Hasenstrick eröffnet im Sommer
Es hätte so schön sein können. Nachdem die Immobilienfirma Agensa Familia im Februar des letzten Jahres das Restaurant auf dem Hasenstrick für 2,5 Millionen ersteigert hat, waren die Pläne für das Ausflugsrestaurant gross. Doch dann gingen gegen die Versteigerung beim Bezirksgericht Hinwil drei Beschwerden ein. Diese kamen von mehreren Gesellschaften, die dem bisherigen Besitzer Peter Kellenberger gehörten. Sowohl das Bezirksgericht, als auch später das Obergericht wies die Beschwerde aber ab.
Im vergangenen Dezember standen auf dem Hasenstrick dann schon Baugerüste, als die Gemeinde Dürnten plötzlich einen Baustopp verfügte. Die Baueingabe hat gefehlt. Hans Ulrich Kobelt, Geschäftsführer der Agensa verstand die Welt nicht mehr.
Jetzt, vier Monate später, wurden die Arbeiten wieder aufgenommen. Auf dem Hasenstrick tut sich was. «Derzeit werden im Hasenstrick in einem ersten Schritt und in enger Zusammenarbeit zwischen der Eigentümerschaft und der Gemeinde die notwendigen baulichen Brandschutzmassnahmen umgesetzt», sagt Daniel Bosshard, Dürntner Gemeindeschreiber. Das Restaurant soll sobald als möglich in Betrieb genommen werden können. «Sobald diese Arbeiten fertig und abgenommen sind, kann das Gastwirtschaftspatent erteilt und das Restaurant eröffnet werden», sagt Bosshard weiter. Gemäss Hochbauabteilung könnte das allenfalls schon bis Ende dieses Monats der Fall sein, wenn alles gut läuft.
Erst im Sommer offen
Ganz so schnell dürfte es dann doch nicht gehen. «Es ist unmöglich, dass wir jetzt schon aufmachen können», sagt Hans Ulrich Kobelt. Die Schutzmassnahmen würden intensive und komplizierte Arbeiten umfassen. «Wir wollen aber spätestens am 1. Juli aufmachen», sagt er. Die Agensa gehe eins nach dem anderen an. Wenn jetzt schon Personal eingestellt würde, stresse man sich nur selber. Auch die Personalwohnungen werden definitiv erst nach der Eröffnung angegangen.
«Wir wollen aber spätestens am 1. Juli aufmachen.»
Hans Ulrich Kobelt, Geschäftsführer Agensa Familia AG
Nach dem ersten Schritt kommt der zweite. «Danach folgt ein weiteres Baugesuch für zusätzliche Innensanierungen und Umbauten bei anderen Gebäudeteilen, bei welchen auch Kanton und Denkmalpflege involviert sind», sagt Bosshard.
Teuer, aufwändig und langwierig
Noch im Dezember zeigte sich Kobelt konsterniert über das Vorgehen der Gemeinde. «Ich bin wütend. Nein, eigentlich eher traurig», sagte er damals gegenüber züriost. Anstatt das Gespräch zu suchen, habe sie Fakten geschaffen. «Stossend ist, dass der Baustopp gleich das gesamte Gebäude betrifft und nicht nur die Wirte-Wohnung, obwohl es beim Restaurant keinerlei baurechtlich relevanten Veränderungen gibt», sagte er.
Mittlerweile ist er milder gestimmt. «Die Gemeinde hat gesetzlich richtig agiert. Rational betrachtet, hätte man eventuell einen Spielraum gehabt.» Die Brandschutzvorschriften seien jetzt dafür auf dem neusten Stand. «Das ist schon wichtig.» Die ganzen Vorschriften würden aber immer komplizierter. Alle Architekten hätten mit diesen Prozessen Probleme. Es sei vor allem teuer, aufwändig und langwierig.
Was bisher geschah
Ende 2016 hat das Konkursamt Wald das Hotel-Restaurant Hasenstrick geschlossen. Beide Grundstücke (Hotel und Hangar) standen danach zur Versteigerung. Bereits zwei Jahre vorher setzte das Betreibungsamt eine Versteigerung an, die dann aber nur Stunden vorher abgesagt wurde, weil eine Verfügung des Bundesgerichts eintraf. Grund war ein Gesuch der Hasenstrick Liegenschaften AG, der die Grundstücke gehörten, um aufschiebende Wirkung.
Damals, im November 2014, lasteten Forderungen von 13,5 Millionen Franken auf den Besitzern. Bis zur zweiten Versteigerung hat sich der Betrag auf total 14,7 Millionen Franken erhöht. Grund dafür waren die in der Zwischenzeit angefallenen Zinsen. Das Restaurant und das Hotel wechselten dann für 2,5 Millionen Franken den Besitzer. Auch der Hangar ersteigerte Hans Ulrich Kobelt für 120’000 Franken.