stadtentwicklungskonzept wird dort zur Diskussion gestellt.
