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Flavia Sutter holte am meisten Panaschier-Stimmen

Bei der Wahl in den Gemeinderat spielten die Stimmen von anderen Listen eine wichtige Rolle. Sie zeigen ausserdem, welche Parlamentarier im Ort am beliebtesten sind – und wer sich schon mal für die nächste Stadtratswahl bereit machen sollte.  

Das ist sie, die Königin: Flavia Sutter Merk von den Grünen. (Foto: PD)

Flavia Sutter holte am meisten Panaschier-Stimmen

Vor vier Jahren hatte es für Flavia Sutter Merk (Grüne) noch nicht ganz gereicht. Auf der Rangliste der frisch gewählten Gemeinderäte, welche die meisten Stimmen von anderen Listen erhielten, landete sie auf dem zweiten Rang. Den ersten Platz schaffte damals Dominic Müller (CVP), der allerdings von seiner gleichzeitig und letztlich erfolgreichen Wahl in den Dübendorfer Stadtrat profitiert haben dürfte.

Am Sonntag nun ging die Krone an Sutter; mit 415 «fremden» Stimmen ist sie die unangefochtene neue Dübendorfer Panaschierkönigin. Unterstützung erhielt sie vor allem von Links sowie von GLP/GEU-Wählern, die ihre Liste wohl ein wenig grüner machen wollten. Von bürgerlicher oder gar rechter Seite hingegen gab es vergleichsweise wenig Support.

Doch nicht mehrheitsfähig

Theo Zobrist (SP) hat zwar den Einzug in den Stadtrat nicht geschafft, dank 275 Panaschierstimmen ist er aber immerhin Vize-König – mit freundlicher Unterstützung der Grünen und Grünliberalen. Die verhältnismässig wenigen Stimmen von anderen Listen belegen es: Zobrist war entgegen der Meinung der SP für ein Regierungsamt  eben doch nicht mehrheitsfähig genug. So erhielt etwa Zobrists Konkurrent, der neu gewählte Stadtrat Hanspeter Schmid (BDP), deutlich mehr Stimmen aus dem ganzen Dübendorfer Parteienspektrum. 

Treue SVP-Wähler

Dies trifft für Neo-Stadträtin Jacqueline Hofer zwar nicht in dem Mass zu, aufgrund des hohen Anteils an treuen SVP-Wählern war sie aber auch nicht in dem Mass auf Unterstützung angewiesen. 

Auch Stefanie Hubers (GLP/GEU) Wiederwahl in den Gemeinderat ist mit 269 Panaschierstimmen breit abgestützt, was letztlich ausschlaggebend war für den dritten Platz. Gut verankert ist auch Hubers Parteikollege Thomas Maier, mit 248 Stimmen auf dem undankbaren 4. Rang.  Sind die Dübendorfer Grünliberalen also reif für einen zweiten Sitz im Stadtrat?

Die Analyse zu den Wahlen in Dübendorf:

(Moderation: Mike Gadient, Christian Brändli / Produktion: Simon Grässle)

Im Stich gelassen 

Gar elf Stimmen mehr von anderen Listen als von den eigenen Wählern erhielt EVP-Gemeinderätin Tanja Boesch, was sie zur unangefochtenen Nummer 1 in der Partei machte. Auch CVP-Gemeinderätin Barbara Schori erhielt viele Panaschierstimmen. Am Ende war es aber die mangelnde Unterstützung der CVP-Wähler, die für Schoris Abwahl sorgte. 

Schwarz schaffte den weitesten Sprung
 
Den weitesten Sprung bei der Dübendorfer Parlamentswahl am vergangenen Sonntag machte Cornelia Schwarz-Nigg (SVP): Sie ging von Platz 21 ins Rennen und landete schliesslich auf Rang 10. «Ich weiss auch nicht, wie das möglich war», sagt sie gut gelaunt. Sie habe weder Plakate aufgehängt noch Flyer verteilt. Werbung habe sie vor allem über Facebook gemacht. Und sie habe Freunde und Bekannte angeschrieben.
 
«Vielleicht kennt man mich einfach in Dübendorf. Ich wohne seit meinem sechsten Lebensjahr hier, arbeite auch in Dübendorf und bin zudem Präsidentin der St. Nikolaus Gesellschaft», sagt die medizinische Praxisassistentin.
  
Sie sei überglücklich, mit einem guten Ergebnis den Einzug in den Gemeinderat geschafft zu haben, sagt Schwarz. Noch vor einigen Wochen habe sie der Gemeinderatswahl entspannt entgegengeschaut. Doch dann habe sie doch der Ehrgeiz gepackt. «Wäre ich nicht gewählt worden, hätte sich die Welt für mich aber ganz normal weitergedreht.» tba

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