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Ingold ist Stapi, SP verliert erneut

André Ingold (SVP) ist der neue Dübendorfer Stadtpräsident. Er siegte klar gegen SP-Kandidat Theo Zobrist, der auch den Einzug in den Stadtrat verpasste. Damit bleibt die Regierung auch nach 20 Jahren ohne SP stramm bürgerlich.

André Ingold (SVP, rechts) übernimmt die Nachfolge von Lothar Ziörjen (BDP), der nach drei Legislaturen nicht mehr antritt. (Bild: Nathalie Guinand), Der langjährige Stadtpräsident Lothar Ziörjen verkündet die Resultate. (Bild: Nathalie Guinand), SP und Grüne feiern ihre Sitzgewinne. (Bild: Nathalie Guinand), So haben die Kandidierenden abgeschnitten. (Grafik: ZO), André Ingold ging als klarer Sieger hervor. (Grafik: ZO)

Ingold ist Stapi, SP verliert erneut

«Ein relativ grosser Stein ist mir vom Herzen gefallen», sagte der neue Stadtpräsident André Ingold (SVP) gestern nach Bekanntgabe der Resultate. Auch wenn im Dübendorfer Wahlkampf nicht viel passiert sei, sei doch eine Anspannung dagewesen, so der Dübendorfer Sicherheitsvorstand. «Und die ist jetzt weg.»

Die Aussagen vom neuen Stadtpräsidenten im Video:

 

(Handy-Video: Jennifer Furer)

Ingold übernimmt die Nachfolge von Lothar Ziörjen (BDP), der nach drei Legislaturen nicht mehr antritt. Seinen Wahlerfolg erklärt sich Ingold einerseits damit, dass er in der Stadt gut und vielseitig vernetzt sei. Auch habe Dübendorf nach wie vor einen dörflichen Charakter mit einer festen Grösse an rechtsbürger­lichen Wählern. Was er als Stadtpräsident als Erstes anpacken werde, konnte er gestern spontan nicht sagen. Nur so viel: «Es gibt viel zu tun.»

Ingold erhielt 1732 Stimmen, SP-Herausforderer Theo Zobrist 1108 und Polit-Neuling Patrick Jetzer von der unbekannten Ethischen Partei Schweiz (EPS) gerade einmal 101. Die Wahlbeteiligung lag bei 25,65 Prozent.

Enttäuscht über Nichtwahl

Zobrist verpasste auch den Einzug in den Stadtrat. Der frühere Gemeinderat war angetreten, um die SP nach 20 Jahren wieder in die Dübendorfer Regierung zu bringen. Dass es nicht geklappt hat, nimmt er mit Kopfschütteln zur Kenntnis. Er sei sicher nicht der falsche Kandidat gewesen, betont er, schliesslich hätten auch die SP-Kandidaten vor ihm die Wahl nicht geschafft. «Anscheinend wollen die Wähler ­lieber das Bestehende verwalten, als die Stadt weiterzuentwickeln.» Bedenklich sei, dass so die rund 20 Prozent Links-Wähler nicht in der Regierung ver­treten seien. «Es bringt nichts, wenn die Linke im Gemeinderat Themen anstösst und der Stadtrat nichts damit macht.»

Theo Zobrist (SP) nimmt Stellung:

(Handy-Video: Jennifer Furer)

150 Stimmen vor Zobrist und damit neue Stadträtin ist Jacqueline Hofer (SVP). Sie verteidigt den Sitz von Sozialvorstand Kurt Spillman, der nicht mehr antritt. Hofer ist «sehr glücklich» über den Sieg und freut sich über den Rückhalt bei den Wählern. «Ich werde das Amt mit Respekt ausüben und mich in den nächsten vier Jahren für die Dübendorfer Bevölkerung einsetzen», sagte sie gestern.

Auch zweite Chance verpasst

Hanspeter Schmid (BDP) ist der Neue mit dem besten Resultat. Er sorgt dafür, dass Lothar Ziörjens Sitz in BDP-Hand bleibt. Er sei Sportler, habe auf dieses Ziel hingearbeitet, und nun habe er es erreicht, zeigte er sich erfreut. «Nun bin ich gespannt, wie es weitergeht.»
Die SP hatte eine weitere Chance, über das Präsidium der Primarschulpflege in den Stadtrat zu gelangen. Doch Herausforderer Toni Lanzendörfer hatte keine Chance gegen die amtierende Präsidentin und Bildungsvorsteherin Susanne Hänni (GLP/GEU).

Von den bisherigen Stadträten wurden alle wieder gewählt. ­Finanzvorstand Martin Bäumle (GLP/GEU) erhielt wie schon vor vier Jahren am meisten Stimmen. Hinter ihm folgen Tiefbauvorstand Jürgen Besmer (FDP) und Hochbauvorstand Dominic Müller (CVP). Dass der neue Stapi «nur» auf dem vierten Platz landete, muss nichts mit seiner Beliebtheit zu tun haben. Oft tragen Wähler einen Namen beim Stadtpräsidium ein und vergessen ihn dann weiter unten auf der Liste für den Stadtrat. 

Flavia Sutter, Präsidentin der Grünen Stadt Dübendorf, freut sich über den Ausgang der Wahlen:

(Handy-Video: Jennifer Furer)

SVP verliert Schulsitz an die SP
 
In der Primar- und der Sekundarschulpflege der Stadt Dübendorf blieb vieles beim Alten. Einzig die SVP verlor einen Sitz.
 
Von den sieben bisherigen Mitgliedern der Primarschulpflege Dübendorf, die sich zur Wiederwahl stellten, wurden alle im Amt bestätigt. 
Das beste Ergebnis erzielte die wiedergewählte Präsidentin Susanne Hänni (glp/GEU) mit 1951 Stimmen. Knapp dahinter folgen ihr Brigitta Würsch-Fenner (BDP) mit 1609 Stimmen und Martin Eichenberger (parteilos) mit 1580 Stimmen. Ebenfalls wieder gewählt wurden Andrea Schwarz-Piai (SVP), Markus Wolf (parteilos), Anton Lanzendörfer (SP) und Franziska Stockmann Mast (FDP).
 
Die beiden frei werdenden Sitze von Ursina Donnerstag-Klomp (parteilos) und Martina Müller (CVP) ­sicherten sich Adrian Ineichen (FDP) und Olivia Kenel-Paredi (CVP). Stefan Hess (BDP) und Burkhard Huber (glp/GEU) erreichten zwar das absolute Mehr von 992 Stimmen, schieden jedoch als Überzählige aus. Daniel Griesser (SVP) und Nikolaos Kaintantzis-Ackermann (Grüne) erhielten dagegen zu wenig Stimmen und schafften die Wahl deshalb nicht.
 
SP erobert einen Sitz
 
In der Sekundarschulpflege verlor die SVP den frei werdenden Sitz von Charlotte Meyer an ­Alexandra Freuler (SP). Die Kan­didatin der Sozialdemokraten wurde mit 1587 Stimmen gewählt, während der SVP-Kan­didat Christoph Lutz die Wahl mit 1162 Stimmen knapp nicht schaffte. Das absolute Mehr betrug 1189 Stimmen. Die bisherigen sechs Mitglieder wurden alle wieder gewählt. EVP-Kandidatin Doris Steiner-Hefti schied als einzige Überzählige aus. kev

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