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Paul Stopper – gewählt von links, mitte und rechts

Bei den Ustermer Gemeinderatswahlen wurde fleissig kumuliert und panaschiert. Besonders häufig wurden die Kandidaten Paul Stopper (BPU), Meret Schneider (Grüne) und Werner Kessler (BPU) auf die Wahllisten von anderen Parteien geschrieben. Aber nicht allen haben die Panaschierstimmen zur Wiederwahl gereicht.

Gemeinderat Paul Stopper (BPU) wurde «Panaschierkönig» der diesjährigen Gemeinderatswahlen in Uster. (Foto: PD), Meret Schneider hat viele Stimmen von der SP bekommen.(Foto:Hadem Hoffmann), Werner Kessler (BPU) hat trotz vielen Stimmen von anderen Parteilisten die Wiederwahl nicht mehr geschafft. (Foto: PD)

Paul Stopper – gewählt von links, mitte und rechts

Panaschierkönig des Wahljahres 2018 ist Paul Stopper (BPU). 756 Mal machten sich die Ustermer Wähler die Mühe «Paul Stopper» auf eine andere Liste zu schreiben als diejenige der BPU. Stopper ordnet diesen Umstand den politischen Stossrichtungen der BPU zu: «Wir lagen wohl nicht ganz falsch mit unseren Ideen.» Er und Parteikollege Werner Kessler seien im Ustermer Parlament eigentlich als  Rebellen verschrien.

«Mit 73 Jahren hat Adenauer erst mit der Politik angefangen,
von dem her würde das vielleicht schon noch gehen.»

Paul Stopper, Gemeinderat (BPU)

Doch stets hätten sie auch das persönliche Gespräch in der Bevölkerung und im Parlament gesucht. «So haben wohl einige gemerkt, dass wir nicht ganz so dumm und rebellisch sind», sagt Stopper lachend. Stopper wird auf sieben neue Ratskollegen treffen. Auf Eveline Fuchs (Grüne) und Peter Müller (FDP) freue er sich speziell. «Müller ist eher auf einer ökologischen Linie», so Stopper. 

Stopper als Stadtrat?

Er bedauere den Abgang von Roman Ehrbar (SVP). Mit diesem habe er immer gute Gespräche führen können. Dass Kathrin Agosti (SP) nicht mehr antreten wollte, finde er schade. Und natürlich sei die Nichtwahl von Kessler ein arger Dämpfer gewesen. Kessler war seit 2002 im Gemeinderat, Stopper erstmals von 1974 bis 2002. Im Jahr 2014 waren die beiden dann auf dem politischen Parkett vereint. Ein bisschen mit Kessler gefeiert habe er dann aber doch noch, sagt der 71-jährige Stopper, denn: «Kessler nimmt die Abwahl gelassen.» 

«In der laufenden Legislatur gab es ein stetiges Seilziehen zwischen Parlament und Stadtrat.»

Meret Schneider, Gemeinderätin (Grüne)

Die breit abgestützte Wählerschaft wirft die Frage auf, ob Stopper nicht in vier Jahren für den Stadtrat kandidieren möchte. Er verneint das. Auch wenn er sagt: «Mit 73 Jahren hat Adenauer erst mit der Politik angefangen, von dem her würde das vielleicht schon noch gehen», sagt Stopper schmunzelnd. Zweimal in den 80er-Jahren wollte er in die Ustermer Exekutive einziehen. Das erste Mal habe er die Wahl um knappe 36 Stimmen verpasst. 

Schneider mit SP-Stimmen 

Bemerkenswert sind auch die Panaschierstimmen der Grünen Meret Schneider, die wohl ebenso gut als SP-Gemeinderätin gewählt werden könnte. 474 Stimmen wurden von Wählern auf die SP-Liste gesetzt und haben dafür gesorgt, dass sie viele Stimmen von den Sozialdemokraten bekommen hat. Die grosse Unterstützung der SP könnte ein Resultat der guten Zusammenarbeit gewesen sein, sagt Schneider. Sie freue sich auf die neue Konstellation im Stadtrat. «In der laufenden Legislatur gab es ein stetiges Seilziehen zwischen Parlament und Stadtrat. Man war sich immer gegenseitig im Weg», so Schneider. Sie freue sich auch auf die Vertreter der jungen Generation im Parlament, sagt die 26-Jährige. «Spannend» sei das. An der Wahlfeier der Grünen habe sie nicht teilgenommen, stattdessen habe sie Lebensmittel, die nicht mehr in Läden verkauft werden konnten, an Flüchtlinge verteilt. Sie habe sich während der Arbeit innerlich gefreut. Mühsam sei der Wahlsonntag gewesen,  weil es nichts mehr zu tun gegeben habe. «Nur passiv blöd auf die Ergebnisse zu warten, das ist nicht meins», so Schneider. 

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