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Dübendorfer Pfadiheim wird nicht gebaut

Das Projekt war ausgearbeitet, die Finanzierung gesichert, ein Rekurs abgewehrt - doch nun geben die Dübendorfer Pfadis ihre Pläne für ein neues Pfadiheim Schlupf auf. Am Ende scheiterte es an der Besitzerin des Grundstücks, die gegen das Projekt ist.

Das bestehende Pfadiheim Schlupf wurde 1968 am Waldrand unterhalb des Geerens aufgestellt. (Archivfoto: Martin Liebrich), Der «Schlupf» ist eine ausgemusterte Funkerbaracke. (Archivfoto: Christian Brütsch), Das geplante Projekt: Es hätte rund 1,6 Millionen Franken gekostet. (Visualisierung: PD), Die Pfadis wollten einen Teil der Kosten durch Fronarbeit einsparen. (Visualisierung: PD), Diverse Spender haben das Projekt bereits unterstützt. (Visualisierung: PD)

Dübendorfer Pfadiheim wird nicht gebaut

«Für uns macht es einfach keinen Sinn mehr, jetzt noch weiterzumachen», sagt Reto Weber von der Baukommission Pfadiheim Schlupf. Mit einem Brief informierte er diese Woche alle am Projekt beteiligten Personen – und das sind einige –, dass die Pläne beerdigt werden. Der Grund: Die Besitzerin des Grundstücks wollte den neuen Baurechtsvertrag nicht unterzeichnen.

«Wir haben wiederholt das Gespräch gesucht und auch den Vertrag mehrmals überarbeitet», sagt Weber, «bis zum Schluss war aber nie ganz klar, wieso sie das Projekt nicht unterstützte.» Gegen den Betrieb des bestehenden Pfadiheims, welches durch den Neubau ersetzt werden sollte, habe die Grundstücksbesitzerin sich nämlich nie ausgesprochen, so Weber. «Wir haben getan, was wir konnten, aber unter diesen Voraussetzungen hat es einfach keinen Zweck mehr, unsere Pläne weiterzuverfolgen.»

Das Projekt an einem anderen Standort wieder neu aufzugleisen, sei nicht geplant, hält Weber fest. Die Lage des Pfadiheims in unmittelbarer Nähe zum Wald, mit guter Verkehrsanbindung und genügend Parkplätzen sei ideal. «Einen besseren Ort gibt es nicht.»

Langer Weg durch die Instanzen

Mit diesem Entscheid schliessen die Verantwortlichen eine Planung ab, die vor zwölf Jahren begann und zunächst zusammen mit dem früheren Grundstückbesitzer (der später verstarb) vorangetrieben wurde. Am Ende sollte die alte Funkerbaracke durch ein 1,6 Millionen Franken teures Pfadiheim mit Schlafräumen, Nasszellen, einer richtigen Küche, ausreichend Lagerräumen und ganz allgemein mehr Platz ersetzt werden.

Zu Beginn sah es auch gut aus für das Vorhaben. Da war zum Beispiel die denkwürdige Sitzung des Gemeinderats im Juli 2012, an der sich die meisten Redner mit ihrem Pfadinamen vorstellten und damit von vornherein klarmachten, auf welcher Seite sie standen. Damals unterstützten die Parlamentarier in seltener Eintracht den Gestaltungsplan inklusive einer Zonenplanänderung für den Neubau des Pfadiheims. Und dazu auch gleich noch die vom Stadtrat beantragten 700‘000 Franken für eine Teilfinanzierung des Projekts.

«Dass es am Ende so rauskommt, hat am Anfang niemand ahnen können.»

Lothar Ziörjen (BDP), Stadtpräsident von Dübendorf

Doch dann rekurrierten die Nachbarn, der vermehrte Lärmimmissionen bei Anlässen sowie Mehrverkehr befürchtete. Also wurde ein Betriebskonzept ausgearbeitet, welches die Nutzung regelte. Dazu gab es noch Anpassungen bezüglich des Waldabstands. Doch die Rekurrenten gelangten bis vors Zürcher Verwaltungsgericht. Dieses entschied letztlich zugunsten der Planer respektive der Stadt Dübendorf, die als Partei von Anfang an in das ganze Verfahren involviert war.

Auch die Stadt ist ratlos

Stadtpräsident Lothar Ziörjen (BDP) findet es «enorm schade», dass das neue Pfadiheim nun nicht erstellt wird. «Das tut mir sehr leid.» Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts seien alle Beteiligten davon ausgegangen, dass den Plänen nichts mehr im Wege steht. «Dass es am Ende so rauskommt, hat am Anfang niemand ahnen können.»

Gemäss Ziörjen habe die Stadt mehrmals versucht, zwischen den Pfadfindern und der Grundstücksbesitzerin zu vermitteln. «Aber auch wir haben nicht herausgefunden, was der Grund für ihre Ablehnung ist. Sie machte keinerlei Vorgaben und hatte keine Forderungen in Bezug auf eine mögliche Änderung des Projekts.»

Es ist noch Geld übrig

Nun gilt es für die Pfadis, das Projekt abzuschliessen. Auch finanziell. Zwar wären die 700‘000 Franken der Stadt erst bei einem rechtskräftigen Projekt ausbezahlt worden und verbleiben damit in der Stadtkasse. Doch in den vergangenen Jahren ist auch einiges an Spendengeldern zusammen gekommen.

«Das Planungsverfahren und die Arbeit der Architekten haben natürlich Kosten verursacht», sagt Reto Weber. «Es ist aber noch Geld übrig, und das würden wir gerne in eine neue Feuerstelle investieren.» Auch sei das alte Pfadiheim in keinem guten Zustand mehr, weshalb geplant sei, die Baracke nach und nach zu sanieren. «Sollte ein Spender damit nicht einverstanden sein, wären wir froh, er würde sich bis Ende Juni bei uns melden.»

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