Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Politik

«Zugegebenermassen eine freche Aktion»

Der Werbe-Coup für «75 Jahre Natur- und Landschaftsschutz» am Greifensee hat grosse Aufmerksamkeit geschaffen und viel Ärger bis hin zu einer Strafanzeige gegen den Kanton. Bei einer Pressekonferenz sprach Regierungspräsident aber von einem «grossen Erfolg» der Aktion.

Regierungspräsident Markus Kägi (SVP) fand die Aktion gelungen. (Foto: PD), Monika Keller, FDP-Gemeindepräsidentin von Greifensee war verärgert über die Guerilla-Aktion. (Foto: PD), Die Bauprofile und die Infotafel wurden in der Zwischenzeit entfernt. (Foto: Leserreporter Otmar Wittensöldner)

«Zugegebenermassen eine freche Aktion»

Viel Unverständnis erntete der Kanton für eine vermeintliche Überbauung in Ufernähe des Greifensees. Die Aktion sollte auf das Jubiläum «75 Jahre Natur- und Landschaftsschutz» aufmerksam machen. Einige Passanten und Anwohner gingen wegen der aufgestellten Bauprofile und der Infotafel mit abgebildetem Wohnhaus von einer bevorstehenden Bauaktion aus. Sogar eine Strafanzeige gegen den Kanton ist bei der Staatsanwaltschaft See/Oberland eingegangen.

«Jetzt sollen wir aber den Ärger vergessen und aufhören mit pedantischem Erbsen zählen.»

Markus Kägi, Regierungspräsident (SVP) 

Auf die Wirrungen rund um das falsche Bauprojekt reagierte Regierungspräsident Markus Kägi (SVP) am Freitag, um 9.30 Uhr, an der Pressekonferenz zum Thema «Natur- und Landschaftsschutz». «Zugegebenermassen ist das eine freche Aktion gewesen», sagte Kägi. Das Ziel der Aktion sei aber gewesen, Aufmerksamkeit für Natur und Landschaftsschutz zu schaffen und das sei bestens gelungen.

«In der Zusammenarbeit mit der Gemeinde besteht beim Kanton sicher noch Optimierungspotential»

Monika Keller, Gemeindepräsidentin (FDP)

Die Kehrseite der Medaille: «Ein paar Menschen am Greifensee waren empört und hatten schlaflose Nächte. Das bedauere ich sehr.»Kägi fügte jedoch noch an: «Jetzt sollen wir aber den Ärger vergessen, aufhören mit pedantischem Erbsen zählen, fünf Meter zurücktreten und uns fragen: Um was geht es eigentlich?» Damit setzte er die Pressekonferenz fort. Währenddessen standen die Bauvisiere und die Immobilienwerbung am Greifensee immer noch. Diese sollten ursprünglich auch bis Ende Mai aufgestellt bleiben. Doch die Baudirektion krebste nach den Protesten zurück. Am Freitag würden die Bauvisiere und die Immobilienwerbung aus dem Natuschutzgebiet am Greifensee verschwinden, hiess es. Wolfgang Bollack, Sprecher der Zürcher Baudirektion: «Die Tafel und die Profile werden am Freitag, 27. April, sorgfältig abgebaut, um die Natur möglichst wenig zu beeinträchtigen.» 

Video: Pressekonferenz mit Markus Kägi

(Video: Youtube / Kanton Zürich)

Verärgerte Gemeindepräsidentin

Den Abbau begrüsst die Greifenseer Gemeindepräsidentin Monika Keller (FDP). Keller war verärgert über die Aktion des Kantons. Wie sie gegenüber der Wochenzeitung «Nachrichten aus Greifensee» erklärte, habe sie im im Vorfeld der Aktion zwar vom Kanton von der Aktion erfahren, doch gedacht, dass dieser zusätzlich noch die Anwohner informiere. Ausserdem sei sie angehalten worden, die PR-Aktion nicht öffentlich zu machen.
Sie beanstandet darum auch heute noch die mangelnde Koordination und Kommunikation der Baudirektion. «In der Zusammenarbeit mit der Gemeinde besteht beim Kanton sicher noch Optimierungspotential», sagt Keller gegenüber Züriost. Mittlerweile hätten sich aber die Gemüter in der Bevölkerung beruhigt und es sei Ruhe im Ort eingekehrt. Wichtig sei wohl gewesen, dass der Kanton am Wochenende noch an Ort und Stelle Anwohner und Passanten informiert habe.

Zu viel Schilf für Guerilla-Aktion

Aus dem Gespräch mit den Verantwortlichen des Kantons sei ausserdem hervorgegangen, wieso der Greifensee für die Aktion gewählt worden sei: «Der Pfäffikersee, der auch für die PR-Aktion in Frage gekommen wäre, hat einen zu breiten Schilfgürtel und wäre somit von Passanten als unglaubwürdiger Standort angesehen worden.»

Am Greifensee werden allerdings wieder neue Plakate aufgestellt, die drei Wochen lang stehen bleiben sollen. Diesmal jedoch mit unmissverständlicher Botschaft, die der Bevölkerung den Wert der Natur- und Landschaftsschutzgebiete im Kanton Zürich aufzeigen soll.

 

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns