Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Politik

Jetzt haben Fremdparker einen schweren Stand

Die Umsetzung der Zonenparkierung in Dübendorf ist abgeschlossen. Nachdem letzte Nachbesserungen vorgenommen wurden, ziehen die Verantwortlichen eine positive Bilanz. Doch es gibt auch Kritik. 

Bei der Einfahrt ins «Vogelquartier» muss eine Tafel reichen. (Foto: Thomas Bacher), An der Rotbuchstrasse steht alle paar Meter eine Tafel. (Foto: Thomas Bacher)

Jetzt haben Fremdparker einen schweren Stand

Nun ist es also umgesetzt, das neue Parkplatzregime in Dübendorf. Erst kürzlich wurde an der Glärnischstrasse die letzte Parkuhr aufgestellt, die eigentliche Umstellung auf die Zonenparkierung erfolgte aber schon auf Ende 2017. Seither gilt: In den Dübendorfer Aussenquartieren darf von 8 bis 20 Uhr mit Parkscheibe nur noch drei Stunden parkiert werden, mit einer Anwohnerparkkarte gibt es keine Einschränkungen.

Das neue System wurde ab Mai 2017 gestaffelt eingeführt und löste die frühere Bewirtschaftung der sogenannten Laternenparkplätze ab. Das Ziel: Die vielen Fremdparkierer vertreiben, die ihr Auto tagsüber stundenlang gratis in den Quartieren abstellten und den Anwohnern damit die Parkplätze streitig machten.

Teurer als früher

«Die Bevölkerung hat heute eindeutig mehr Parkplätze zur Verfügung als vor einem Jahr», bilanziert Sicherheitsvorstand André Ingold (SVP). «Die Lieferwagen von auswärtigen Gewerbebetrieben sind nicht mehr hier.» Die Änderung brachte allerdings auch höhere Kosten mit sich. So kostete das Nachtparkieren 40 Franken pro Monat, heute schlägt eine Monatskarte mit 50 Franken zu Buche. Die Jahreskarte ist mit 500 Franken hingegen nur noch unwesentlich teurer.

Marco Strebel, der Leiter der Abteilung Sicherheit, ist derzeit mit der Feinjustierung beschäftigt. «Mit dem neuen Parkplatzregime ist der Druck auf Nischenparkplätze gestiegen.» Damit meint er einerseits die Parkfläche vor der Badi, bei der Oberen Mühle oder beim Fussballplatz Zelgli, die privatrechtlich bewirtschaftet werden. Bis diese Parkplätze voraussichtlich im September mit Parkuhren bestückt sind, kann dort praktisch nach Lust und Laune gratis parkiert werden.

Sonderregelung fürs Gewerbe

Man bekomme aber auch immer wieder Meldungen von Liegenschaftenbesitzern, die sich über Autos beklagten, die auf Privatgrund abgestellt würden. «Häufig ist den Autofahrern nicht ganz klar, dass sie sich nicht auf öffentlichem Grund befinden», sagt Strebel. Und Ingold ergänzt: «Das zeigt uns aber auch, wo wir die Signalisation verbessern müssen.»

«Da haben wir zu Beginn einen Überlegungsfehler gemacht.»

Sicherheitsvorstand André Ingold (SVP)

In den Zentrumszonen Städtli und Hochbord gibt es keine Anwohnerkarten, sondern Parkuhren. Nur auf dem Chilbiplatz gelten beide Systeme. Hier parkieren seit Anfang April auch die Angestellten der städtischen Verwaltung, die ihre Autos zuvor auf dem Parkfeld gleich neben dem Stadthaus abgestellt hatten. Auch Lehrer oder die Mitarbeiter von Gewerbebetrieben im Zentrum können sich eine Karte für den Chilbiplatz kaufen.

Eine Sonderregelung wurde mit dem heimischen Gewerbe getroffen. «Da haben wir zu Beginn einen Überlegungsfehler gemacht», gibt Ingold zu, «denn 500 Franken pro Fahrzeug wäre sehr schnell sehr teuer geworden.» Aus diesem Grund wurde der Preis halbiert, ab dem 15. Auto ist das Parkieren gratis. «Die Beschränkung auf drei Stunden macht aber schon vieles möglich.» So dürfe, wer sein Auto um 18 Uhr abstelle, mit einer herkömmlichen Parkkarte bis um 9 Uhr am folgenden Tag parkieren. Da sei man nicht so streng wie in Zürich.

Gegen Schilderwald

Gemäss Ingold sind die Rückmeldungen aus der Bevölkerung grösstenteils positiv. Die Anwohner schätzten die entspanntere Parkplatzsituation. Doch es gibt auch negative Töne. Ein leidenschaftlicher Kritiker des neuen Systems ist Walter Schibli. Seiner Meinung nach ist die Beschilderung der Parkplatzzone in den Quartieren unzureichend. «Diese kleine Tafel bei den Zufahrten können Ortsunkundige schnell übersehen, und schon haben sie eine Busse», moniert er und verweist darauf, dass sich etwa an der Rotbuchstrasse ein Hinweisschild an das andere reihe.

«Die Polizei ist nie da, um die fehlbaren Autolenker zu büssen.»

Walter Schibli, Anwohner

Für Strebel ist die aktuelle Signalisation ausreichend. «Auch die Kantonspolizei hat sich deutlich gegen einen Schilderwald in den Quartieren ausgesprochen», sagt er. Letztlich seien alle betroffenen Haushalte frühzeitig über die Änderungen in Kenntnis gesetzt worden; und in einer ersten Phase habe man lediglich Infozettel und keine Bussen verteilt. Dass es an einzelnen Strassen viele Hinweisschilder gebe, sei korrekt, sagt Strebel. «Das mussten wir so machen, weil diese Strassen nicht zu einem abgeschlossenen Quartier mit Zonenparkierung gehören.»

Doch Schibli bezweifelt auch die Wirksamkeit der Massnahme. «Es kommt regelmässig vor, dass Auswärtige ihre Autos und Lieferwagen ohne Parkkarte im Quartier abstellen und den Anwohnern die Parkplätze wegnehmen», weiss er aus eigenen Beobachtungen. Oder es werde einfach nach drei Stunden die Parkscheibe neu eingestellt. Die Polizei jedenfalls sei nie da, um die fehlbaren Autolenker zu büssen. «Auch nicht, wenn Autos ausserhalb der Parkfelder abgestellt werden, was immer wieder vorkommt.»

Weisse statt Blaue Zone

«Die Leute müssen sich natürlich erst an das neue System gewöhnen», weiss Ingold. Bei der Blauen Zone sei allen klar, dass sie die Parkscheibe einstellen müssten. Gleichzeitig sei die Höchstparkzeit gemäss Strassenverkehrsgesetz auf eine Stunde limitiert, weshalb man für die Zonenparkierung die Lösung mit der Weissen Zone gewählt habe. «Das wird sich auch in anderen Gemeinden immer mehr durchsetzen.»

Gemäss Ingold und Strebel führt die Stadtpolizei gezielt und regelmässig Kontrollen durch. Auf den ersten Blick hätten sich die Einnahmen dann auch deutlich erhöht, sagt Ingold. Allerdings liessen sich die Zahlen nur schwer mit dem der Vorjahre vergleichen, weil die Verzeigungen im Zusammenhang mit dem Nachtparkieren nicht über die Stadtpolizei gelaufen seien.

Um Kosten sparen zu können, hofft Strebel nun darauf, dass die Parkkarten künftig vermehrt online bestellt werden; derzeit nutze rund ein Drittel den Onlineschalter. «Für die Anwohner geht das viel schneller und einfacher, und es schont unsere Ressourcen.»

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns