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Tanzwütige Iren in Dübendorf

Die «Danceperados of Ireland» erzählen die Geschichte des Whiskey mit Musik und Tanz. Ihre «Whiskey you are the devil»-Tour machte Halt im Dübendorfer Pfarreizentrum Leepünt. Auch ohne mit Whiskey verköstigt zu werden, war das Publikum beeindruckt.

Die «Danceperados of Ireland» sorgten für Tanz, Musik und Gesang aus Irland. (Foto: Christian Merz), Die «Danceperados of Ireland» sorgten für Tanz, Musik und Gesang aus Irland. (Foto: Christian Merz), Die «Danceperados of Ireland» sorgten für Tanz, Musik und Gesang aus Irland. (Foto: Christian Merz), Die «Danceperados of Ireland» sorgten für Tanz, Musik und Gesang aus Irland. (Foto: Christian Merz), Die «Danceperados of Ireland» sorgten für Tanz, Musik und Gesang aus Irland. (Foto: Christian Merz), Die «Danceperados of Ireland» sorgten für Tanz, Musik und Gesang aus Irland. (Foto: Christian Merz), Die «Danceperados of Ireland» sorgten für Tanz, Musik und Gesang aus Irland. (Foto: Christian Merz), Die «Danceperados of Ireland» sorgten für Tanz, Musik und Gesang aus Irland. (Foto: Christian Merz)

Tanzwütige Iren in Dübendorf

«Whiskey you are the Devil», wenn das mal nicht einlädt, sich verstohlen diabolisch ein paar Gläschen irischen Single Malt Whiskey im Dübendorfer Pfarreizentrum Leepünt zu gönnen, dachte ich. Erst durfte ich mir am Donnerstagabend aber eine kurze Geschichtslektion zum Whiskey anhören. Live auf deutsch gesprochen von einem irischen Bandmitglied mit sympathischem Dialekt und irischen Akkordeon-Klängen begleitet. Auf der Bühne war ein zehn-Meter-breites Banner mit Abbildungen von irischen Single-Malt-Whiskeys aufgespannt.

Wer wie ich eine Huldigung des Whiskey-Trinkens erwartete, wurde eines Besseren belehrt. Vielmehr sollte der Abend zeigen: Die Iren tranken oft um Unterdrückung, Hunger und Perspektivlosigkeit zu verdrängen. Sängerin Geraldine MacGowan erklärte die grosse Verbindung zwischen irischer Bevölkerung und Whiskey so: «Whiskey, Tanz und Musik sind ein Teil der irischen DNS.»

Irischer Stepptanz mit attraktiven Tänzern

Und darum ging es an dem Abend auch: Zuhören und Zusehen. Die «Danceperados of Ireland» boten den ganzen Abend ein abwechslungsreiches Programm mit kleinen Geschichtslektionen, irischen Anekdoten, Tanz und Musik. Die irische Gruppe ist zusammengesetzt aus einem Sextett und einem Tanzensemble aus acht weiblichen und vier männlichen Tänzern. Alle jung – alle attraktiv. In ständig wechselnden Kostümen.

Sie vollführten den traditionellen irischen Tanz, «Sean-nós-Tanz» genannt. Ein Stepptanz mit angelegten Armen und steifer Körperhaltung. Das Ensemble legte verschiedenste Interpretationen des Tanzes aus: Mal mit Besen, mal mit Händeklatschen, dann wurde auf Tischen und Whiskey-Fässern getanzt.

«Es gibt 15 irische Minuten Pause, was genau 20 Schweizer Minuten bedeutet.»

Eimhin Liddy, Akkordeonist

Endliche Whiskeyfässer?

Letzteres liess bei mir Hoffnung aufkeimen. Als die Fässer auf die Bühne gerollt wurden, dachte ich, wir Zuschauer würden gleich im Whiskey baden, und dann das Badewasser ausschlürfen. Aber es war kein Whiskey in den Fässern. Der Tanz auf abgesägten Holzfässern, barrels genannt, ist eine alte Disziplin des Irish Dance und wird «Barrel Dance» genannt. Beim «Broom Dance» wird mit und um Besen herumgetanzt. Die verschiedenen Tänze gepaart mit Irish-Folk-Musik, beeindruckte das Publikum, das nach jedem Stück begeistert applaudierte.

Bald darauf kündete Akkordeonist Eimhin Liddy die Pause an: «Es gibt 15 irische Minuten Pause, was genau 20 Schweizer Minuten bedeutet.»
«Die Gelegenheit ein Fass Whiskey zu kaufen», sagte ich mir. Unglücklicherweise boten weder der Veranstalter des Anlasses, die Stiftung Obere Mühle, noch der Verkaufsstand der Band vor dem Saal des Pfarreizentrums auch nur einen Tropfen an. Dafür wagte sich ein irischer Verkäufer mit Schokolade ins «Schoggi-Land». Darunter eine Whiskey-Schokolade – immerhin. Ich kaufte die ganze Schiffsladung.

Weltmeister im Tanzen

Nach der Pause gaben die «Danceperados» weiter unermüdlich Gas. Die Musiker spielten sich den Teufel aus dem Leib, die Sängerin brachte den Saal ins Schwingen und die Tänzer grinsten fortwährend. Hätten sie sich nicht stets so anmutig bewegt, wäre ich fast geneigt zu behaupten, die wissen, wo der Whiskey im Pfarreizentrum versteckt ist.

International sind «Danceperados of Ireland» mehrfach ausgezeichnet worden, auf mehr als 40 World Dancing Champion Titel bringen sie es – und das merkt man. Die Show ist kurzweilig, dynamisch und dank Choreograph Michael Donnellan bis in die Perfektion koordiniert. Am Schluss blieb mir nur die Erkenntnis: Der Tourneename «Whiskey you are the devil» stimmt. Und der Teufel war nun mal nicht willkommen im Dübendorfer Haus Gottes.

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